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29.08.2013

09:11 Uhr

Rohstoffe

Gewinnmitnahmen drücken Goldpreis

Der Syrien-Konflikt hält auch die Goldhändler in Atem. Nachdem der Preis gestern auf den höchsten Stand seit Mitte Mai gestiegen war, haben Gewinnmitnahmen heute dazu geführt, dass sich das Edelmetall etwas verbilligte.

Ein Militärschlag in Syrien könnte Gold bis auf 1450 Dollar je Feinunze steigen lassen, schätzen Experte. dpa

Ein Militärschlag in Syrien könnte Gold bis auf 1450 Dollar je Feinunze steigen lassen, schätzen Experte.

FrankfurtGold hat am Donnerstag etwas an Attraktivität verloren. Nach der jüngsten Preisrally verbilligte sich das Edelmetall um 0,8 Prozent auf 1406,51 Dollar je Feinunze. Wegen der drohenden Eskalation des Syrien-Konflikts war Gold am Mittwoch mit 1433,31 Dollar auf den höchsten Stand seit Mitte Mai gestiegen. US-Präsident Barack Obama hatte am Abend jedoch erklärt, dass er noch keine Entscheidung über einen Angriff auf Syrien getroffen habe.

Die größten Goldnachfrager

Welche Region sind die größten Nachfrager?

Zwischen 1980 und 2010 hat sich die weltweite Gold-Nachfrage von Europa und Nordamerika nach Ostasien und Indien verschoben. 1980 kam aus Nordamerika und Europa noch 68 Prozent der Nachfrage, 2010 waren es noch 27 Prozent. Die Ostasiaten und Inder steigerten sich dagegen von 14 auf 58 Prozent.

Was wird nachgefragt?

Der Großteil der Nachfrage lag 1980 noch im Investmentbereich, Goldschmuck spielte damals eine geringere Rolle. Bis zum Jahr 2000 machten Investments einen immer geringeren Teil der Nachfrage aus, die Bedeutung von Schmuck dagegen stieg. Nach 2000 wandelte sich das Verhältnis wieder. Seitdem machen Investitionen knapp 40 Prozent der Gesamtnachfrage aus.

Wer kauft Goldschmuck?

Die West-Ost-Verlagerung zwischen 1980 und 2010 zeigt sich besonders stark beim Goldschmuck. 1980 kamen lediglich 22 Prozent der Nachfrager aus Indien und Asien, 2010 waren es 66 Prozent.

Wer sind die Gold-Investoren?

Zwischen 2000 und 2010 ist der Anteil der Europäer und Nordamerikaner unter den Investment-Nachfragern von unter zehn auf über 40 Prozent angestiegen.

Woher kommen die Technologie-Nachfrager?

Die Goldnachfrage in der Technologie-Branche wird zunehmend von Ostasien getragen. Sie stieg zwischen 1970 und 2010 von 17 auf 67 Prozent.

„Einige Anleger nehmen nun erst einmal ihre Gewinne mit,“ sagte Yuichi Ikemizu von der Standard Bank in Tokio. „Sollte es aber tatsächlich zu einem Militärschlag kommen, könnte Gold bis auf 1440 bis 1450 Dollar je Feinunze steigen.“ Allerdings sollte sich der Preisauftrieb in Grenzen halten, da ein militärischer Eingriff der USA wohl eher kurz ausfallen dürfte, ergänzte der Experte.

Von

rtr

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