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19.03.2011

13:55 Uhr

Rohstoffe

Anleger verzocken sich mit Uran

Das Unglück in Japan zeigt auf den Rohstoffmärkten Wirkung. Mancher Spekulant hat sich verzockt, Anleger machen um Uran einen großen Bogen. Und die Aktien der Minen stehen auf der Verkaufsliste ganz oben.

Endkontrolle von Uran: Die Preise für den Rohstoff fallen. Quelle: ap

Endkontrolle von Uran: Die Preise für den Rohstoff fallen.

FrankfurtNoch vor zwei Wochen erschienen Investitionen in den Uranmarkt als sichere Sache. Wachsender Energiehunger - vor allem in den aufstrebenden Schwellenländern - und weltweit Dutzende Kernkraftwerke im Bau oder in Planung: Alles klare Signale für einen zunehmenden Uran-Bedarf und steigende Kurse. Das Atom-Unglück im japanischen Reaktor Fukushima stellt dieses Szenario allerdings infrage.

„Wir rechnen in einigen Ländern mit Anpassungen der nationalen Energiestrategien in Sachen Kernkraft, wie das deutsche Beispiel zeigt“, sagte Joachim Berlenbach, Gründer und Inhaber der Earth Resource Investment Group. „Dies dürfte die Uranpreise unter Druck setzen.“ Berlenbach hat seine Anlagestrategie für Fonds wie den Earth Exploration Fund UI bereits angepasst: „In unseren Fonds befinden sich keine Uranaktien mehr.“   

Für Privatanleger ist ein Einstieg bei Minenbetreibern der einfachste Weg, an der Entwicklung dieses Rohstoffs teilzuhaben. Investitionen in Uran selbst gestalten sich etwas schwieriger. Dazu ist der Markt zu klein und illiquide. Allerdings bieten zahlreiche Banken entsprechende Zertifikate an.

Uranminen-Betreiber verbuchten seit dem verheerenden Japan-Beben vor einer Woche Kursverluste von bis zu 50 Prozent. Paladin Energy, neben den beiden Bergbau-Giganten Rio Tinto und BHP Billiton weltweit die Nummer drei im Uran-Abbau, büßten beispielsweise rund ein Viertel oder umgerechnet etwa 620 Millionen Euro ihres Börsenwertes ein. Diese drei Minengesellschaften fördern zusammen rund ein Viertel des weltweit geschürften Uranoxids.

Auch die Preise für den radioaktiven Rohstoff sind auf Talfahrt. Im Vergleich zu seinem Zwei-Jahres-Hoch vom Februar hat sich Uranoxid um gut 14 Prozent auf aktuell 60 Dollar je Pfund verbilligt. Im Gegenzug verteuerten sich andere Energieträger wie zum Beispiel Erdgas. Hier zog der Preis binnen einer Woche um knapp acht Prozent an.

In den vergangenen Jahren haben Bergbau-Firmen verstärkt in den Ausbau bestehender und die Erschließung neuer Uran-Minen investiert, weil sie angesichts zahlreicher geplanter AKW-Neubauten - vor allem in China und Indien - auf eine anziehende Nachfrage hofften. Experten rechnen bislang bis 2015 mit einem Anstieg des weltweiten Bedarfs an „Yellowcake“ - dem Ausgangsstoff für Brennelemente - um 20 Prozent.

In Deutschland werden nun sieben ältere Meiler vorübergehend stillgelegt, die Bundesregierung legt zudem die Verlängerung der AKW-Leitzeiten auf Eis. China will in Reaktion auf die Entwicklung in Japan vorerst keine neuen Atomkraftwerke genehmigen. Ursprünglich hatte die Regierung in Peking das Ziel vorgegeben, die Atomstrom-Kapazitäten auf mindestens 80 von derzeit elf Gigawatt auszubauen. Für die USA hat Präsident Barack Obama eine umfassende Überprüfung sämtlicher Nuklearanlagen angekündigt.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

19.03.2011, 15:41 Uhr

Ja wo ist den user Andre mit seinen Kommentaren im Sinne
Uranaktien starte durch...? Er zählt wohl die Verluste...

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