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26.07.2013

13:56 Uhr

Rohstoff-Investments

Broker spüren den Abschwung im Rohstoffsektor

Als die Rohstoff-Märkte boomten und unendliches Wachstum verhießen, fokussierten sich viele Broker auf den Sektor. Jetzt kehren die Bergbaufirmen den Aktienmärkten den Rücken – für Finanzdienstleister ein herber Schlag.

Fallen die Rohstoffpreise, so wird auch die Finanzierung am Aktienmarkt weniger vorteilhaft, die Rohstoffkonzerne suchen nach anderen Möglichkeiten. Das bekommen momentan auch Broker zu spüren. ap

Fallen die Rohstoffpreise, so wird auch die Finanzierung am Aktienmarkt weniger vorteilhaft, die Rohstoffkonzerne suchen nach anderen Möglichkeiten. Das bekommen momentan auch Broker zu spüren.

TorontoDer Abschwung in der Rohstoff- Branche macht sich allmählich bei den Brokern und Investmentbanken in Kanada bemerkbar. Rund die Hälfte der Bergbaufirmen weltweit hat ihre Unternehmenszentrale in dem nordamerikanischen Land. Und die meisten Aktien-Platzierungen, die mit dem Sektor zu tun haben, laufen über Toronto.

Der kleine Broker Fraser Mackenzie Ltd. musste in diesem Jahr bereits die Türen schließen. Casimir Capital Ltd., eine nicht börsennotierte Investmentbank, strich in ihrem Bergbau- Team Stellen und verschob den Schwerpunkt der Aktivitäten auf den Energiesektor. Toronto-Dominion Bank, die nach Bilanzsumme zweitgrößte kanadische Bank, verlagerte Mitarbeiter aus dem Rohstoffbereich in andere Abteilungen wie Immobilien-Investment-Trusts und Versorger.

Laut Bill Vlaad, Personalberater für die Finanzindustrie, nehmen die Aufträge für die Suche nach Bankern für die Betreuung von Bergbaufirmen mehr und mehr ab. Derartige Suchen würden inzwischen weniger als zehn Prozent seines Geschäfts ausmachen – nachdem es vor drei Jahren noch etwa 50 Prozent gewesen seien.

Mark Morabito, Präsident des kanadischen Bergbauunternehmens Alderon Iron Ore Corp. mit Sitz in Vancouver, erhält nach eigenen Angaben einen nicht enden wollenden Schwall an E-Mails von Bankern, die entlassen worden sind. „Ich habe es jetzt mit den Top-Leuten zu tun, also den weltweiten Chefs der Bergbau-Teams, weil die Leute darunter alle weg sind”, berichtet Morabito. „Toronto ist eine Todes-Zone.”

Auch wenn der Stellenabbau bislang relativ gering ausfiel, so gehen doch viele in der Finanzbranche davon aus, dass eine größere Welle von Streichungen sowie eine Konsolidierung bevorstehen – vor allem bei den kleinen Boutique-Finanzfirmen. Sollte die Anzahl solcher Firmen schrumpfen, dann könnten Bergbauunternehmen in Zukunft noch mehr Probleme dabei haben, Probebohrungen und Minen-Entwicklung zu finanzieren.

Während des mehrjährigen Booms der Rohstoffpreise, der auf die Weltfinanzkrise folgte, waren diese Wertpapierhäuser gewachsen, weil Bergbauunternehmen den kanadischen Aktienmarkt für Finanzierungen leicht anzapfen konnten. Doch nun verschlechtern sich die Möglichkeiten einer Finanzierung über den Aktienmarkt, da die Metallpreise sinken. Der Goldpreis am New Yorker Terminmarkt hat in diesem Jahr um rund ein Fünftel nachgegeben. Und auch Kupfer liegt etwa 13 Prozent im Minus.

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