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13.03.2017

14:13 Uhr

Rohstoffe

Dollar und Bergarbeiter-Streik treiben Kupferpreis hoch

Der Preis für das Industriemetall Kupfer ist durch Spekulationen um ein knappes Angebot und durch einen schwachen Dollar angestiegen. Ein Streik in der weltgrößten Kupfermine in Chile dauert an.

In der weltgrößten Kupfermine Escondida in Chile streiken die Arbeiter für eine bessere Bezahlung und blockieren eine Straße zur Mine. AFP; Files; Francois Guillot

Streik

In der weltgrößten Kupfermine Escondida in Chile streiken die Arbeiter für eine bessere Bezahlung und blockieren eine Straße zur Mine.

FrankfurtDer schwächelnde Dollar und Spekulationen auf einen Angebotsengpass haben Kupfer am Montag verteuert. Der Preis für eine Tonne des wichtigen Industriemetalls stieg um bis zu 1,6 Prozent auf 5824 Dollar. Der Dollar-Index , der den Kurs zu wichtigen Währungen wie Euro oder Yen widerspiegelt, verlor in den vergangenen Tagen rund ein Prozent.

Dadurch wird Kupfer für Investoren außerhalb der USA attraktiver. Gleichzeitig dauert ein Streik in der weltgrößten Kupfermine Escondida in Chile an. Dort ruht seit etwa einem Monat die Arbeit.

In Rohstoffe investieren: Grundlagen

Natürliche Ressourcen

Rohstoffe sind natürliche Ressourcen. Sie kommen in der Natur vor und wachsen teilweise nach. Beispiele sind Öl, Kohle, Stahl, Gold, Getreide oder Fleisch. Darüber hinaus gibt es neuerdings auch Rohstoffe, die künstlich hergestellt werden. Ein Beispiel ist Plastik.

Marktdaten verfolgen

Reales Angebot und Nachfrage sind die Basis der Rohstoffpreise. Infos zu Lagerbeständen und Bedarf von Industriemetallen kann man direkt beim Londoner Metal Exchange (www.lme.com) verfolgen. Hilfreich für Agrarrohstoffe ist der Wasde-Bericht (World Agricultural Supply and Demand Estimates; www.usda.gov).

Wetterbericht im Auge behalten

Sinkt die Temperatur in Florida – einem der wichtigsten Orangenanbauer der Welt – unter zwei Grad minus, steigt der Preis für Orangensaft. Frost, Dürre, Überschwemmungen – was die Ernte beeinträchtigt, lässt Agrarrohstoffe haussieren. Rohstoffbörsen wie die CME (www.cme.com) bieten detaillierte Wetterprognosen sowie eine Übersicht zu Rohstoffpreisen.

Psychologie zählt

Ölpreis und Metalle ziehen mit der Konjunktur. Bei Problemen in großen Förderländern steigen die Preise in der Regel auch bei flauer Wirtschaft. Bei Gold sind Angstkäufe der wichtigste Preistreiber.

Exoten meiden

Rohstoffmärkte gelten als enge Märkte. Das heißt: Bei Erzeugnissen mit geringem Umsatzvolumen drohen heftige Kursausschläge. Emittenten wälzen das über Kauf-Verkaufs-Spannen auf Anleger ab. Wer sicher anlegen möchte, sollte deshalb lieber auf führende Rohstoffe setzen: Kupfer statt Zink, Baumwolle statt Bauholz.

Kurve beachten

Sind langlaufende Kontrakte teurer als kurze, steigt die Terminkurve (Contango), Zertifikate verlieren an Wert. Sinkt die Terminkurve (Backwardation), gibt es einen Extragewinn.

Banken checken

Rohstoffzertifikate sind Schuldverschreibungen. Geht die ausgebende Bank pleite, ist das Geld futsch. Vor dem Kauf Emittenten checken, etwa deren Kreditausfallprämien. In Deutschland geht das etwa über den Derivateverband (www.derivateverband.de).

Einsatz begrenzen

Einzelne Rohstoffe können sehr volatil sein. Rohstoffe sollten nicht mehr als zehn Prozent eines Depots ausmachen. Neben einzelnen Futures lässt sich auch in passive Portfolios investieren, etwa den S&P GSCI (die Abkürzung steht für Standard & Poors Goldman Sachs Commodity Index) oder den RICI (Rogers International Commodity Index).

Die Gewerkschaft lehnte am Wochenende ein Angebot des Minenbetreibers BHP Billiton zur Wiederaufnahme der Tarifgespräche ab. Escondida liefert rund eine Million Tonnen Kupfer pro Jahr. Das entspricht fünf Prozent des weltweiten Angebots. BHP-Aktien legten wegen der anziehenden Metallpreise in London dennoch 2,5 Prozent zu. Die Konkurrenten Anglo American , Antofagasta , Fresnillo , Glencore und Rio Tinto gewannen bis zu 4,1 Prozent.

Von

rtr

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