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25.09.2014

07:59 Uhr

Rohstoffe

Ölpreise geben nach deutlichem Anstieg wieder nach

Die Ölpreise sind am Donnerstag im frühen Handel leicht gefallen – eine leichte Gegenbewegung nach dem deutlichen Anstieg am Vortag. In den USA waren die Rohöllagerbestände überraschend und deutlich gesunken.

Förderanlagen für Rohöl in Venezuela: Der Preis für Brent lag am Morgen bei 96,75 Dollar. ap

Förderanlagen für Rohöl in Venezuela: Der Preis für Brent lag am Morgen bei 96,75 Dollar.

SingapurDer Ölpreis für die US-Sorte WTI ist nach zwischenzeitlichen Kursgewinnen am Mittwochnachmittag gefallen. Die größeren Verluste musste Rohöl der Nordseesorte Brent hinnehmen. Damit verringerte sich der Abschlag auf WTI gegenüber Brent weiter.

Der Preis für WTI konnte nur kurzzeitig nach der Veröffentlichung der gesunkenen US-Lagerbestände zulegen. Die US-Energiebehörde hatte einen Rückgang der Rohöl-Lagerbestände um 4,27 Millionen Barrel auf 358 Mio in der Woche zum 19. September mitgeteilt. Zuvor waren Analysten in einer Bloomberg- Umfrage von einem Anstieg der Bestände ausgegangen.

Zuletzt notierte der Oktober-Kontrakt auf WTI 0,3 Prozent tiefer bei 91,31 Dollar je Barrel. Für ein Barrel der Nordseesorte Brent wurden 95,70 Dollar gezahlt, das waren 1,20 Prozent weniger als am Vortag. Rohöl der Sorte Brent wurde von dem Rückgang des Ifo- Geschäftsklima-Indexes für Deutschland belastet. Der Index war von 106,3 im August auf 104,7 im September zurückgegangen.

In Rohstoffe investieren: Grundlagen

Natürliche Ressourcen

Rohstoffe sind natürliche Ressourcen. Sie kommen in der Natur vor und wachsen teilweise nach. Beispiele sind Öl, Kohle, Stahl, Gold, Getreide oder Fleisch. Darüber hinaus gibt es neuerdings auch Rohstoffe, die künstlich hergestellt werden. Ein Beispiel ist Plastik.

Marktdaten verfolgen

Reales Angebot und Nachfrage sind die Basis der Rohstoffpreise. Infos zu Lagerbeständen und Bedarf von Industriemetallen kann man direkt beim Londoner Metal Exchange (www.lme.com) verfolgen. Hilfreich für Agrarrohstoffe ist der Wasde-Bericht (World Agricultural Supply and Demand Estimates; www.usda.gov).

Wetterbericht im Auge behalten

Sinkt die Temperatur in Florida – einem der wichtigsten Orangenanbauer der Welt – unter zwei Grad minus, steigt der Preis für Orangensaft. Frost, Dürre, Überschwemmungen – was die Ernte beeinträchtigt, lässt Agrarrohstoffe haussieren. Rohstoffbörsen wie die CME (www.cme.com) bieten detaillierte Wetterprognosen sowie eine Übersicht zu Rohstoffpreisen.

Psychologie zählt

Ölpreis und Metalle ziehen mit der Konjunktur. Bei Problemen in großen Förderländern steigen die Preise in der Regel auch bei flauer Wirtschaft. Bei Gold sind Angstkäufe der wichtigste Preistreiber.

Exoten meiden

Rohstoffmärkte gelten als enge Märkte. Das heißt: Bei Erzeugnissen mit geringem Umsatzvolumen drohen heftige Kursausschläge. Emittenten wälzen das über Kauf-Verkaufs-Spannen auf Anleger ab. Wer sicher anlegen möchte, sollte deshalb lieber auf führende Rohstoffe setzen: Kupfer statt Zink, Baumwolle statt Bauholz.

Kurve beachten

Sind langlaufende Kontrakte teurer als kurze, steigt die Terminkurve (Contango), Zertifikate verlieren an Wert. Sinkt die Terminkurve (Backwardation), gibt es einen Extragewinn.

Banken checken

Rohstoffzertifikate sind Schuldverschreibungen. Geht die ausgebende Bank pleite, ist das Geld futsch. Vor dem Kauf Emittenten checken, etwa deren Kreditausfallprämien. In Deutschland geht das etwa über den Derivateverband (www.derivateverband.de).

Einsatz begrenzen

Einzelne Rohstoffe können sehr volatil sein. Rohstoffe sollten nicht mehr als zehn Prozent eines Depots ausmachen. Neben einzelnen Futures lässt sich auch in passive Portfolios investieren, etwa den S&P GSCI (die Abkürzung steht für Standard & Poors Goldman Sachs Commodity Index) oder den RICI (Rogers International Commodity Index).

Gold verlor zum Vortag nur leicht. Hier wurden die Luftangriffe gegen den Islamischen Staat gegen die Aussicht auf steigende Zinsen in den USA abgewogen. Der Dollar hatte vergangene Woche gegenüber vielen Hauptwährungen zulegen können, nachdem die US-Notenbank Federal Reserve ihre Zinsprojektionen erhöht hatte. Der Goldpreis notierte zuletzt 0,3 Prozent schwächer bei 1219,38 Dollar je Feinunze.

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