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17.10.2014

20:14 Uhr

Rohstoff-Reichtum

Investoren meiden Billionen-Schatz

Südafrika verfügt über die reichsten Rohstoffvorkommen der Welt: Platin, Gold, Eisenerz und Kohle kommen auf einen geschätzten Wert von 3,3 Billionen Dollar. Doch die Investoren sind damit nicht zufrieden zu stellen.

Arbeiter einer Mine von AngloGold Ashanti in Fochville nahe Johannesburg singen während eines Streiks Ende 2012. dapd

Arbeiter einer Mine von AngloGold Ashanti in Fochville nahe Johannesburg singen während eines Streiks Ende 2012.

JohannesburgLangwierige Arbeitsniederlegungen, veraltete Bergwerke und rechtliche Unsicherheiten haben den Börsenwert der südafrikanischen Bergbauunternehmen im Vergleich zu den globalen Wettbewerbern auf ein Vierjahrestief abbröckeln lassen.

„Südafrika ist auf nationaler Ebene ohne Frage einer der schwierigsten Betriebsstandorte in der Welt”, sagt Charl Malan, Portfoliomanager von Van Eck Global. „Eine nicht-südafrikanische Firma wird mit einem Multiplikator-Aufschlag gegenüber einer südafrikanischen Firma gehandelt.”

Die wichtigsten Fakten zu Gold

Goldnachfrage

Die gesamte Goldnachfrage im ersten Quartal 2015 betrug 1079,3 Tonnen. Damit ist die Nachfrage nur um knapp 11 Tonnen im Vergleich zum Vorjahr (Q1'14: 1089,9) gefallen.

Quelle: World Gold Council

Schmucknachfrage

Die weltweite Nachfrage nach Schmuck betrug im ersten Quartal 2015 insgesamt 600,8 Tonnen und ist damit um drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr (Q1'14: 620,2) gefallen.

Industrienachfrage

Die Nachfrage des Technologiesektors belief sich im ersten Quartal 2015 auf 80,4 Tonnen und fiel, verglichen mit den 81,9 Tonnen im ersten Quartal 2014, um zwei Prozent.

Goldbarren- und Münznachfrage

Die Nachfrage nach Goldbarren und -münzen ist im ersten Quartal 2015 gesunken – auf 253,1 Tonnen. Ein Minus von zehn Prozent im Vergleich zu 2014 (Q1: 281,5).

EFTs und ähnliche Produkte

Die Nachfrage bei den Gold-EFTs betrug im ersten Quartal 2015 25,7 Tonnen. Im ersten Quartal des Vorjahres wurden noch Abflüsse in Höhe von 13,5 Tonnen verzeichnet.

Notenbanken

Die Nettoeinkäufe von Zentralbanken betrugen im ersten Quartal 2015 119,4 Tonnen. Im Vergleich zum Vorjahr blieb der Wert damit nahezu gleich (Q1'14: 119,8).

Investment gesamt

Die Goldnachfrage im Investment belief sich im ersten Quartal 2015 auf 278,8 Tonnen. Das ist eine Steigerung von vier Prozent, im Vorjahresquartal waren es 268 Tonnen.

Der Wandel der Anlegerstimmung ist ein wichtiges Thema auf der Joburg-Indaba-Konferenz, die in der vergangenen Woche in Johannesburg begonnen hat. Ein fünf Monate währender Streik bei den Platin-Produzenten, schwindende Goldreserven, anhaltende Stromausfälle und politische Ungewissheit haben die Bergbaukonzerne zum Handeln veranlasst.

Anglo American, der weltweit größte Platinkonzern, verkauft nun Minen, die im vergangenen Jahr ein Drittel seiner Förderung geliefert haben. BHP Billiton, der weltgrößte Bergbaukonzern, plant die Ausgliederung einiger Betriebsgesellschaften in ein neues Unternehmen, das über die meisten seiner Vermögenswerte in Südafrika verfügen wird.

Gold Fields war der viertgrößte Gold-Produzent, bis im vergangenen Jahr die meisten der südafrikanischen Minen abgespalten wurden. Und der Plan des drittgrößten Goldkonzerns AngloGold Ashanti, seine inländischen und ausländischen Aktiva zu trennen, scheiterte nur daran, dass die Anleger eine damit einhergehende Aktienplatzierung in Höhe von 2,1 Milliarden Dollar blockiert hatten.

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