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08.01.2009

13:10 Uhr

Rohstoffe

Nach dramatischem Preisrutsch: Ölpreis erholt sich

Heftiger Preissturz beim Schwarzen Gold: Die Ölpreise am US-Terminmarkt haben die größten Verluste innerhalb eines Handelstages seit September 2001 verbucht. Allerdings erholten sie sich im asiatischen Handel wieder ein wenig.

Ölpumpe im Bundesstaat Oklahoma: Die amerikanischen Bestände sind überraschend gestiegen. Foto: dpa Quelle: dpa

Ölpumpe im Bundesstaat Oklahoma: Die amerikanischen Bestände sind überraschend gestiegen. Foto: dpa

HB NEW YORK. Es war der größte Tagesverlust für Rohöl in mehr als sieben Jahren: Der Preis für US-Leichtöl fiel am Mittwoch um etwa zwölf Prozent auf 42,80 Dollar je Barrel (159 Liter) ein. Die Ölbestände in den USA waren in der vergangenen Woche überraschend um 6,7 Mio. Barrel auf 325,4 Mio. Barrel gestiegen. Analysten hatten nur mit einem Plus von 900 000 Barrel gerechnet. Steigende Lagerbestände signalisieren Experten zufolge eine schwächere Nachfrage in der weltgrößten Volkswirtschaft.

Die Benzinbestände kletterten um 3,3 Mio. Barrel auf 211,4 Millionen, wie aus Daten der US-Energiebehörde (EIA) hervorgeht. Auch hier hatten Analysten nur mit einem Anstieg um 800 000 gerechnet. Die Bestände an Destillaten - dazu zählt Heizöl - nahmen um 1,8 Mio. Barrel auf 137,8 Mio. Barrel zu. Analysten hatten mit plus einer Million Barrel gerechnet.

Die Ölpreise haben sich am Donnerstag nach dem starken Preisrutsch vom Vortag im Zuge überraschend starker US-Ölreserven wieder leicht erholen können. Im asiatischen Handel kostete ein Barrel (159 Liter) der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) mit Auslieferung im Februar 42,77 Dollar. Das sind 14 Cent mehr als am Vortag. Vor der Veröffentlichung der neusten Lagerdaten an Rohöl in den USA am Mittwochnachmittag kostete ein Fass noch 47 Dollar.

Auch an der Rohstoffbörse in London konnte sich der Preis für Rohöl der Nordseesorte Brent etwas erholen und stieg zuletzt um zehn Cent auf 45,96 Dollar. Auch hier ist der Preis nach den überraschend starken US-Lagerdaten am Vortag trotz der Eskalation im Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine deutlich abgerutscht. Nach Angaben des US-Energieministeriums sind die amerikanischen Vorräte an Rohöl um 6,7 Mio. Barrel auf 325,4 Mio. Barrel gestiegen. Die Markterwartung lag dagegen laut Experten nur bei einem Anstieg der Ölreserven um eine Million Barrel.

Der Preis für Rohöl der Organisation erdölexportierender Länder war zur Wochenmitte erstmals in diesem Jahr wieder leicht gefallen. Nach Berechnungen des Opec-Sekretariats vom Donnerstag kostete ein Barrel (159 Liter) aus den Fördergebieten der Organisation 45,75 US-Dollar, 52 Cent weniger als am Vortag. Die Opec berechnet den täglichen Korbpreis auf der Basis von zwölf wichtigen Sorten des Kartells. Indonesien hat ab 1. Januar seine Mitgliedschaft in der Opec vorläufig ausgesetzt.

Die Rohstoffexperten der Société Générale rechnen für die kommenden Wochen inzwischen wieder mit deutlichen Preissteigerungen und verweisen dabei zum einen auf den Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine, der Versorgungsunternehmen dazu zwingen könnte, von Gas auf Öl umzusteigen, und zum anderen auf weitere Senkungen der Förderquoten durch die Opec. Die Analysten erwarten für Januar und insbesondere Februar deutliche Produktionsdrosselungen, die den Ölpreis nach oben treiben dürften.

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