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11.06.2014

14:54 Uhr

Rohstoffe

Kakao droht historischer Angebotsengpass

Kakao steht vor der dritten Saison in Folge mit einem Angebotsengpass. Das geht aus Angaben von Olam International Ltd. hervor. Es wäre die längste Negativserie in 50 Jahren. Die Firma stellt zehn Prozent des Angebots.

Eine Kakaobohne: Kakao steht vor einem historischen Angebotsengpass. dpa

Eine Kakaobohne: Kakao steht vor einem historischen Angebotsengpass.

Wegen des Engpasses werden die Preise zwischen jetzt und Ende 2014 um mindestens 10 Prozent steigen, sagte Gerard Manley, Managing Director bei Olam, in einem Interview mit Bloomberg News in Amsterdam. Seinen Worten zufolge dürfte das Angebot in der aktuellen Saison um rund 100.000 Tonnen hinter der Nachfrage liegen. Das würde einer Unterversorgung von etwa 2,4 Prozent der Produktion entsprechen. Wie umfangreich der Engpass 2014-15 ausfällt, wollte er nicht sagen. In London sind die Preise in diesem Jahr bereits um 13 Prozent geklettert. Verantwortlich dafür war der anhaltende Angebots-Engpass - während die weltweite Nachfrage nach Schokolade weiter ansteigt.

Eine dritte Engpass-Saison in Folge wäre die längste Serie in 47 Jahren, wie die Daten International Cocoa Organization in London belegen. „Die Kakao-Preise müssen steigen, um die Produktion anzutreiben, weil die Nachfrage weiter zulegen wird”, sagte Manley. „Der Preis für die Bauern kann ein echtes Problem sein”, weil sie auch anderes anbauen könnten.

In Rohstoffe investieren: Grundlagen

Natürliche Ressourcen

Rohstoffe sind natürliche Ressourcen. Sie kommen in der Natur vor und wachsen teilweise nach. Beispiele sind Öl, Kohle, Stahl, Gold, Getreide oder Fleisch. Darüber hinaus gibt es neuerdings auch Rohstoffe, die künstlich hergestellt werden. Ein Beispiel ist Plastik.

Marktdaten verfolgen

Reales Angebot und Nachfrage sind die Basis der Rohstoffpreise. Infos zu Lagerbeständen und Bedarf von Industriemetallen kann man direkt beim Londoner Metal Exchange (www.lme.com) verfolgen. Hilfreich für Agrarrohstoffe ist der Wasde-Bericht (World Agricultural Supply and Demand Estimates; www.usda.gov).

Wetterbericht im Auge behalten

Sinkt die Temperatur in Florida – einem der wichtigsten Orangenanbauer der Welt – unter zwei Grad minus, steigt der Preis für Orangensaft. Frost, Dürre, Überschwemmungen – was die Ernte beeinträchtigt, lässt Agrarrohstoffe haussieren. Rohstoffbörsen wie die CME (www.cme.com) bieten detaillierte Wetterprognosen sowie eine Übersicht zu Rohstoffpreisen.

Psychologie zählt

Ölpreis und Metalle ziehen mit der Konjunktur. Bei Problemen in großen Förderländern steigen die Preise in der Regel auch bei flauer Wirtschaft. Bei Gold sind Angstkäufe der wichtigste Preistreiber.

Exoten meiden

Rohstoffmärkte gelten als enge Märkte. Das heißt: Bei Erzeugnissen mit geringem Umsatzvolumen drohen heftige Kursausschläge. Emittenten wälzen das über Kauf-Verkaufs-Spannen auf Anleger ab. Wer sicher anlegen möchte, sollte deshalb lieber auf führende Rohstoffe setzen: Kupfer statt Zink, Baumwolle statt Bauholz.

Kurve beachten

Sind langlaufende Kontrakte teurer als kurze, steigt die Terminkurve (Contango), Zertifikate verlieren an Wert. Sinkt die Terminkurve (Backwardation), gibt es einen Extragewinn.

Banken checken

Rohstoffzertifikate sind Schuldverschreibungen. Geht die ausgebende Bank pleite, ist das Geld futsch. Vor dem Kauf Emittenten checken, etwa deren Kreditausfallprämien. In Deutschland geht das etwa über den Derivateverband (www.derivateverband.de).

Einsatz begrenzen

Einzelne Rohstoffe können sehr volatil sein. Rohstoffe sollten nicht mehr als zehn Prozent eines Depots ausmachen. Neben einzelnen Futures lässt sich auch in passive Portfolios investieren, etwa den S&P GSCI (die Abkürzung steht für Standard & Poors Goldman Sachs Commodity Index) oder den RICI (Rogers International Commodity Index).

Um dieses Problem anzugehen, haben zwölf der weltgrößten Schokoladen- und Kakaounternehmen - darunter Olam, Barry Callebaut, Ferrero SPA, Hershey Co., Mondelez International Inc., Mars Inc., Cargill Inc. und Nestle SA - am 20. Mai in Abidjan eine Vereinbarung mit der Regierung der Elfenbeinküste unterschrieben. Ziel sei es, „Maßnahmen zu beschleunigen, um den Kakaoanbau in dem Land nachhaltig zu machen”, laut Mitteilung auf der Website der World Cocoa Foundation. Diese soll die Schritte koordinieren.

Kommentare (1)

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11.06.2014, 15:25 Uhr

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