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24.10.2014

09:10 Uhr

Rohstoffe

Ölpreis gibt wieder nach

Die Produktion in den USA ist weiter hoch und sorgt für einen niedrigen Ölpreis. Der Markt rechnet damit, dass das Ölkartell Opec die Produktion senken vermindern wird. Doch sicher ist das noch nicht.

Ölpumpen auf einem Ölfeld bei Ponca City, Oklahoma, USA. Die hohe Ölproduktion in den USA ist mit verantwortlich für den fallenden Ölpreis. dpa

Ölpumpen auf einem Ölfeld bei Ponca City, Oklahoma, USA. Die hohe Ölproduktion in den USA ist mit verantwortlich für den fallenden Ölpreis.

SingapurDie Ölpreise haben am Freitag ihre Gewinne des Vortages nicht ganz halten können. Händler sprachen von einer typischen Gegenbewegung auf Kursgewinne. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Dezember kostete am Morgen 86,40 US-Dollar. Das waren 43 Cent weniger als am Donnerstag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI sank um 54 Cent auf 81,55 Dollar.

Am Markt wird nach wie vor nicht damit gerechnet, dass das Ölkartell Opec die Produktion auf seiner regulären Sitzung Ende November vermindern wird. Als ein wichtiger Grund gilt die unterschiedliche Interessenlage in den einzelnen Mitgliedsländern.

In Rohstoffe investieren: Grundlagen

Natürliche Ressourcen

Rohstoffe sind natürliche Ressourcen. Sie kommen in der Natur vor und wachsen teilweise nach. Beispiele sind Öl, Kohle, Stahl, Gold, Getreide oder Fleisch. Darüber hinaus gibt es neuerdings auch Rohstoffe, die künstlich hergestellt werden. Ein Beispiel ist Plastik.

Marktdaten verfolgen

Reales Angebot und Nachfrage sind die Basis der Rohstoffpreise. Infos zu Lagerbeständen und Bedarf von Industriemetallen kann man direkt beim Londoner Metal Exchange (www.lme.com) verfolgen. Hilfreich für Agrarrohstoffe ist der Wasde-Bericht (World Agricultural Supply and Demand Estimates; www.usda.gov).

Wetterbericht im Auge behalten

Sinkt die Temperatur in Florida – einem der wichtigsten Orangenanbauer der Welt – unter zwei Grad minus, steigt der Preis für Orangensaft. Frost, Dürre, Überschwemmungen – was die Ernte beeinträchtigt, lässt Agrarrohstoffe haussieren. Rohstoffbörsen wie die CME (www.cme.com) bieten detaillierte Wetterprognosen sowie eine Übersicht zu Rohstoffpreisen.

Psychologie zählt

Ölpreis und Metalle ziehen mit der Konjunktur. Bei Problemen in großen Förderländern steigen die Preise in der Regel auch bei flauer Wirtschaft. Bei Gold sind Angstkäufe der wichtigste Preistreiber.

Exoten meiden

Rohstoffmärkte gelten als enge Märkte. Das heißt: Bei Erzeugnissen mit geringem Umsatzvolumen drohen heftige Kursausschläge. Emittenten wälzen das über Kauf-Verkaufs-Spannen auf Anleger ab. Wer sicher anlegen möchte, sollte deshalb lieber auf führende Rohstoffe setzen: Kupfer statt Zink, Baumwolle statt Bauholz.

Kurve beachten

Sind langlaufende Kontrakte teurer als kurze, steigt die Terminkurve (Contango), Zertifikate verlieren an Wert. Sinkt die Terminkurve (Backwardation), gibt es einen Extragewinn.

Banken checken

Rohstoffzertifikate sind Schuldverschreibungen. Geht die ausgebende Bank pleite, ist das Geld futsch. Vor dem Kauf Emittenten checken, etwa deren Kreditausfallprämien. In Deutschland geht das etwa über den Derivateverband (www.derivateverband.de).

Einsatz begrenzen

Einzelne Rohstoffe können sehr volatil sein. Rohstoffe sollten nicht mehr als zehn Prozent eines Depots ausmachen. Neben einzelnen Futures lässt sich auch in passive Portfolios investieren, etwa den S&P GSCI (die Abkürzung steht für Standard & Poors Goldman Sachs Commodity Index) oder den RICI (Rogers International Commodity Index).

Immer häufiger wird von Analysten auch das Argument genannt, die Opec halte das Preisniveau absichtlich tief, um amerikanische Produzenten von Schieferöl unter Druck zu setzen. Das hohe Angebot in den USA ist mit ausschlaggebend für die seit Monaten fallenden Ölpreise.

Von

dpa

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