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22.01.2013

11:00 Uhr

Rohstoffe

„Japan könnte den Goldpreis über 1.700 Dollar treiben“

Die Bank of Japan wird ihre Anleihekäufe ausweiten. Die Mitteilung lässt den Öl- und Goldpreis steigen. Analysten sehen in der Aktion der Bank mittelfristige Impulse für Goldpreis und die Konjunktur.

Eine Mitarbeiterin entnimmt einen Goldbarren. Der Goldpreis könnte wegen Japans Geldschwämme über 1.700 Dollar steigen. dpa

Eine Mitarbeiterin entnimmt einen Goldbarren. Der Goldpreis könnte wegen Japans Geldschwämme über 1.700 Dollar steigen.

Der Ölpreis hat am Dienstagmorgen mit leichten Gewinnen notiert. Der Februar-Kontrakt auf die US- Sorte WTI, der heute ausläuft, kostete zuletzt 95,59 Dollar und damit geringfügig mehr als am Vortag. Der März-Kontrakt war bei 96,09 Dollar je Barrel ebenfalls geringfügig im Plus. Öl der Sorte Brent wurde mit 112,00 Dollar gehandelt und war damit 0,3 Prozent höher.

Die Bank of Japan hatte mitgeteilt, ihre Anleihekäufe auszuweiten, um die dritte Rezession der heimischen Wirtschaft innerhalb von fünf Jahren zu beenden. Ab Januar 2014 sollen dazu unbegrenzte Käufe erfolgen. Japan hat den drittgrößten Rohölverbrauch weltweit.

Was Sie über Gold wissen sollten

Was ist Gold?

Gold ist ein seltenes Metall mit einem Schmelzpunkt von 1064 Grad Celsius. Der Siedepunkt liegt bei 2856 Grad. Die chemische Abkürzung für Gold ist „Au“ und stammt vom lateinischen Wort „Aurum“ ab. Es hat mehrere Eigenschaften, die es für die Menschheit über die Jahre nützlich gemacht hat. Gold leitet extrem gut. Außerdem reagiert es nicht mit Wasser oder Sauerstoff.

Wie viel Gold wurde in der Geschichte gefördert?

Nach Schätzungen wurden in der gesamten Menschheitsgeschichte bis heute um die 166.600 Tonnen Gold aus Minen geholt. Ein Großteil davon – etwa zwei Drittel – seit 1950.

Wie viel Gold gibt es noch auf der Erde?

Die letzten Zahlen der US Geological Society gingen im Januar 2011 von weltweit 51.000 Tonnen aus.

Wie viel Gold wird pro Jahr abgebaut?

In den vergangenen Jahren waren es etwa 2.500 Tonnen pro Jahr.

Wo wird weltweit am meisten Gold abgebaut?

Überall auf der Welt wird Gold gewonnen. Aber beinahe ein Drittel des Goldes wird in nur drei Ländern abgebaut. An der Spitze liegt China mit 13,1 Prozent, darauf folgen die USA und Australien mit jeweils 9,1 Prozent.

Was passiert mit dem Gold?

29 Prozent des abgebauten Goldes kommt im Investmentbereich zum Einsatz, also in Form von Münzen und Barren. Aus 59 Prozent wird Schmuck gemacht. 12 Prozent wird von der Industrie verarbeitet.

Wo sind die größten Absatzmärkte für Gold?

Mit 1059 Tonnen ist Indien der mit Abstand größte Absatzmarkt für physisches Gold (Münzen, Barren, Schmuck). Dahinter liegt China mit 770 Tonnen. Im Vergleich dazu abgeschlagen sind die USA mit 213 Tonnen und Deutschland mit 154 Tonnen.

Quelle: World Gold Council

Wer sind die größten Goldbesitzer?

Größte Goldbesitzer sind die Notenbanken. Die Vereinigten Staaten sitzen auf rund 8.100 Tonnen, gefolgt von Deutschland mit 3.400 Tonnen und dem Internationalen Währungsfonds mit 2.800 Tonnen. Die Notenbanken waren über Jahre Netto-Verkäufer. Seit dem vergangenen Jahr sind sie jedoch wieder Netto-Käufer. Das Interesse kommt vor allem aus den Schwellenländern.

Die Maßnahmen der japanischen Zentralbank sind nach Ansicht von Ric Spooner, einem Analysten von CMC in Sydney, “ein kurz- bis mittelfristig günstiger Impuls für das weltweite Wirtschaftswachstum und Rohstoffe.” Auch die Lage der Eurozone wertet der Analyst als verbessert: “Es herrscht die Ansicht vor, dass die unmittelbaren Risiken, mit denen wir uns Mitte vergangenen Jahres konfrontiert gesehen haben, durch die finanzielle Unterstützung Griechenlands beseitigt worden sind.”

Die Goldreserven der Staaten

USA

Goldschatz: 8.133,5 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 75,7 Prozent

Stand: Januar 2014

Deutschland

Goldschatz: 3.387,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 72,8 Prozent

Internationaler Währungsfonds (IWF)

Goldschatz: 2.814 Tonnen

Italien

Goldschatz: 2.451,8 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 72,1 Prozent

Frankreich

Goldschatz: 2.435,4 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 70,5 Prozent

China

Goldschatz: 1.054,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 1,7 Prozent

Schweiz

Goldschatz: 1.040,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 10,6 Prozent

Russland

Goldschatz: 1.015,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 9,5 Prozent

Japan

Goldschatz: 765,2 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 3,2 Prozent

Niederlande

Goldschatz: 612,5 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 59,7 Prozent

Indien

Goldschatz: 557,7 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 9,9 Prozent

Türkei

Goldschatz: 506,3 Tonnen

Europäische Zentralbank (EZB)

Goldschatz: 502,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 32,9 Prozent

Edelmetalle verbuchten ebenfalls leichte Gewinne. Gold notierte bei 1.693,88 Dollar je Unze um 0,2 Prozent fester. Die Notierungen für Silber rückten um 0,2 Prozent auf 32,07 Dollar je Unze vor. “Der Schritt der japanischen Notenbank könnte für Gold den notwendigen Impuls liefern, um über 1700 Dollar zu steigen”, sagte Tao Jinfeng, Analyst bei Guotai Junan Futures Co.

Auch andere Metalle waren gefragt. Drei-Monats-Kontrakte auf Kupfer an der London Metal Exchange legten um 0,8 Prozent auf 8122 Dollar je Tonne zu.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

22.01.2013, 12:23 Uhr

Kräht der Gockel auf dem Mist -

steigt das Gold ? Fällt das Gold ?

Oder es bleibt, wie es ist !!

(Alte Schürferregel)

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