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26.02.2016

08:40 Uhr

Rohstoffe

Ölpreis kann Preisniveau halten

Nach dem starken Anstieg am Donnerstag verteidigt das Öl sein Preisniveau. Der fossile Brennstoff ist im Wochenvergleich auf Gewinnkurs. Es könnte die beste Woche seit vergangenem August werden.

Studien von Deloitte und Wolfe Research zufolge steuert fast ein Drittel der US-Ölfirmen auf einen Kollaps zu. Reuters

Fracking in Texas

Studien von Deloitte und Wolfe Research zufolge steuert fast ein Drittel der US-Ölfirmen auf einen Kollaps zu.

SingapurDie Ölpreise haben am Freitag die starken Zugewinne vom Vorabend zunächst größtenteils halten können. Am Morgen ging es bei der Nordseesorte Brent zur Lieferung im April nur leicht nach unten. Ein Barrel (159 Liter) kostete 35,21 Dollar und damit 0,2 Prozent beziehungsweise acht Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um zwei Cent auf 33,09 Dollar.

Am Ölmarkt richtet sich das Interesse weiter auf die von Russland und Saudi-Arabien angestrebte Begrenzung der Fördermenge auf das Niveau vom Januar. Dies hatte die Ölpreise zuletzt mehrfach gestützt.

Der russische Energieminister Alexander Nowak hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass sich der Iran an der Vereinbarung der großen Ölmächte beteiligen könnte. Er sagte am Donnerstag, dass es hierzu in der kommenden Woche ein Treffen mit dem iranischen Ölminister geben könnte. Zuletzt hatte sich der Iran zurückhaltend zu den Plänen für eine Begrenzung der Fördermenge geäußert.

Die Chronik des Ölpreisverfalls

Der Verfall

Ein weltweites Überangebot bei schwächelnder Nachfrage setzt dem Ölpreis immer stärker zu. Noch im Juni 2014 kostete ein Barrel (Fass zu je 159 Liter) Nordseeöl der Sorte Brent 115,7 Dollar. Derzeit kostet ein Fass Öl aus der Nordsee weniger als 33 Dollar.

Die Gründe

Ein Grund für das Überangebot ist der Schieferölboom in den USA. Ein anderer ist die Förderpolitik der Opec, die anders als in früheren Jahren den Preis nicht durch die Senkung von Fördermengen stützen will oder kann. Stattdessen kämpfen die Kartellmitglieder mit Rabatten um ihre Marktanteile. Diese Preis-Meilensteine durchschritt die Ölsorte Brent seit Anfang 2015:

7. Januar 2015

Der Brent-Preis fällt zum ersten Mal seit Mai 2009 unter 50 Dollar je Fass.

13. Januar 2015

Mit 45,19 Dollar erreicht Brent den niedrigsten Stand seit März 2009.

3. Februar 2015

Spekulationen auf einen deutlichen Rückgang des Überangebots treiben den Preis für Brent wieder über 55 Dollar.

6. Mai 2015

Export-Ausfälle in Libyen schüren Spekulationen auf einen Versorgungsengpass: Der Ölpreis steigt bis auf 69,63 Dollar.

3. August 2015

Erstmals seit Januar rutscht Brent wieder unter die 50-Dollar-Marke. Auslöser ist ein Rekordanstieg der Ölproduktion der Opec-Länder im Juli.

24. August 2015

Aus Sorgen vor einer deutlichen Abkühlung der chinesischen Wirtschaft machen Anleger einen großen Bogen um Öl. Brent verbilligt sich um bis zu 6,5 Prozent auf 42,51 Dollar. Damit kostet das Nordsee-Öl so wenig wie zuletzt im März 2009.

8. Dezember 2015

Nachdem die Opec ihre Förderpolitik bestätigt hat und in der Abschlusserklärung nicht einmal mehr eine Zahl für die Obergrenze der Produktion auftaucht, gehen die Notierungen erneut in die Knie: Brent fällt auf bis zu 39,81 Dollar und ist damit so billig wie zuletzt im Februar 2009.

21. Dezember 2015

Brent kostet mit rund 36 Dollar so wenig wie zuletzt im Juli 2004.

4. Januar 2016

Nach der Hinrichtung eines schiitischen Geistlichen im sunnitischen Saudi-Arabien eskaliert der seit langem schwelende Konflikt zwischen dem Iran und dem Königreich. Dies macht eine gemeinsame Linie der beiden Opec-Mitglieder in der Ölpolitik unwahrscheinlich. Die Preise nehmen ihre Talfahrt wieder auf.

7. Januar 2016

Brent stürzt um sechs Prozent auf 32,16 Dollar ab und notiert damit so niedrig wie zuletzt im April 2004. Damals hatte der Preis zuletzt die 30-Dollar-Marke unterschritten.

Analysten bleiben ob des Ausgangs der Gespräche jedoch pessimistisch. „Produktionskürzungen in den USA sind mit Abstand der wahrscheinlichere Grund für einen weiteren Preisantrieb als Gespräche zwischen Venezuela, Russland und anderen Förderländern“, sagte Ric Spooner von CMC Markets der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Indes befindet sich der Preis für Öl der Sorte WTI auf Kurs zur besten Woche seit vergangenem August. Die Terminkontrakte haben sich seit Montag um zwölf Prozent verteuert.

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