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02.01.2006

14:21 Uhr

Rohstoffe

Der Goldmarkt bleibt nervös

VonW. Drechsler (Regine Palm)

Politische Unsicherheit und Inflationsängste treiben den Goldpreis nach oben.Experten erwarten im kommenden Jahr noch höhere Notierungen.

HB KAPSTADT/ DÜSSELDORF. Die jüngste Entwicklung des Goldpreises gibt Rätsel auf. Anfang Dezember kletterte der Preis auf den höchsten Stand seit 25 Jahren. Vieles deutet darauf hin, dass Spekulanten das Edelmetall entdeckt haben. In der Spitze war Gold gut 540 Dollar je Feinunze (31,10 Gramm) wert. Inzwischen pendelt der Preis um die Marke von 500 Dollar. Solche Preise wurden zuletzt im Dezember 1987 bezahlt. Experten zufolge wird sich an diesem Niveau zunächst nicht viel ändern, ihre Erwartung im Hinblick auf Preissteigerungen hält sich in Grenzen. Adrien Biondi, Edelmetallhändler bei der Commerzbank in Luxemburg, ist für Gold grundsätzlich optimistisch gestimmt. Für das kommende Jahr prognostiziert er eine recht weite Preisspanne von 480 bis 560 Dollar je Feinunze. Zugleich warnt er Anleger aber wegen des bereits deutlichen Preisanstiegs vor allzu großer Euphorie.

„Der Markt bleibt nervös“, sagt Biondi. Die Hauptursache für die Verteuerung des Goldes sieht er in einer politisch bedingten Unsicherheit an den Finanzmärkten insgesamt, vor allem mit Blick auf die USA. „Die ganze US-Außenpolitik hat sehr viel dazu beigetragen“, sagt Biondi. Hinzu komme die Unsicherheit über die wirtschaftliche Entwicklung. Gold sei dadurch wieder interessant geworden.

Einen zusätzlichen Anreiz für ein Engagement in Gold haben die Anleger in der Euro-Zone erhalten. Sie profitieren diesmal nicht nur vom höheren Preis des Edelmetalls, sondern haben dank des festeren Dollars auch stattliche Währungsgewinne verbucht. In Dollar ist der Goldpreis seit Jahresbeginn rund 13 Prozent gestiegen. Auf Euro-Basis hat das Edelmetall über 30 Prozent an Wert gewonnen.

Laut Biondi hängt die Entwicklung des Goldpreises zurzeit indirekt von der Entwicklung des Euros und des Dollars am Devisenmarkt ab. Bisher galt für das Edelmetall: Steigt der Euro, steigt auch der Goldpreis – und umgekehrt. Diese enge Verknüpfung hat sich inzwischen gelockert. „Es ist kein Gesetz mehr“, sagt der Commerzbank-Experte. Zwar folge der Goldpreis großen Bewegungen des Euros nach oben, gebe aber nicht mehr automatisch im Zuge einer Abschwächung der Gemeinschaftswährung nach. Darin zeige sich, dass „der Goldpreis effektiv zugelegt hat“, zuvor hätten sich lediglich die Währungsbewegungen widergespiegelt.

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