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11.06.2014

11:46 Uhr

Rohstoffe

Kämpfe im Irak lassen Ölpreise steigen

Die Rohölpreise steigen derzeit in die Höhe – Grund dafür sind die anhaltenden Kämpfe im Irak. Zusätzich fällt Lybien wegen Unruhen derzeit als Lieferant aus.

Eine Ölplattform: Die Kämpfe in Nahen Osten lassen die Ölpreise derzeit Achterbahn fahren. dpa

Eine Ölplattform: Die Kämpfe in Nahen Osten lassen die Ölpreise derzeit Achterbahn fahren.

SingapurDie Furcht vor einem Versorgungsengpass hat den Preis für Rohöl am Mittwoch in die Höhe getrieben. Auslöser war Analysten zufolge die Eroberung der zweitgrößten irakischen Stadt Mossul durch islamistische Kämpfer und deren Vormarsch auf die wichtige Öl-Raffinerie Baidschi

Die richtungsweisende Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich um 0,5 Prozent auf 110,10 Dollar je Barrel. Das US-Öl WTI kostete mit 104,67 Dollar 0,3 Prozent mehr als am Vortag.

Deutschlands Ölreserven

Wie groß sind die deutschen Ölreserven?

Insgesamt 21 Millionen Tonnen. Davon sind zehn Millionen fertige Produkte wie Benzin, Diesel und Heizöl. Der Rest ist Rohöl. Die Menge reicht aus, um Deutschland im Falle eines kompletten Lieferausfalls für mindestens 90 Tage zu versorgen. Zuständig für die Verwaltung ist der Erdölbevorratungsverband. Die Körperschaft des öffentlichen Rechts ist dem Wirtschaftsministerium unterstellt.

Wo werden die Reserven gelagert?

Benzin und die anderen fertigen Produkte werden an 160 Standorten gelagert, die über ganz Deutschland verteilt sind. Der Erdölbevorratungsverband hat dazu Tanklager der großen Mineralölkonzerne angemietet. Das Rohöl wird in unterirdischen Hohlräumen gelagert, meist ehemaligen Salzstöcken. 60 Prozent gehören dem Verband, der Rest ist ebenfalls angemietet.

Wer finanziert den Erdölbevorratungsverband?

Die rund 120 Mitglieder. Raffinerien und Ölhändler müssen eine Zwangsabgabe zahlen, mit denen sich der Verband mit seinen 70 Mitarbeitern an den Standorten Hamburg und Bremerhaven finanziert. Das meiste Geld stammt von großen Raffineriebetreibern wie BP, Shell und Esso.

Wie wird das Öl auf den Markt geworfen?

Der Verband bietet das Öl zunächst seinen Mitgliedern an, die ein Vorkaufsrecht genießen. Was von ihnen nicht abgenommen wird, landet auf dem freien Markt. Die jetzt freigegebenen 4,2 Millionen Barrel werden in vier Tranchen angeboten. Der Preis orientiert sich an den jeweiligen Weltmarktpreisen.

Wird der Verkauf zum Verlustgeschäft?

Nein. Der Verband hat seit seiner Gründung 1978 - damals in Reaktion auf die zweite Ölkrise - viele Jahre Gelegenheit gehabt, sich zu günstigen Konditionen am Markt einzudecken. Ende der 90er Jahre war ein Barrel zeitweise für weniger als zehn Dollar zu haben, heute wird dafür das Zehnfache verlangt.

Wie oft wurden die Reserven schon angezapft?

Die Premiere gab es 1990, als nach dem Angriff des Irak auf das erdölreiche Kuwait die Sorge vor Lieferengpässen umging. Es dauerte 15 Jahre, ehe zum zweiten Mal auf die Reserven zurückgegriffen wurde. 2005 sorgte der Hurrikan Katrina im Golf von Mexiko dafür, dass die dortige Ölproduktion zum Erliegen kam. 500.000 Tonnen bot Deutschland damals an, um Engpässen vorzubeugen. Zuletzt wurden Ölreserven 2011 wegen des Libyenkrieges und der ausfallenden Ölproduktion des Landes freigegeben.

Libyen falle wegen Unruhen als Lieferant derzeit ebenfalls aus und die iranischen Ausfuhren seien gering, sagte SEB-Analyst Bjarne Schieldrop. Es gebe auch keine Aussicht, dass einer dieser beiden Staaten die Exporte in absehbarer Zeit hochfahren werde.

Von

dpa

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