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25.10.2013

11:04 Uhr

Rohstoffe

Ölpreise fallen weiter

Die Ölpreise fallen. Vor allem die steigenden Rohölreserven in den USA belasten die Ölpreise. Saudi-Arabien fährt seine Produktion derzeit zurück, um ein mögliches Überangebot zu verhindern.

Die steigenden US-Rohölreserven drücken die Preise an den Märkten. dpa

Die steigenden US-Rohölreserven drücken die Preise an den Märkten.

SingapurDie Ölpreise sind am Freitag leicht gefallen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Dezember kostete im asiatischen Handel 107,03 US-Dollar und veränderte sich damit kaum zum Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI stieg um 25 Cent auf 97,10 Dollar. Seit Wochenbeginn ging es für den Kontrakt damit um 3,4 Prozent abwärts.

Auf Wochensicht steht der Terminkontrakt vor seinem höchsten Verlust seit vier Monaten. Belastend wirken sich Spekulationen aus, wonach die wachsende US-Rohölproduktion die Lagerbestände weiter anschwellen lassen wird.

Meilensteine der Ölpreisentwicklung

Beginne der Ölförderung

Die ersten gewinnbringenden Erdölbohrungen finden Mitte des 19. Jahrhunderts statt. In dieser Zeit entstehen auch die ersten Raffinerien. Bis 1864 steigt der Ölpreis auf den Höchststand von 8,06 Dollar pro Barrel (159 Liter); inflationsbereinigt müssen damals im Jahresdurchschnitt 128,17 US-Dollar gezahlt werden. In den folgenden Jahrzehnten bleibt der Preis auf einem vergleichsweise niedrigen Level, fällt mitunter sogar, bedingt etwa durch den Erfolg der elektrischen Glühlampe, durch die Öl im privaten Haushalt nicht mehr zur Beleuchtung nötig ist.

Vollgas mit Benzin

Mit dem Erfolg des Automobils zu Beginn des 19. Jahrhunderts steigt die Öl-Nachfrage rasant; speziell in den USA, wo der Ford Modell T zum Massenprodukt wird. 1929 fahren insgesamt 23 Millionen Kraftfahrzeuge auf den Straßen. Der Verbrauch liegt 1929 in den Staaten bei 2,58 Millionen Fass pro Tag, 85 Prozent davon für Benzin und Heizöl. Die Preise bleiben allerdings weiter unter fünf Dollar pro Fass (nicht inflationsbereinigt), da auch mehr gefördert wird.

Negative Folgen der Weltwirtschaftskrise

In den 30er Jahren kommt die Große Depression, die Unternehmenszusammenbrüche, Massenarbeitslosigkeit, Deflation und einen massiven Rückgang des Handels durch protektionistische Maßnahmen zur Folge hat. Während der Weltwirtschaftskrise verringert sich die Nachfrage nach Erdöl und der Preis sinkt auf ein historisches Tief. 1931 müssen bloß noch 0,65 Dollar pro Barrel gezahlt werden (inflationsbereinigt etwa zehn US-Dollar). So billig sollte das schwarze Gold nie wieder sei.

Goldene Zeitalter des billigen Öls

Nachdem sich die Weltkonjunktur erholt hat, steigt der Preise für Öl wieder, bleibt aber konstant unter fünf Dollar pro Barrel. Für die Jahre zwischen dem Ersten Weltkrieg und der Ölkrise im Herbst 1973 spricht man deshalb vom „goldenen Zeitalter“ des billigen Öls.

Erste Ölkrise

In den 70er und 80er Jahren kommt der Ölpreis in Bewegung. Als die Organisation der erdölexportierenden Länder (Opec) nach dem Krieg zwischen Israel und den arabischen Nachbarn im Herbst 1973 die Fördermengen drosselt, um politischen Druck auszuüben, vervierfacht sich der Weltölpreis binnen kürzester Zeit. Zum Ende des Jahres 1974 kostet ein Barrel über elf Dollar (inflationsbereinigt fast 55 US-Dollar). Dies bekommen auch Otto-Normal-Bürger zu spüren: In Deutschland bleiben sonntags die Autobahnen leer, in den USA bilden sich Schlangen vor den Tankstellen.

