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17.06.2014

08:07 Uhr

Rohstoffe

Ölpreise fallen nach jüngsten Aufschlägen wegen Irak-Unruhen

Zunächst trieb der Konflikt im Irak die Ölpreise in die Höhe, doch nach jüngsten Aufschlägen sind sie wieder gesunken. Die Preise könnten noch tiefer fallen, falls es bei den Unruhen zu keinem Angriff auf Bagdad komme.

Die Ölpreise sinken weiter. dpa

Die Ölpreise sinken weiter.

SingapurNach den jüngsten Aufschlägen infolge der Irak-Unruhen sind die Ölpreise am Dienstag wieder gefallen. Im frühen Handel kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im August 112,54 Dollar. Das waren 40 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Referenzsorte WTI zur Lieferung im Juli fiel um 35 Cent auf 106,55 Dollar. Der zuletzt deutliche Anstieg der Rohölpreise sei übertrieben gewesen, erklärten Händler.

Die Preise der wichtigsten Ölsorten waren am Montag auf den höchsten Stand seit neun Monaten gestiegen. Getrieben wurden die Ölpreise in den vergangenen Tagen von dem Konflikt zwischen dem irakischen Militär und der sunnitischen Terrorgruppe Isis. Händler verwiesen darauf, dass das Vorrücken von Isis zuletzt aber gestoppt wurde und die USA Hilfe angeboten hätten. „Falls es nicht zu einem direkten Angriff auf Bagdad komme, dürften die Preise weiter fallen“, sagte Michael McCarty, Chefstratege von CMC Markets in Sydney.

Die Städte Mossul und Tikrit

Mossul

Die Handels- und Wirtschaftsmetropole rund 400 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Bagdad am Ufer des Tigris hat nach unterschiedlichen Angaben 1,5 bis 2,8 Millionen Einwohner. Neben großen Erdölraffinerien ist auch die Textilverarbeitung von Bedeutung. Schon in seiner frühen Geschichte war das bedeutende Zentrum auf der Handelsroute zwischen Indien, Persien und dem Mittelmeer bekannt für feine Baumwollstoffe und Lederprodukte - der Stoff Musselin ist nach Mossul benannt. Heute ist Mossul ein wichtiger Handelsort zwischen der Türkei und dem Irak.
In der multiethnischen Hauptstadt der Provinz Ninive leben Araber, Kurden, Turkmenen und Assyrer. Viele Angehörige der früher bedeutenden christlichen Minderheit sind nach dem Sturz Saddam Husseins 2003 vor Krieg und Terror aus Mossul geflohen. Einst war die Stadt nahe der bis zu 3500 Jahre alten Ruinen des assyrischen Ninive ein Zentrum des irakischen Tourismus. Neben Palästen, Kirchen und Klöstern zeugt das erhaltene Minarett der 640 gebauten Umayyaden-Moschee von der reichen Geschichte Mossuls.

Tikrit

Die Geburtsstadt Saddam Husseins liegt etwa 175 Kilometer nördlich von Bagdad. Der vorher bescheiden von Ackerbau und Handel lebende Ort wurde unter dem früheren Machthaber zur modernen Hauptstadt der Provinz Salah ad-Din mit 260.000 Einwohnern (2003) ausgebaut. Heute leben Schätzungen zufolge noch 100.000 Menschen in Tikrit.
In den vergangenen Jahren war die Stadt mehrfach Schauplatz verheerender Terroranschläge. 2011 wurden bei einer Geiselnahme im Provinzparlament und der anschließenden Befreiungsaktion 65 Menschen getötet, darunter Dutzende Abgeordnete. Für die muslimische Welt hat Tikrit große Bedeutung als Geburtsort von Sultan Saladin im 12. Jahrhundert, der die Kreuzritter besiegte und Jerusalem eroberte.

Von

dpa

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