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11.06.2013

17:00 Uhr

Rohstoffe

Anleger verkaufen auf breiter Front

Die Enttäuschung der Anleger über die japanische Notenbank ist auch am Rohstoffmarkt zu spüren. Investoren trennen sich jetzt von risikoreicheren Anlegen, sagen Händler. Die Rohstoffpreise knicken ein.

Für Öl und andere Rohstoffe geht es bergab. dpa

Für Öl und andere Rohstoffe geht es bergab.

FrankfurtDie Enttäuschung einiger Anleger über die Geldpolitik der Bank of Japan (BoJ) hat am Dienstag auf breiter Front die Preise für Industrie- und Edelmetalle sowie für Öl gedrückt. „Nun heißt es wieder, Hände weg von risikoreichen Anlagen“, sagte ein Händler. Rohstoffe gelten generell als riskanter und geraten unter Druck, wenn die Anleger sich unsicher über die weitere Entwicklung sind.

Die japanische Notenbank hatte entschieden, vorerst auf zusätzliche Schritte zur Beruhigung der Anleihemärkte zu verzichten. Zudem belasteten Spekulationen über ein nur schleppendes Wirtschaftswachstum in China nach den enttäuschenden Export-Zahlen vom Wochenende. Während die Nachfrage bei Öl und Kupfer möglicherweise hinter den Erwartungen bleibe, sei das Angebot in beiden Fällen reichlich, begründeten Analysten die schlechte Stimmung der Rohstoff-Anleger.

Im OPEC-Monatsbericht, der am Dienstag in Wien für Juni veröffentlich wurde, hieß es, die Risiken für die Weltwirtschaft blieben weiter abwärts gerichtet. Die vorhandenen Fundamentaldaten deuteten auf beträchtliche Verfügbarkeit von Öl, hieß es weiter.

Goldnachfrage weltweit (in Tonnen)

2003

Schmuck: 2.484
Barren und Münzen: 304
ETFs: -
Industrie: 386
Zentralbanken: -620
Gesamt: 2.594 Tonnen

2004

Schmuck: 2.616

Barren und Münzen: 355

ETFs: 133

Industrie: 419

Zentralbanken: -479

Gesamt: 3.044

2005

Schmuck: 2.719

Barren und Münzen: 396

ETFs: 208

Industrie: 438

Zentralbanken: -663

Gesamt: 3.098

2006

Schmuck: 2.300

Barren und Münzen: 414

ETFs: 260

Industrie: 468

Zentralbanken: -365

Gesamt: 3.077

2007

Schmuck: 2.423

Barren und Münzen: 435

ETFs: 253

Industrie: 476

Zentralbanken: -484

Gesamt: 3.104

2008

Schmuck: 2.304

Barren und Münzen: 869

ETFs: 321

Industrie: 461

Zentralbanken: -235

Gesamt: 3.720

2009

Schmuck: 1.814

Barren und Münzen: 780

ETFs: 623

Industrie: 410

Zentralbanken: -34

Gesamt: 3.593

2010

Schmuck: 2.017

Barren und Münzen: 1.205

ETFs: 382

Industrie: 466

Zentralbanken: 77

Gesamt: 4.147

2011

Schmuck: 1.972

Barren und Münzen: 1.515

ETFs: 185

Industrie: 453

Zentralbanken: 457

Gesamt: 4.582

2012

Schmuck: 1.908

Barren und Münzen: 1.256

ETFs: 279

Industrie: 428

Zentralbanken: 535

Gesamt: 4.405

2013

Schmuck: 2.671

Barren und Münzen: 1.702

ETFs: - 916

Industrie: 354

Zentralbanken: 625

Gesamt: 4.436

2014

Schmuck: 2.457

Barren und Münzen: 1.004

ETFs: - 183

Industrie: 347

Zentralbanken: 588

Gesamt: 4.212

Q1 2015

Schmuck: 601

Barren und Münzen: 253

ETFs: 26

Industrie: 80,4

Zentralbanken: 119

Gesamt: 1.079
Auf das Jahr hochgerechnet: 4.316

“Wir werden keine weiteren Stimuli aus Japan sehen, die Märkte sind nervös geworden und haben eine Verkaufswelle in Gang gesetzt”, sagte Gene McGillian, Analyst und Broker bei Tradition Energy in Stamford, Connecticut. “Wir haben ein schwaches fundamentales Umfeld mit einer Menge verfügbaren Öls”.

Der Ölpreis der US-Sorte WTI zur Lieferung im Juli kostete zuletzt 94,49 Dollar, ein Abschlag von 1,4 Prozent gegenüber dem Vortag. Öl der Sorte Brent wurde bei 102,18 Dollar gehandelt, 1,8 Prozent niedriger als am Vortag.

Gold notierte bei 1376,46 Dollar je Unze um 0,7 Prozent leichter. Drei-Monats-Kontrakte auf Kupfer an der London Metal Exchange verloren 1,5 Prozent und notierten bei 7055,25 Dollar je Tonne. Auf dem Niveau von 6800 Dollar je Tonne sehen Analysten von RBC Capital Markets erhebliches Kaufinteresse. Eine psychologisch wichtige Marke, die es im Auge zu behalten gelte, liege bei 7000 Dollar je Tonne, hieß es in dem Bericht weiter.

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