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11.02.2006

09:00 Uhr

Rohstoffe

Anlegerdurst auf Wasser

VonUdo Rettberg

„Die nächsten Kriege werden nicht um Öl, sondern um Wasser geführt.“ Mit solch eindringlichen Warnungen hat der ehemalige Uno-Generalsekretär Butros Butros Ghali auf die Bedeutung des wichtigsten Rohstoffs überhaupt hingewiesen. Da es diesen Urstoff auf der Erde eigentlich im Überfluss gibt, galt Wasser bis vor kurzem als unerschöpfliche natürliche Ressource. Immerhin sind gut 70 Prozent der Erdoberfläche mit Wasser bedeckt.

HB FRANKFURT. Entscheidend bei der Betrachtung des globalen Wassermarktes ist jedoch die Frage der Qualität. Denn von den globalen Reserven sind nur rund 2,5 Prozent als Süßwasser einzustufen. Erschwerend kommt die Tatsache hinzu, dass die für den menschlichen Genuss geeigneten Süßwasser-Reserven vor allem als Eis und Schnee in der Antarktis sowie in Grönland gebunden sind. Kein Wunder also, dass der einmalige Rohstoff Wasser als nicht ersetzbares Lebensmittel große Popularität erlangt.

Inzwischen zeigen sich auch die Akteure an den globalen Finanzmärkten von dieser Thematik fasziniert. In die Anlageform Wasser fließt immer mehr Geld. „Die Märkte haben erkannt, dass es neben der generellen Knappheit auch eine starke Verschmutzung der Oberflächengewässer gibt“, sagt Wolfgang Pflüger, Chefvolkswirt der Berenberg Bank, in einem Handelsblatt-Gespräch.

Auch für den populären Schweizer Hedge-Fonds-Manager Felix Zulauf ist Wasser ein sehr attraktives Anlagethema. „Es wird in den kommenden Jahren immer größere Bedeutung erlangen“, sagte Zulauf dem Handelsblatt. Investmentguru Marc Faber weist in diesem Zusammenhang auf das latente Wasserproblem der boomenden chinesischen Volkswirtschaft hin. Im Reich der Mitte leben rund 21 Prozent der Weltbevölkerung. Andererseits verfügt das riesige Land nur über etwa sieben Prozent der globalen Wasservorkommen.

Die Sicht der Investoren sollte sich auf Unternehmen der Getränkeindustrie mit starker Positionierung im Wassersektor konzentrieren. Darüber hinaus bieten sich nach Meinung von Pflüger Aktien von Unternehmen an, die in der Aufbereitung, Entsalzung und Reinigung von Wasser sowie im Bereich Bewässerungstechnologie tätig sind. „Die Umweltauflagen der Industrieländer dürften immer schärfer werden“, prognostiziert Pflüger in diesem Kontext.

Banken und Börsen haben auf das zunehmende Interesse der Anleger mit der Schaffung neuer Produkte reagiert. In den vergangenen Tagen brachte z.B. die Société Générale ein Open-End-Anlagezertifikat auf den 20 Aktien umfassenden World Water Index (Wowax) an den Markt.

Noch interessanter – weil liquider und transparenter – erscheint der von der International Securities Exchange (ISE) angebotene Optionskontrakt auf den ISE-Water Index, der ebenfalls 20 Aktien von sich mit dem Thema Wasser beschäftigenden global tätigen Unternehmen abbildet.

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