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28.10.2014

19:18 Uhr

Rohstoffe

Kupferpreis steigt auf Zwei-Wochen-Hoch

Angekündigte Streiks in Indonesien und Peru haben den Kupferpreis zuletzt wieder in die Höhe getrieben. Die meisten Analysten rechnen allerdings nach wie vor damit, dass die Förder- die Bedarfsmenge übersteigen wird.

Der Kupferpreis ist so hoch, wie zuletzt Mitte des Monats. dpa

Der Kupferpreis ist so hoch, wie zuletzt Mitte des Monats.

Frankfurt/LondonSpekulationen auf einen Versorgungsengpass haben den Kupferpreis am Dienstag angetrieben. Eine Tonne verteuerte sich am Londoner Terminmarkt um ein Prozent auf 6797,75 Dollar. Damit war das Industriemetall so teuer wie zuletzt Mitte des Monats. „Die Versorgungslage am globalen Markt für Kupferkonzentrat könnte sich demnächst anspannen“, erklärten die Analysten der Commerzbank.

Die Kumpel in der indonesischen Kupfermine „Grasberg“ des Konzerns Freeport-McMoRan wollen ab nächste Woche für einen Monat die Arbeit niederlegen. Ende September waren vier Arbeiter bei einem Unfall ums Leben gekommen. Die Gewerkschaften fordern nun personelle Veränderungen beim Management der Tagebau-Grube.

Zudem wollen ab dem 10. November auch die Arbeiter in der größten peruanischen Mine „Antamina“ für höhere Einkommen streiken. Insgesamt rechnen die meisten Analysten damit, dass in diesem Jahr und auch 2015 mehr Kupfer gefördert als verbraucht wird.

In Rohstoffe investieren: Grundlagen

Natürliche Ressourcen

Rohstoffe sind natürliche Ressourcen. Sie kommen in der Natur vor und wachsen teilweise nach. Beispiele sind Öl, Kohle, Stahl, Gold, Getreide oder Fleisch. Darüber hinaus gibt es neuerdings auch Rohstoffe, die künstlich hergestellt werden. Ein Beispiel ist Plastik.

Marktdaten verfolgen

Reales Angebot und Nachfrage sind die Basis der Rohstoffpreise. Infos zu Lagerbeständen und Bedarf von Industriemetallen kann man direkt beim Londoner Metal Exchange (www.lme.com) verfolgen. Hilfreich für Agrarrohstoffe ist der Wasde-Bericht (World Agricultural Supply and Demand Estimates; www.usda.gov).

Wetterbericht im Auge behalten

Sinkt die Temperatur in Florida – einem der wichtigsten Orangenanbauer der Welt – unter zwei Grad minus, steigt der Preis für Orangensaft. Frost, Dürre, Überschwemmungen – was die Ernte beeinträchtigt, lässt Agrarrohstoffe haussieren. Rohstoffbörsen wie die CME (www.cme.com) bieten detaillierte Wetterprognosen sowie eine Übersicht zu Rohstoffpreisen.

Psychologie zählt

Ölpreis und Metalle ziehen mit der Konjunktur. Bei Problemen in großen Förderländern steigen die Preise in der Regel auch bei flauer Wirtschaft. Bei Gold sind Angstkäufe der wichtigste Preistreiber.

Exoten meiden

Rohstoffmärkte gelten als enge Märkte. Das heißt: Bei Erzeugnissen mit geringem Umsatzvolumen drohen heftige Kursausschläge. Emittenten wälzen das über Kauf-Verkaufs-Spannen auf Anleger ab. Wer sicher anlegen möchte, sollte deshalb lieber auf führende Rohstoffe setzen: Kupfer statt Zink, Baumwolle statt Bauholz.

Kurve beachten

Sind langlaufende Kontrakte teurer als kurze, steigt die Terminkurve (Contango), Zertifikate verlieren an Wert. Sinkt die Terminkurve (Backwardation), gibt es einen Extragewinn.

Banken checken

Rohstoffzertifikate sind Schuldverschreibungen. Geht die ausgebende Bank pleite, ist das Geld futsch. Vor dem Kauf Emittenten checken, etwa deren Kreditausfallprämien. In Deutschland geht das etwa über den Derivateverband (www.derivateverband.de).

Einsatz begrenzen

Einzelne Rohstoffe können sehr volatil sein. Rohstoffe sollten nicht mehr als zehn Prozent eines Depots ausmachen. Neben einzelnen Futures lässt sich auch in passive Portfolios investieren, etwa den S&P GSCI (die Abkürzung steht für Standard & Poors Goldman Sachs Commodity Index) oder den RICI (Rogers International Commodity Index).

Der Kupferpreis hat in diesem Jahr um acht Prozent nachgegeben. Der Minenkonzern Freeport veröffentlichte am Dienstag zwar unerwartet gute Gewinnzahlen für das Quartal. Aber er senkte seine Schätzungen für die Gesamtjahresförderung. Wegen des Unfalls seien viele Männer in den vergangenen Wochen der Grube ferngeblieben. Die Aktien gaben in New York bis zu 5,5 Prozent auf 28,64 Dollar nach.

Von

rtr

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