Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.01.2017

11:18 Uhr

Rohstoffe 2017

Barclays warnt vor Überraschungen

Das britische Finanzunternehmen Barclays warnt vor Unruhen in den Rohstoffmärkten. Es gäbe verschiedenste Gefahren von Zahlungsausfällen, Protektionismus bis hin zu Handelskriegen, die den Markt stören könnten.

Das Finanzunternehmen warnt vor zahlreichen Störungen im Rohstoffmarkt, weshalb sich Anleger auf Überraschungen einstellen sollten. dpa

Barclays

Das Finanzunternehmen warnt vor zahlreichen Störungen im Rohstoffmarkt, weshalb sich Anleger auf Überraschungen einstellen sollten.

New YorkBei Rohstoffen sollten Anleger in diesem Jahr ihren Blick für das Unerwartete schärfen. Barclays sieht eine hohe Wahrscheinlichkeit für Störfeuer an den Rohstoffmärkten von Energie bis Metall. Die Liste potenzieller Gefahrenherde reicht von einem Zahlungsausfall in Venezuela über Aufstände in Chile bis hin zu einem Handelskrieg mit China.

„Die neue Politik des Populismus und protektionistische Handelspolitiken bergen das Potenzial, weltweit Angebot und Nachfrage für verschiedene Rohstoffe zu stören“, erklärten Analysten um Michael Cohen und Dane Davis vergangene Woche in einem Bericht. Aufgrund einer „hohen Wahrscheinlichkeit“ für Marktstörungen sind die Risiken ihrer Einschätzung nach im Jahr 2017 aufwärts gerichtet.

Im vergangenen Jahr wiesen Rohstoffe ihren ersten Jahresgewinn seit 2010 auf. Hintergrund war die Erholung an den Energiemärkten und die Reaktion der Anleger auf unerwartete politische Ereignisse wie den Wahlsieg von Donald Trump in den USA und das Votum der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union. Barclays vertritt die Meinung, dass die Märkte auch in diesem Jahr auf irgendeine Weise überrascht werden dürften. Die Analyse der Bank hebt den wichtigsten Punkt hervor: die Politik wird wahrscheinlich einen ebenso große Rolle spielen wie die Wirtschaft.

Steigende Lagerbestände: Preise von Industriemetallen fallen

Steigende Lagerbestände

Preise von Industriemetallen fallen

Nach der Wahl von Donald Trump zum künftigen US-Präsidenten stiegen die Kupferpreise um rund 20 Prozent. Hohe Lagerbestände lassen die Preise jetzt aber fallen. Auch der Eisenerzpreis ging stark zurück.

„Schwarze-Schwan-Ereignisse nehmen verschiedenste Formen an, und die Märkte können jahrelang brauchen oder nur einen Moment, um sie einzupreisen“, schreiben die Analysten mit Blick auf extreme Vorkommnisse oder Vorgänge, die als unwahrscheinlich gelten und daher von Marktteilnehmern nicht berücksichtigt werden. „China, Russland, der Nahe Osten und die Türkei werden den Rohstoffkomplex 2017 wahrscheinlich überraschen.“

Die Bank nennt mehr als ein Dutzend Schwarze-Schwan-Szenarien und teilt diese auf in Gefahren für das Angebot – wie ein Förderausfall in Venezuela nach einer Staatspleite – und für die Nachfrage – wie eine unerwartete Konjunkturabkühlung in China. Barclays verwies auch auf so genannte Transit-Bedrohungen, also Risiken für wichtige Versorgungswege im Rohstoffhandel wie im Südchinesischen Meer.

Die Beziehungen zwischen den USA und dem Iran stehen ganz oben auf der Liste von Barclays. Hier befürchtet die Bank, dass die Rhetorik zwischen den beiden Ländern womöglich eskaliert – zumal Trump den Wunsch geäußert hatte, das jüngste Atomabkommen aufzukündigen. Die 2015 erzielte Vereinbarung, die vom Iran, den USA und fünf weiteren Mächten unterschrieben wurde, führte zu einer Aufhebung wichtiger Wirtschaftssanktionen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×