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07.10.2015

10:24 Uhr

Rohstoffe

„Man bräuchte schon sehr gute Nerven, um einzusteigen“

Analysten erwarten, dass die Preise an den Rohstoffmärkten noch über Jahre hinweg unter Druck bleiben. Auch für Rohöl geben einige Experten extrem pessimistische Prognosen ab. Sie warnen daher vor Engagements.

Die Lagerbestände an Rohöl sind überdurchschnittlich hoch. dpa

Ölförderung

Die Lagerbestände an Rohöl sind überdurchschnittlich hoch.

New YorkTrotz der bereits anhaltenden Rohstoffbaisse fürchten Analysten von Goldman Sachs, Morgan Stanley und Citigroup, dass die Preise noch jahrelang auf niedrigem Niveau notieren werden. Bei Rohöl und Kupfer ist nach Einschätzung von Goldman wegen des Angebotsüberhangs eine Erholung unwahrscheinlich. Experten von Morgan Stanley erwarten, dass schwächere Währungen in Erzeugerländern zu einer robusten Produktion von Rohmaterialien führen, die in Dollar verkauft werden – selbst während eines Bärenmarkts. Citigroup verweist darauf, dass es angesichts des schleppenden Wachstums der Weltwirtschaft „schwer zu argumentieren“ sei, dass die Preise ihre Talsohle bereits erreicht haben.

Der Rohstoffindex Bloomberg Commodity wies am 30. September den stärksten Quartalsverlust seit den Tiefen der Rezession von 2008 auf. Chinas Wirtschaft, der größte Konsument von Getreide, Energie und Metallen, wächst so langsam wie seit zwei Jahrzehnten nicht mehr, just während die Produzenten ihre Überschüsse zu zügeln versuchen.

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Die fallenden Rohstoffpreise setzen Bergbau-Titel stark unter Druck. Nach Carl Icahns Investment bei Freeport will so mancher Experte schon eine Trendwende eingeleitet sehen. Wie sich die Branche 2015 bisher schlug.

Der Rohstoffkonzern Alcoa, einst Symbol der industriellen Macht Amerikas, will sich in zwei Unternehmen aufspalten, und das Unternehmen Chesapeake Energy reduziert die Belegschaft um 15 Prozent. Caterpillar dürfte 10.000 Arbeitsplätze abbauen, da sich die Nachfrage nach Ausrüstungen in den Bereichen Bergbau und Energie abschwächt.

„Man bräuchte schon sehr gute Nerven, um mit voller Kraft bei Rohstoffen einzusteigen“, sagt Portfoliomanager Brian Barish von Cambiar Investors in Denver. „Es gibt viel mehr neue Kapazitäten als physische Nachfrage. Der einzige Weg, um das Problem zu lösen, ist im Grunde die Stilllegung der Kapazitäten, und das geschieht, indem man die Rohstoffhersteller beim Kapital verhungern lässt.“

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