Preisexplosion während des Golfkriegs

Während der zweiten Ölkrise in den Jahren 1979/1980 zieht der Ölpreis nach einem kurzfristigen Rückgang weiter an. Ausgelöst wird dies im Wesentlichen durch Förderungsausfälle und Verunsicherung nach der Islamischen Revolution. Nach dem Angriff Iraks auf Iran und dem Beginn des Ersten Golfkrieg explodieren die Preise regelrecht. Auf dem Höhepunkt im April 1980 kostet ein Barrel 39,50 Dollar (inflationsbereinigt 116 Dollar).

Niedrigpreise in den 80er und 90er Jahren

Die 80er und 90er Jahre sind – abgesehen von dem kurzzeitigen Anstieg verursacht durch den Zweiten Golfkrieg – eine Phase niedriger Ölpreise. Die Industriestaaten befinden sich in einer Rezession und suchten aufgrund vorhergehenden Ölkrisen mit besonders hohen Preisen nach alternativen Energiequellen. Weltweit gibt es Überkapazitäten. Während der Asienkrise 1997/1998 sinkt die Nachfrage weiter. Ende des Jahres 1998 werden 10,65 Dollar pro Barrel verlangt.

Ein rasanter Anstieg

Nach Überwindung der Krise wachsen die Weltwirtschaft und damit auch der Ölbedarf schnell. Selbst die Anschläge auf das World Trade Center 2001 sorgen nur für einen kurzen Rücksetzer. Anfang 2008 steigt der Ölpreis erstmals über 100 US-Dollar je Barrel, Mitte des Jahres sogar fast auf 150 Dollar. Ein Grund für den Preisanstieg war der Boom des rohstoffhungrigen China, mittlerweile zweitgrößter Verbraucher der Welt. Die Finanzkrise ließ den Preis Ende 2008 allerdings wieder abstürzen.

Ölpreis heute

Ein weltweites Überangebot hält die Preise weiterhin auf niedrigem Niveau. Aktuell kostet ein Barrel Brent rund 30 US-Dollar.

Vor allem die steigenden Rohölreserven in den USA belasteten weiter die Ölpreise. Die Öl-Produktion der Vereinigten Staaten ist auf den höchsten Stand seit 1989 gestiegen, wie diese Woche bekannt gegeben wurde. Die Lagerbestände der weltgrößten Volkswirtschaft sind derzeit so hoch wie seit Juni nicht mehr. Saudi-Arabien, der weltgrößte Produzent, fährt derzeit die Produktion zurück, um ein mögliches Überangebot zu verhindern.

„Wenn die Lagerbestände hoch sind und der Trend noch höher zeigt, dürfte das belastend sein“, sagt David Lennox, Rohstoff-Analyst bei Fat Prophets in Sydney. „Hinzu kommt der starke Anstieg des eigenen Angebots der USA.“

Der Goldpreis ging auf dem Kassamarkt um 0,5 Prozent auf 1340,70 Dollar je Feinunze zurück. Anzeichen sprechen dafür, dass die Nachfrage aus Indien zurückgeht. Der weltgrößte Gold- Konsument hat die Importe des Edelmetalls begrenzt, um sein rekordhohes Leistungsbilanzdefizit zu begrenzen.

Auf Wochensicht hat sich Gold dennoch um rund 2,2 Prozent verteuert, aufgrund von Spekulationen, dass die USA ihre Anleihekäufe, die als potenziell inflationstreibend gelten, später zurückfahren werden.

Auch der Heizölpreis ist unter seinen Tiefstand vom Vorjahr gefallen. Für 100 Liter waren am Freitag 81,90 Euro zu bezahlen, wie aus den Preischarts verschiedener Internetportale hervorgeht. Damit hat der Heizölpreis wieder das Niveau von 2011 erreicht und unterschritten. Bereits im April und Juni dieses Jahres hatte er kurzfristig unter 82 Euro gelegen.

Der Heizölhandel rät vor diesem Hintergrund den Besitzern von Ölheizungen, sich jetzt für den Winter einzudecken. „Weiterhin ist das derzeitige Preisniveau für eine Winterbevorratung sehr attraktiv und liegt deutlich unter dem Durchschnittspreis der letzten 100 Tage in Höhe von 85,70 Euro je 100 Liter“, heißt es zum Beispiel auf dem Portal der Firma Tecson, einem Hersteller von Tankmesstechnik. Hintergrund der günstigeren Preise sind die fallenden Rohölpreise und ein zum Dollar starker Euro.

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