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18.12.2014

13:13 Uhr

Rohstoffe

Ölpreis erholt sich etwas – vorerst

Die Ölpreise sind seit Juni um fast die Hälfte eingebrochen. Und die Talsohle haben sie wohl noch nicht erreicht, auch wenn Förderland Saudi-Arabien das prognostiziert. Immerhin zeigt sich nun ein zaghafter Gegentrend.

Der Ölpreis kommt kurzzeitig aus seinem Dauertief heraus. dpa

Der Ölpreis kommt kurzzeitig aus seinem Dauertief heraus.

Dubai/ FrankfurtDie Talfahrt der Ölpreise ist am Donnerstag zumindest vorerst gestoppt worden. Nordseeöl der Sorte Brent verteuerte sich in der Spitze um 4,1 Prozent auf 63,70 Dollar je Barrel (159 Liter), US-Leichtöl der Sorte WTI kostete mit 58,73 Dollar vier Prozent mehr als am Vorabend. „Der Preisverfall der vergangenen Tage und Wochen war übertrieben“, sagte ein Händler. Eine Gegenbewegung sei daher mehr als überfällig gewesen. Hinzu kämen charttechnische Faktoren.

Die Analysten der Commerzbank bezweifeln jedoch, dass die Preise ihre Talsohle erreicht haben. Schließlich habe sich an der Überversorgung der Märkte mit Öl wenig geändert. Sogar im Gegenteil: Den Angaben des US-Energieministeriums zufolge waren die Benzinbestände in der vergangenen Woche weiter gestiegen. Zudem hatte das Ministerium zwar einen Rückgang der Rohölbestände ausgewiesen, dieser war aber deutlich geringer als erwartet ausgefallen.

Saudi-Arabien erwartet hingegen in Zukunft wieder steigende Ölpreise. Die Volkswirtschaften in Schwellenländern und die Weltwirtschaft insgesamt würden künftig wieder zu dauerhaftem Wachstum zurückkehren und damit werde auch die Öl-Nachfrage wieder steigen, sagte Öl-Minister Ali Al-Naimi der staatlichen Nachrichtenagentur SPA am Donnerstag. Für Saudi-Arabien und die anderen Förderländer der Opec sei es zudem schwierig, ihre Produktion zu kürzen, ohne Marktanteile zu verlieren. Schließlich gebe es Länder außerhalb der Opec, die ihre Produktion steigern würden.

Die Ölpreise sind seit dem Sommer auf Talfahrt und haben zeitweise fast 50 Prozent eingebüßt. Die Opec hatte sich jüngst nicht auf eine Förder-Kürzung verständigen können. Das hatte den Preisrutsch beim Öl beschleunigt. Zuletzt musste für ein Fass (159 Liter) des Rohstoffs mit rund 60 Dollar nur noch halb so viel bezahlt werden wir im Sommer. Der Preisanstieg, der am Mittwochabend begann, sei sehr überraschend gekommen, erklärten Händler. Vermutlich habe es damit zu tun, dass einige charttechnische Unterstützungslinien gehalten hätten. „Ich denke, dass die Investoren nach dem freien Fall nach einem Grund gesucht haben, um den Preis wieder nach oben zu treiben“, sagte ein Börsianer in New York. Für Brent liege nun der Widerstand bei 63,50 Dollar. Am Donnerstag kletterte der Terminkontrakt zeitweise zwar darüber, verharrte anschließend bei knapp über 63 Dollar.

Von

dpa

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