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05.01.2015

17:46 Uhr

Rohstoff-Markt

US-Ölsorte WTI rutscht unter die 50 Dollar-Marke

Die Talfahrt geht weiter: Nordseesorte Brent und US-Öl WTI fallen auf den Tiefststand seit 2009 – WTI gar unter die psychologisch wichtige Marke von 50 Dollar. Das Ölangebot bleibt indes hoch – zum Leidwesen Russlands.

Ölpumpen in Kalifornien: Mit den Preisen für Öl geht es weiter bergab. dpa

Ölpumpen in Kalifornien: Mit den Preisen für Öl geht es weiter bergab.

SingapurDie Talfahrt der Ölpreise hat sich am Montagmittag beschleunigt. Wegen eines weltweiten Überangebots bei gleichzeitig schwächelnder Nachfrage ist der Preis für die US-Rohöl-Sorte WTI am Montag unter die psychologisch wichtige Marke von 50 Dollar gerutscht. Der Terminkontrakt auf WTI gab 5,2 Prozent auf 49,95 Dollar je Barrel (Fass zu 159 Liter) nach und war damit so billig wie zuletzt im April 2009. Seit den Höchstständen Mitte 2014 haben sich die Preise mehr als halbiert.

Händler verwiesen auf Nachrichten aus der Branche. So förderte Russland im vergangenen Jahr mehr Öl als je zuvor. Irak exportierte im Dezember so viel Öl wie zuletzt 1980. „Fast alle Neuigkeiten sind negativ für den Ölpreis, im Moment sehe ich kein Aufwärtspotenzial“, erklärte ein Analyst.

Ähnlich sah es ein anderer Experte: „Die Öl-Nachfrage wird auch in diesem Jahr vermutlich eher nicht robust sein, wenn wir uns die Wirtschaftslage in China, Japan und Europa ansehen“, sagte Yusuke Seta von Newedge Japan. Andere Marktbeobachter nannten zudem den schwachen Euro als Grund. Eine Aufwertung des Dollar macht Öl für Investoren außerhalb der USA teurer.

Der anhaltende Preisverfall hat den russischen Aktienmarkt am Montag belastet. Der Leitindex verlor in der Spitze fast sechs Prozent. Anleger fürchten einen deutlichen Einbruch der russischen Konjunktur - wegen der wegbrechenden Einnahmen aus Rohstoff-Exporten und der westlichen Wirtschaftssanktionen schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt im November im Vergleich zum Vorjahresmonat bereits um 0,5 Prozent. Das war der erste Rückgang seit Oktober 2009.

Kommentare (4)

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Herr Peter Noack

05.01.2015, 09:01 Uhr

Start zum Kampf um die 50 Dollarmarke je Barrel WTI Öl.

Bald steht wieder die 4 vor dem Ölpreis, oder? Sind wir denn schon wieder in der Rezession, weil ein Rezessionsölpreis von 2009 gilt? Ist Ölpreis nur der Vorbote für die folgende Rezession? Warum das alles? Darf man auf Antwort vom Handelsblatt hoffen?

Herr Jürgen Clasen

05.01.2015, 19:01 Uhr

Vom Handelsblatt kriegen Sie darauf keine Antwort.
Niemand weiß wann es aufhört. Durch die OPEC Beschlüsse wurde der Preis vom Markt abgekoppelt und
ist jetzt ganz sicher ein politischer Preis. Die Saudis
brauchen nur zu erklären jetzt reicht es und drosseln ihre Förderung. Schon geht es andersrum. Wir werden aber in die Pläne der Saudis nicht eingeweiht. Bleibt
die eigene Lösung: Gestaffelte (!) Käufe von ETF. Damit konservieren Sie die heutigen Tankstellenpreise.
Geht es noch ober Richtung 100$ gewinnen die Zertis.
Geht es weiter nach unten tanken Sie billig. Den letzten schluck aus der Pulle kriegen wir aber nicht.
Handelsblatt könnte für die Abonnenten das mal durchspielen und darstellen. So kann die Lektüre dieses
Blattes mal einen Mehrwert generieren. So wie es jetzt ist, bleiben nur die Meldungen für + und -. Das braucht es aber nicht. Die Kursportale sagen es einem
schon, bevor es hier in die Berichterstattung kommt.
Vielleicht läßt man mal einen Experten was zu dieser Sache sagen.

Account gelöscht!

05.01.2015, 19:02 Uhr

Zum Einen war der "Normalpreis" für sehr lange Zeit noch niederer und nicht sehr viel höher.

Zum Anderen mögen politische Absichten mit dabei sein.

Zum Dritten aber zeigt sich, daß die Erkenntnis um sich zu greifen scheint, daß Öl - generell fossile Brennstoffe - langfristig ein Auslaufmodell ist.

Nicht etwa der unzuverlässige Sonnen- und Windblödsinn ist Ersatz, sondern die fast rückstandsfreie und sehr saubere Kernkraft.

Selbst Ölerzeuger werden früher oder später, aber immer noch früher als das gemeine Volk, über den aktuellen und künftig realen Stand der Dinge informiert - man glaubt es kaum.

Daher auch pumpen alle, was das Zeug hält - solange es noch Geld dafür gibt, wenn auch nur kleines.

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