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11.12.2012

13:01 Uhr

Rohstoffe

Die Deutschen horten Gold

Die Zeiten für Anleger sind aktuell nicht sicher. Eine Studie belegt: Die Vermögenden in Deutschland reagieren und schaffen sich aktuell große Goldbestände an. Auch Investorenlegenden setzen jetzt auf Gold.

Stapel Goldbarren. dpa

Stapel Goldbarren.

Das auch Investorenlegenden manchmal falsch liegen, beweist George Soros auf eindrucksvolle Weise. Vor zwei Jahren warnte der Mann, der den einst das britische Pfund in Bedrängnis brachte noch vor einer "ultimativen Spekulationsblase" bei Gold. Seitdem stieg der Preis je Unze um 500 Dollar auf aktuell mehr als 1.700 Dollar. Soros hat seine Meinung geändert und hortet in seinen Fonds Bestände im Höhe eines dreistelligem Millionen-Dollar-Betrages.

Noch offensiver bekennt sich der weltbekannte Hedge-Fondsmanager John Paulson zu Gold. Der Mann, der mit seiner Wette gegen den US-Hypothekenmarkt berühmt wurde, legt in seinem Fonds "Paulson & Co schon fast ein Drittel des Geldes in Gold an. In Summa ist Paulson mit 3,7 Milliarden Dollar dabei. "Wenn die Inflation offensichtlich wird, hat sich der Goldpreis möglicherweise schon bewegt", erklärt Paulson. "Das heißt, jetzt ist die Zeit, eine Position aufzubauen".

Sechs Fakten über die Rohstoffmärkte

Viel Verbrauch...

Die Weltbevölkerung wächst und wächst. Prognosen gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2100 mehr als zehn Milliarden Menschen auf der Erde leben werden.

...und wenig Angebot

Rohstoffe wie Öl und Gold sind nicht endlos, dementsprechend teuer werden sie, wenn das Angebot sich verknappt.

13 Prozent

beträgt aktuell Chinas Anteil an der Weltwirtschaft. Die rohstoffhungrige Volksrepublik ist auf dem besten Wege die größte Handelsnation der Welt zu werden.

40 Prozent

der weltweiten Kupfer-, Zink- und Aluminiumproduktion verbrauchen die Chinesen.

30 Prozent mehr

als vor drei Jahren kosten nach Angaben des Food Price Index der Uno unsere Nahrungsmittel weltweit im Durchschnitt.

465 Prozent Gesamtrendite

konnten Anleger mit Aktien auf Goldminen seit 2002 einfahren.

Diese Sätze haben sich vermögende Privatanleger hierzulande zu Herzen genommen. In den nächsten drei Jahren möchten 24 Prozent der Vermögenden mit einem Netto-Einkommen über 4.000 Euro monatlich Gold "sicher" kaufen. Bei niedrigeren Einkommen lässt das Interesse nach. Nur knapp sechs Prozent der Gering- oder Mittelverdiener möchten Gold kaufen. Diese Zahlen stammen aus einer Studie der Steinbeis-Hochschule, durchgeführt im Auftrag des Edelmetallproduzenten Heraeus. Die Uni befragte im dritten Quartal 2.000 Privatpersonen.

Demnach besitzen die deutschen Privathaushalte 393 Milliarden Euro an Gold. Nur rund die Hälfte der Goldbesitzer deponiert sein Metall bei einer Bank oder bei einem spezialisierten Anbieter. Jeder Zweite bunkert sein Gold zu Hause.

Kommentare (16)

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bernardo

11.12.2012, 12:59 Uhr

Das Gold im Besitz des deutschen Staates: 3396 t. Das ist doch bestenfalls eine Lachnummer. Das Gold ist weg !!!!
Da gilt doch dasselbe wie für private Goldanleger. Nur was ich als physisches Gold zu Hause habe, ist echtes, werthaltiges Gold. Alles andere ist ein leeres Versprechen, nichts wert.
Die Franzosen, sprich De Gaulle, waren wohl klüger als die Deutschen.
Warum wohl wagt seit Jahrzehnten kein deutscher Politiker, dieses heisse Eisen anzupacken und das deutsche Gold "heim in's Reich" zu holen. Na, Herr Steinbrück, wie wär's. Mit sowas lässt sich punkten, oder täusche ich mich da?

RBern

11.12.2012, 13:27 Uhr

Sollten die Deutschen Bürger klüger sein als die Bundesbank mit ihren 3400 Tonnen, an 3 Plätzen verteilt? Ab 2013 werden dann jährlich 50 Tonnen Gold aus den USA geprüft. (In Augenschein genommen, ob es sich tatsächlich um Gold handelt).

Fassmann

11.12.2012, 13:34 Uhr

Da fragt man wie riskant Gold ist und ist so inkompetent die Frage nach dem Risiko des ungedeckten Papiergeldes zu stellen. Gold am Wert des Paiergeldes zu messen ist allenfalls Spekulanten und Zitterern eigen, der Wert des Goldes bleibt immer relativ gleich, fuer eine UnzeGold bekommt man schon seit 4000 Jahren den gleichen gegenwert in Brot etc. Bei einem Wirtschaftschrash geht alles gegen den Materialwert, wie der sich bei Papier und Metall verteilt ist leicht zu ermitteln.
Nur wer wie ein Schaf ins System vertraut laesst sich mit papier beluegen, Goldbugs haben dieses Vertrauen laengst verloren und ich behaupte, gemessen an mir, werden es auch nie wieder erlangen, selbst wenn wir die Mark wieder kriegen.
Es bleibt also nur eine Entscheidung zu treffen, spaetestens wenn die Waehrungen chraschen, und das ist eine Frage der Mathematik, nicht des hoffens und wuenschens der Politclowns, stehen die Goldskeptiker mit wertlosen Zettelchen da und graemen sich nicht doch vorher etwas unternommen zu haben, aber dann ist es wie so oft einfach zu spaet. Es gilt also eine Entscheidung zu treffen und sich nicht von Pseudoberatern den Kopf vollmachen zu lassen.

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