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05.05.2014

09:29 Uhr

Rohstoffe

Dürre lässt Palmöl-Preise steigen

Die schlimmste Dürre seit 17 Jahren gefährdet das Angebot an Palmöl aus Indonesien und Malaysia. Die Palmöl-Futures steigen auf Rekordhöhe. Gleichzeitig steigt die Nachfrage.

Eine aufgeschnittene Palmölfrucht: Palmöl ist das ergiebigste Pflanzenöl der Welt. dpa

Eine aufgeschnittene Palmölfrucht: Palmöl ist das ergiebigste Pflanzenöl der Welt.

New YorkDie schlimmste Dürre seit 17 Jahren gefährdet das Angebot an Palmöl aus Indonesien und Malaysia, den beiden größten Erzeugerländern der Welt. Prognostikern zufolge könnte das Wetterphänomen El Niño in diesem Jahr sogar noch mehr Schaden anrichten. Das treibt die Palmöl-Futures nach oben.

„Der Schaden ist bereits angerichtet“, erklärt Ben Santoso, Analyst von DBS Vickers Securities Pte. in Singapur, der die Branche seit 17 Jahren beobachtet. „Selbst wenn sich der Niederschlag wieder normalisieren sollte, ist es wahrscheinlich zu spät. Die Produktion während der Haupterntezeit wird infolge der Dürre im Januar und Februar nicht so hoch ausfallen wie in den Vorjahren - und das vor El Niño“, fügt Santoso an.

Indonesien und Malaysia verzeichneten in den ersten beiden Monaten des Jahres in manchen Anbaugebieten weniger als 50 Millimeter Regen - das war die trockenste Phase seit 1997. Studien zufolge können weniger als 100 Millimeter Regen in zwei aufeinanderfolgenden Monaten die Ernten in den nächsten drei Jahren um fünf Prozent schmälern.

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Der Palmöl-Anteil in Biodiesel hat sich seit 2011 laut einer Studie verdreifacht. Greenpeace warnt vor dramatischen Umweltschäden. In Indonesien würden für den Ölpalmen-Anbau große Flächen Regenwald vernichtet.

Dürren belasten die Ölpalme, deren Früchte gepresst werden, um Palmöl zu gewinnen. Dieses Pflanzenfett wird beispielsweise in Süßwaren, Lebensmitteln und anderen Konsumgütern verwendet. Zu der Trockenphase Anfang des Jahres kommt nun noch hinzu, dass Meteorologen das Klimaphänomen El Niño bereits ab Juli prognostizieren, was Plantagen von Thailand bis Australien austrocknen könnte.

Die Aussicht auf eine niedrigere Ernte und die Erwartung einer steigenden Nachfrage hat die Palmöl-Futures im März auf ein 18-Monatshoch klettern lassen. Die Preise könnten bis zu 33 Prozent auf 3.500 Ringgit (rund 773 Euro) je Tonne anziehen, wenn es Hinweise auf eine anhaltende Trockenheit geben sollte, sagt Dorab Mistry, Direktor von Godrej International Ltd.

„Selbst vor Beginn von El Niño werden wir eine niedrigere Produktion sehen als erwartet“, meint Analyst Alvin Tai von RHB Investment Bank Bhd. in Kuala Lumpur, der die Branche seit zehn Jahren beobachtet. Seiner Einschätzung nach dürften die Preise über 3000 Ringgit steigen, gegenüber zuletzt etwa 2636 Ringgit.

Kommentare (1)

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08.05.2014, 15:03 Uhr

In Indonesien und Malaysia wird die Dürre grosse Folgen auf die Palmölproduktion haben. Hinter diese Produktion stehen Leute, die dank Palmöl ihr Leben verdienen. Sie werden bestimmt am meisten die Konsequenzen dieser Dürre fühlen, mehr als die Produzenten, die ein bisschen teuerer für Palmöl bezahlen werden.

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