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03.01.2008

18:33 Uhr

Rohstoffe

Ölpreis steigt erstmals über 100 Dollar

Der US-Ölpreis hat am Donnerstag erstmals die 100-Dollar-Marke überschritten. Im New Yorker Handelsverlauf erreichte der Ölpreis 100,12 Dollar je Barrel (159 Liter). Am Vortag hatte der Ölpreis erstmals die Rekordmarke von 100 Dollar erreicht.

HB NEW YORK. Das US-Energieministerium hatte am Donnerstag zuvor in Washington bekanntgegeben, dass die US-Rohöllagerbestände in der vergangenen Woche überraschend deutlich gefallen sind. Die Vorräte an Rohöl seien um 4,0 Mill. Barrel auf 289,6 Mill. Barrel zurückgegangen. "Angesichts der hohen Konjunkturrisiken ist das derzeitige Preisniveau fundamental nicht gerechtfertigt“, betonte indes Commerzbank-Experte Eugen Weinberg. Der teure Rohstoff schürt dennoch Rezessionsängste in den USA und belastet zunehmend auch die Wirtschaft in Europa. Die deutsche Industrie wappnet sich derweil gegen steigende Kostenbelastungen durch das Öl.

Nordseeöl der Sorte Brent hingegen erreichte mit 98,50 Dollar ein Rekordhoch. Im Schlepptau des teuren Öls markierten auch Gold und Platin Höchststände. „Der Goldmarkt spielt eine Rezession in den USA“, erklärte LBBW-Analyst Frank Schallenberg die hohe Goldnachfrage.

Wie es mit dem Ölpreis weitergeht, hängt vor allem von geopolitischen Risiken und von Spekulationsgeschäften ab. „Das sind die großen Unbekannten“, sagte EID-Experte Wiek. Während die EU-Kommission bei einem anhaltend hohen Ölpreis Schäden für das Wachstum in Europa befürchtet, reagierte die Internationale Energieagentur (IEA) gelassen. Sie will ihre Notreserven nicht antasten will, um den Ölpreisanstieg zu dämpfen. „Wir reagieren nicht auf Preise“, sagte IEA-Vizechef William Ramsay im Reuters-Interview. Die IEA sehe auch keine Anzeichen dafür, dass es zu Störungen am Markt für den Ölhandel gekommen sei. Auch die US-Regierung verzichtete darauf, ihre Ölreserven anzuzapfen.

Künftig wird die Ölnachfrage nach Ansicht von Fachleuten vor allem in den Schwellenländern weiter anziehen und den Preis damit weltweit hoch halten. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) befürchtet eine Verknappung. „Mit zunehmender Nachfrage kann man dann schon damit rechnen, dass der Ölpreis über 150 Dollar pro Barrel (Fass) hinaus geht, im Jahre 2020 sogar 200 Dollar pro Barrel erreichen kann“, sagte DIW-Energieexpertin Claudia Kemfert zu Reuters TV.

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