Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.01.2011

10:35 Uhr

Rohstoffe

Der Goldpreis fällt weiter

Gute Arbeitsmarktdaten aus den USA stimmen die Anleger optimistisch. Denn wenn es der größten Volkswirtschaft der Welt besser geht, steigt die Nachfrage nach Rohstoffen. Die Preise für Industriemetalle und Öl ziehen an. Umgekehrt lässt das Interesse an Gold etwas nach.



HB FRANKFURT. Der Glanz des Goldes verblasst - zumindest bis zur nächsten Krise. Angesichts besserer Aussichten für die US-Konjunktur haben die Anleger am Donnerstag wenig Interesse an dem als Krisenwährung geltenden Gold gezeigt. Dafür setzten einige Investoren wieder auf Kupfer und Öl - zwei Rohstoffe, die bei einer gut laufenden Wirtschaft besonders stark gebraucht werden. An den Agrarmärkten gaben die Preise wieder etwas nach.

Bei Gold fiel der Preis je Feinunze um 0,4 Prozent auf 1372,40 Dollar. Damit vergrößerte sich der Abstand zu dem Anfang Dezember erreichten Rekordhoch von knapp 1431 Dollar. Am Vortag hatte die private Arbeitsagentur ADP einen überraschend hohen Stellenzuwachs in der US-Privatwirtschaft veröffentlicht. Auch der ISM-Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor war deutlich besser als erwartet ausgefallen. Sollte dieser Trend andauern, schwinde der Grund für die lockere Geldpolitik, erklärte Deutsche-Bank-Analyst Daniel Brebner. "Wenn es höhere Zinsen gibt, fällt ein Unterstützungsfaktor für Gold fort." Allerdings sei es insgesamt sehr unwahrscheinlich, dass in diesem Jahr die Zinsen steigen. Dafür gebe es noch zu viele Risiken.

Börsianer fürchten unter anderem, dass die Schuldenkrise in vielen Ländern der Euro-Zone noch nicht vorbei ist. Zudem haben auch die USA mit hohen Defiziten zu kämpfen. Dies dürfte die Attraktivität von Gold längerfristig sichern, erklärte ein Händler. Zudem stützte das Interesse von nicht spekulativ agierenden Käufern den Goldpreis etwas. Juweliere sahen beispielsweise in den etwas niedrigeren Kursen eine gute Kaufgelegenheit.

Kupfer verteuerte sich um 76,25 auf 9616 Dollar je Tonne. Damit lag der Preis allerdings noch unter dem am Dienstag erreichten Rekord von 9754 Dollar. "Die fundamentalen Faktoren sprechen weiter für Metalle", erklärte ein Händler. Die Aussicht auf eine Konjunkturerholung in der weltgrößten Volkswirtschaft stütze die Nachfrage. Ähnlich war es beim Öl: Der Preis für ein Fass US-Leichtöl der Sorte WTI verharrte mit 90,25 Dollar über der psychologisch wichtigen Marke von 90 Dollar.

Nach den starken Vortagesgewinnen gab der US-Getreide-Future etwas nach. Der Weizen-Kontrakt fiel um 0,7 Prozent. Auch der Mais-Future setzte seinen Höhenflug nicht fort, sondern notierte kaum verändert. Angesichts der Wetterturbulenzen in einigen wichtigen Anbaugebieten hatten die Preise am Mittwoch je gut zwei Prozent zugelegt. Viele Marktteilnehmer fürchten, dass der Weizen in Australien wegen der starken Regenfälle eine schlechtere Qualität als üblich haben könnte. Zugleich sorgt eine Dürre in Argentinien für Befürchtungen über eine schlechte Mais- und Sojabohnen-Ernte.

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

GGG

06.01.2011, 12:16 Uhr

So ein Unsinn. ich glaube persönlich nicht an die plötzliche Wende zum Positiven in den USA. Was heute angeblich hui ist, war bis gestern noch very pfui.
Es ist eher zu vermuten, dass man nach alter Manier, Gold schlecht redet, um die Anleger aus dem Markt zu treiben. Dann kann man wieder billig nachkaufen. Alles Abzocke, oder ?!
im Übrigen ist nach die Nachfrage nach physischer Ware ungebremst hoch. Hier geht es nur um Papiergold.
Fazit: Die USA sind defacto pleite, Der Euroraum wackelt, die Chinesen wollen billiges Gold und bekommen es. Na bravo ! Der Herdentrieb funktioniert immer, weil 90% der Menschen nur mit dem geringsten Teil der biologisch verfügbaren Denkmasse denken. Also mit dem Reptilhirn.
Man sollte nur physische Ware eindecken und nicht hektisch agieren. Die eine oder andere Währungsreform muss 2011 kommen. Das ist doch klar. Wer da, kein Gold hat, verliert alles.

artur özkaplan

06.01.2011, 12:59 Uhr

Swiss Franc gegen andere Währungen 2010. Die Käsewährung ist das Schlusslicht. Nicht alles was Gelb ist, ist Gold.
Der DAX ist %15 gestiegen der SMi hat sich nicht vom Fleck gerührt. So ein Zufall...
1) Mongolei, Tigrit (+3,7%)
2) Japan, Yen (+3,6%)
3) Australien, Dollar (+3%)
4) Malaysien, Ringgit (+1,1%)
5) Südafrika, Rand (+0,8%)
6) Thailand, baht (+0,3%)

Ferner:
Singapur, Dollar (-1,1%)
israel, Shekel (-2,8%)
Schweden, Krone (-3,6%)
Mexiko, Peso (-4,2%)
Kanada, Dollar (-4,7%)
brasilien, Real (-5,2%)
indien, Rupie (-6%)
China, Renminbi (-6,7%)
USA, Dollar (-9,7%)
Norwegen, Krone (-10,1%)
Russland, Rubel (-11,2%)
Grossbritannien, Pfund (-12,8%)
Türkei, Neue Lira (-12,3%)
Ägypten, Pfund (-14,7%)
Euro (-15,6%)

Roemi

07.01.2011, 10:05 Uhr

Vielleicht sollte man auch mal ein paar Stangen Zigaretten auf Vorrat legen? War nach dem 2. Weltkrieg auch eine gängige Währung und rauchen darf man die Glimmstengel ja eh nicht mehr ;-)

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×