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07.01.2014

07:25 Uhr

Rohstoffe

Mysteriöser Goldpreissturz – Handel ausgesetzt

Innerhalb einer Minute ist der Goldpreis um 30 Dollar eingebrochen. Die New Yorker Rohstoffbörse stoppte den Handel kurzzeitig. Der Absturz könnte mutwillig herbeigeführt worden sein. Kein Einzelfall.

Unerklärliche Preissprünge: Händler an der Rohstoffbörse in New York. ap

Unerklärliche Preissprünge: Händler an der Rohstoffbörse in New York.

New YorkAn der New Yorker Comex ist der Goldhandel am Montag für 10 Sekunden automatisch angehalten worden. Zuvor war der Preis je Unze innerhalb von etwa einer Minute um mehr als 30 Dollar abgestürzt.

Der Preisrückgang löste ein sogenanntes „Velocity Logic“- Ereignis aus, wie Chris Grams, ein Sprecher des Börsenbetreibers CME Group, erklärte.

„Diese Art von Preisbewegungen werden sehr häufig. Und es sieht so aus, als ob einige Marktteilnehmer sehr große Aufträge abgeben, um diese Art von Einbrüchen auszulösen“, sagte Bill O'Neill, Partner bei Logic Advisors in Upper Saddle River, New Jersey, gegenüber Bloomberg News. „Die Börse muss sich diese Art von Ausreißern genauer angucken.“

Anschließend erholte sich der Goldpreis schnell wieder. Er stieg im Handelsverlauf um 0,5 Prozent auf 1244 Dollar und notiert damit nahe dem höchsten Stand seit drei Wochen.

Goldnachfrage weltweit (in Tonnen)

2003

Schmuck: 2.484
Barren und Münzen: 304
ETFs: -
Industrie: 386
Zentralbanken: -620
Gesamt: 2.594 Tonnen

2004

Schmuck: 2.616

Barren und Münzen: 355

ETFs: 133

Industrie: 419

Zentralbanken: -479

Gesamt: 3.044

2005

Schmuck: 2.719

Barren und Münzen: 396

ETFs: 208

Industrie: 438

Zentralbanken: -663

Gesamt: 3.098

2006

Schmuck: 2.300

Barren und Münzen: 414

ETFs: 260

Industrie: 468

Zentralbanken: -365

Gesamt: 3.077

2007

Schmuck: 2.423

Barren und Münzen: 435

ETFs: 253

Industrie: 476

Zentralbanken: -484

Gesamt: 3.104

2008

Schmuck: 2.304

Barren und Münzen: 869

ETFs: 321

Industrie: 461

Zentralbanken: -235

Gesamt: 3.720

2009

Schmuck: 1.814

Barren und Münzen: 780

ETFs: 623

Industrie: 410

Zentralbanken: -34

Gesamt: 3.593

2010

Schmuck: 2.017

Barren und Münzen: 1.205

ETFs: 382

Industrie: 466

Zentralbanken: 77

Gesamt: 4.147

2011

Schmuck: 1.972

Barren und Münzen: 1.515

ETFs: 185

Industrie: 453

Zentralbanken: 457

Gesamt: 4.582

2012

Schmuck: 1.908

Barren und Münzen: 1.256

ETFs: 279

Industrie: 428

Zentralbanken: 535

Gesamt: 4.405

2013

Schmuck: 2.671

Barren und Münzen: 1.702

ETFs: - 916

Industrie: 354

Zentralbanken: 625

Gesamt: 4.436

2014

Schmuck: 2.457

Barren und Münzen: 1.004

ETFs: - 183

Industrie: 347

Zentralbanken: 588

Gesamt: 4.212

Q1 2015

Schmuck: 601

Barren und Münzen: 253

ETFs: 26

Industrie: 80,4

Zentralbanken: 119

Gesamt: 1.079
Auf das Jahr hochgerechnet: 4.316

Im vergangenen Jahr hatte der Goldpreis insgesamt um 28 Prozent nachgegeben. Das war das stärkste Minus seit 1981. Hintergrund: Die Nachfrage nach Gold als Mittel, um Werte zu bewahren, sackte in sich zusammen. Zum einen gab es 2013 Anzeichen für eine wirtschaftliche Erholung. Zum anderen blieb jene Inflation aus, die Investoren wie etwa Hedgefonds-Manager John Paulson als Folge der von den Zentralbanken angestoßenen Konjunkturprogramme erwartet hatten.

Im Dezember hatte die Fed einen Rückbau ihres Anleihe- Kaufprogramms angekündigt, was ein Anziehen der Inflation noch unwahrscheinlicher macht - und damit die Nachfrage nach Gold weiter belasten dürfte.

Kommentare (40)

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Verschwoerungstheoretiker

07.01.2014, 07:49 Uhr

Diese Manipulationen finden ja seit vielen Jahren statt. Da ist nichts "mysteriös" sondern es ist bekannt und leicht nachvollziebar.
Diese Aktionen finden bald ein Ende. Auch das ist geplant.
Dann bekommt Gold wieder eine wichtige monetäre Funktion.

VICTOR_KRUGER

07.01.2014, 07:54 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

Harry

07.01.2014, 07:57 Uhr

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