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14.01.2016

10:34 Uhr

Rohstoffe

Dieselpreis fällt unter einen Euro

Die niedrigen Ölpreise sind an deutschen Tankstellen angekommen. Der Dieselpreis rutschte am Donnerstag im Bundesschnitt unter ein Euro – erstmal seit sechs Jahren.

Die Spritpreise schwanken abhängig von der Region, der Tageszeit und dem Wochentag. dpa

Niedrige Kraftstoffpreise

Die Spritpreise schwanken abhängig von der Region, der Tageszeit und dem Wochentag.

DüsseldorfDer Preis für Diesel markierte am heutigen Donnerstag ein neues Tief: Erstmals seit sechs Jahren auch im bundesweiten Durchschnitt wieder unter die 1-Euro-Marke gefallen. Wie der ADAC am Donnerstag in München mitteilte, kostete der Liter am Mittwoch im Tagesmittel 99,8 Cent. Billiger war Diesel im Durchschnitt mit 99,6 Cent zuletzt am 23. März 2009. Der Liter Super E10 kostete demnach am Mittwoch im Bundesschnitt 1,236 Euro.

Die Chronik des Ölpreisverfalls

Der Verfall

Ein weltweites Überangebot bei schwächelnder Nachfrage setzt dem Ölpreis immer stärker zu. Noch im Juni 2014 kostete ein Barrel (Fass zu je 159 Liter) Nordseeöl der Sorte Brent 115,7 Dollar. Derzeit kostet ein Fass Öl aus der Nordsee weniger als 33 Dollar.

Die Gründe

Ein Grund für das Überangebot ist der Schieferölboom in den USA. Ein anderer ist die Förderpolitik der Opec, die anders als in früheren Jahren den Preis nicht durch die Senkung von Fördermengen stützen will oder kann. Stattdessen kämpfen die Kartellmitglieder mit Rabatten um ihre Marktanteile. Diese Preis-Meilensteine durchschritt die Ölsorte Brent seit Anfang 2015:

7. Januar 2015

Der Brent-Preis fällt zum ersten Mal seit Mai 2009 unter 50 Dollar je Fass.

13. Januar 2015

Mit 45,19 Dollar erreicht Brent den niedrigsten Stand seit März 2009.

3. Februar 2015

Spekulationen auf einen deutlichen Rückgang des Überangebots treiben den Preis für Brent wieder über 55 Dollar.

6. Mai 2015

Export-Ausfälle in Libyen schüren Spekulationen auf einen Versorgungsengpass: Der Ölpreis steigt bis auf 69,63 Dollar.

3. August 2015

Erstmals seit Januar rutscht Brent wieder unter die 50-Dollar-Marke. Auslöser ist ein Rekordanstieg der Ölproduktion der Opec-Länder im Juli.

24. August 2015

Aus Sorgen vor einer deutlichen Abkühlung der chinesischen Wirtschaft machen Anleger einen großen Bogen um Öl. Brent verbilligt sich um bis zu 6,5 Prozent auf 42,51 Dollar. Damit kostet das Nordsee-Öl so wenig wie zuletzt im März 2009.

8. Dezember 2015

Nachdem die Opec ihre Förderpolitik bestätigt hat und in der Abschlusserklärung nicht einmal mehr eine Zahl für die Obergrenze der Produktion auftaucht, gehen die Notierungen erneut in die Knie: Brent fällt auf bis zu 39,81 Dollar und ist damit so billig wie zuletzt im Februar 2009.

21. Dezember 2015

Brent kostet mit rund 36 Dollar so wenig wie zuletzt im Juli 2004.

4. Januar 2016

Nach der Hinrichtung eines schiitischen Geistlichen im sunnitischen Saudi-Arabien eskaliert der seit langem schwelende Konflikt zwischen dem Iran und dem Königreich. Dies macht eine gemeinsame Linie der beiden Opec-Mitglieder in der Ölpolitik unwahrscheinlich. Die Preise nehmen ihre Talfahrt wieder auf.

7. Januar 2016

Brent stürzt um sechs Prozent auf 32,16 Dollar ab und notiert damit so niedrig wie zuletzt im April 2004. Damals hatte der Preis zuletzt die 30-Dollar-Marke unterschritten.

Da die Spritpreise aber abhängig von der Region, der Tageszeit und dem Wochentag teils stark schwanken, weichen an vielen Tankstellen die Preise von den Durchschnittswerten ab, mit denen sich aber langfristige Entwicklungen besser abbilden lassen.

Am Donnerstag lag der Dieselpreis an einzelnen Tankstellen, etwa in Köln, mit 87,9 Cent mehr als 11 Cent unter dem Tagesschnitt vom Vortag, wie aus den Daten der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe des Bundeskartellamts hervorgeht. Deutlich teurer ist es an manchen Autobahntankstellen. Hier kostete der Liter Diesel um die 1,18 Euro.

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Minus 20 Prozent seit Jahresbeginn, jetzt nicht mehr nur in den USA sogar unter 30 Dollar je Fass – der Crash bei den Ölpreisen ist erstaunlich wie andauernd. Während die Produzenten leiden, freuen sich die Verbraucher.

Unterdessen machte der Ölpreis machte wieder etwas Boden gut: Die Texas-Sorte WTI kostete mit 30,81 Dollar je Fass ein Prozent mehr, Brent wurde mit 30,41 Dollar je Barrel 0,3 Prozent höher gehandelt. Zeitweise hatte die Aussicht auf ein anhaltendes Überangebot den Brentpreis auf ein Zwölf-Jahres-Tief von 29,73 Dollar gedrückt. Auslöser war der Wochenbericht des US-Energieministeriums vom Mittwoch, der weiter hohe Öl-Lagerbestände in den USA zeigte und damit die Ölpreise wieder unter Druck setzte.

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