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29.08.2013

19:53 Uhr

Rohstoffe

Indien will Bürgern Gold abkaufen

Die Rupie schwächelt und ein Ende des Kursrutsches scheint nicht in Sicht. Nach einem Import-Verbot für Goldmünzen will die Regierung deshalb offenbar Goldschmuck ankaufen und auch vor Tempelschätzen nicht haltmachen.

Eine Halskette bei einem Goldschmied in Gauhati: Indiens Regierung will angeblich Goldschmuck ankaufen. ap

Eine Halskette bei einem Goldschmied in Gauhati: Indiens Regierung will angeblich Goldschmuck ankaufen.

MumbaiAufgeschreckt durch den rasanten Verfall der Landeswährung liebäugelt Indien Insiderinformationen zufolge mit einem radikalen Ausweg aus der Rupie-Krise: Die Zentralbank könnte indische Geldinstitute anweisen, die Bürger mit attraktiven Preisen zum Verkauf ihrer Goldbarren sowie ihres Schmucks und ihrer Münzen aus dem begehrten Edelmetall zu bewegen, sagte eine mit den Überlegungen vertraute Person am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Ziel sei, das Gold einzuschmelzen und so die kostspieligen Importe zu reduzieren. Kein Land auf der Welt hat einen höheren Bedarf an Gold als Indien, wo es gern bei religiösen Festen verschenkt wird und einen wesentlichen Teil der Mitgift von Bräuten ausmacht.

So hat Indien im vergangenen Jahr 860 Tonnen Gold importiert, was zu großen Teilen zu dem Außenhandelsdefizit von fast 90 Milliarden Dollar beigetragen hat – dem drittgrößten weltweit. Dies wiederum spielt eine wesentliche Rolle beim Absturz der Rupie, der sich in den vergangenen Wochen immer mehr beschleunigt hatte. Vor diesem Hintergrund verbot die Regierung in Neu-Delhi unter anderem bereits den Import von Goldmünzen. Die Inder sitzen auf 31.000 Tonnen Gold, so dass der Rückkauf nur eines Bruchteils davon den jährlichen Bedarf decken könnte.

Das Pilotprojekt werde in Kürze starten, sagte der Insider weiter. Um die Bevölkerung zum Verkauf ihres Goldes zu bewegen, müssten die Banken höhere Preise zahlen als Pfandhäuser und Juweliere. Mit attraktiven Konditionen könnten auch viele der Goldschätze gehoben werden, die in den Tempeln des Landes gehortet werden. Doch schon im Vorfeld der Initiative melden sich auch Kritiker – zum Teil in den Reihen der Regierung – zu Wort: Einige sagen, ein solches Programm müsse strukturierter konzipiert sein. Zudem halte die Zentralbank selbst Reserven des Edelmetalls von mehr als 557 Tonnen.

Doch diesen Schatz anzutasten, dürfte bei vielen Indern schlecht ankommen. Bei ihnen sitzt die Schmach von 1991 noch tief: Damals war das Land wegen zu geringer Devisenreserven dazu gezwungen, seine Goldbestände zu verpfänden, um Importe finanzieren zu können.

Von

rtr

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

29.08.2013, 21:13 Uhr

Also wenn die Inder 31.000 Tonnen Gold ihr Eigen nennen, dann sind das ja knapp 18% des gesamten bisher geförderten Vorkommens auf unserem Planeten. Mehr haben alle Zentralbanken zusammen auch nicht. RESPEKT die wissen offenbar was gut ist

Gaffel

29.08.2013, 21:58 Uhr

Am Beispiel Indien sieht man doch, wohin die Reise geht:
Die Papierwährung ist ungedeckt, der Aussenwert der Rupie sinkt, es sind mehr strukturelle Schwächen als Stärken in Indiens Wirtschaft und Gesellschaft zu sehen.

... Erinnert das nicht an einen anderen Gesellschafts- und Wirtschaftsraum ?
- RICHTIG -

Der Euroraum ist gemeint !

Hier wird es zwar nicht so schnell zu ähnlichen Maßnahmen wie in indien kommen, jedoch sind ähnliche Tendenzen unverkennbar.
Unmöglich ? - Keineswegs, denn selbst in den USA war privater Goldbesitz über Jahrzehnte hinweg verboten.
Wer jetzt noch auf den Euro oder eine andere Fiat-Währungen setzt, deren innerer Wert von den Notenbanken ständig weiter ausgehöhlt wird, muß schon ziemlich naiv sein (- oder von Volkswirtschaft und Geldkreisläufen keine Ahnung haben).
Wacht doch endlich auf, Leute und erteilt unseren Volksvermögens-Vernichtern an der Wahlurne endlich mal eine schallende Ohrfeige !!!

MartinH

29.08.2013, 22:17 Uhr

Keine Ahnung ob die nicht rechnen können.
Aber wenn Indien letztes Jahr wirklich nur 860t Gold Importiert haben. Das sind gerade mal 5 Mrd. Dollar bei einen Kurs von 1900 Dolla die unze.
Woher kommen die restlichen 85 Mrd. Defizit?!
Hier sucht man wohl ehr von der Indischen Regierung einen Sündenbocken den man "leichter" regulieren kann.

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