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11.11.2016

15:23 Uhr

Rohstoffe

Ölpreise fallen – aber nicht wegen Trump

Nachdem der Trump-Schock verdaut wurde, macht jetzt die Opec Sorgen: Am Ölmarkt wachsen die Zweifel, dass die eigentlich beschlossene Förderkürzung wirklich kommt. In der Folge fielen die Preise am Freitag zunächst.

Die Erdölpreise sind am Freitag trotz verdautem „Trump-Effekt“ wieder gesunken. dpa

Ölpumpen

Die Erdölpreise sind am Freitag trotz verdautem „Trump-Effekt“ wieder gesunken.

SingapurDie Ölpreise sind am Freitag im frühen Handel gesunken. Der für viele überraschende Sieg Donald Trumps bei der US-Präsidentschaftswahl sei am Ölmarkt inzwischen verdaut, sagten Experten. Jetzt stehe wieder die Förderpolitik des Ölkartells Opec im Mittelpunkt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent verbilligte sich um 1,6 Prozent auf 45,10 Dollar, US-Leichtöl WTI fiel um 1,7 Prozent auf 43,88 Dollar.

Mittlerweile ist die Wahlentscheidung in den USA am Rohölmarkt wieder etwas in den Hintergrund getreten. „Der Trump-Faktor ist vorüber“, sagte Jonathan Barratt vom Finanzdienstleister Ayers Alliance Securities. Nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses hatten die Preise zwischenzeitlich kräftig nachgegeben, sich dann aber rasch wieder erholt. „Jetzt geht es wieder um Angebot und Nachfrage“, meinte Barratt. Die Förderpolitik der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) rücke wieder in den Fokus.

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Vor dem wichtigen Novembertreffen wagt das Opec-Kartell einen Vorstoß. Die Staaten appellieren an wichtige Nichtmitglieder wie Russland und Brasilien, sich an einem Förderlimit zu beteiligen. Das war bisher gescheitert.

Investoren zweifeln an der Umsetzung der vor ein paar Monaten geplanten Opec-Produktionskürzungen. Trotz monatelanger Bemühungen um niedrigere Förderquoten meldete das Ölkartell am Freitag eine Steigerung seiner Produktion auf Rekordniveau. Im Oktober hätten die Mitglieder der Organisation erdölexportierender Länder die Förderung auf 33,64 Millionen Barrel pro Tag (bpd) erhöht. Das ist so viel wie mindestens seit 2008 nicht mehr. „Die Ölmärkte stellen sich zunehmend darauf ein, dass das in 2016 bestehende Überangebot auch 2017 da sein wird“, kommentierten die Analysten vom Beratungshaus JBC Energy.

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