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16.04.2015

13:51 Uhr

Rohstoffe

Ölpreise ohne klare Richtung

Die Ölpreise gehen am Mittwochmorgen getrennte Wege. Der Preis für Rohölsorte Brent sinkt, das amerikanische Leichtöl hingegen wird teurer. In den USA wirkt sich der Ölpreisverfall allmählich auf die Produktion aus.

Die Ölpreise bewegen sich nur leicht aber in entgegengesetzte Richtung. Brent wird günstiger, WTI teurer. dpa

Ölpreise:

Die Ölpreise bewegen sich nur leicht aber in entgegengesetzte Richtung. Brent wird günstiger, WTI teurer.

SingapurDie Ölpreise haben sich am Donnerstag bei geringen Preisausschlägen uneinheitlich präsentiert. Am Morgen kostete ein Barrel (etwa 159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Mai 63,10 US-Dollar und damit 22 Cent weniger als am Mittwoch. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg dagegen leicht um vier Cent auf 56,43 Dollar.

In den USA zeigen sich immer deutlichere Auswirkungen des Ölpreisverfalls auf die Produktion. Nach Regierungszahlen vom Mittwoch (Ortszeit) ist die Ölproduktion in der vergangenen Woche leicht gefallen. Auch der Zuwachs der Rohölvorräte fiel wesentlich schwächer aus als in den vergangenen Wochen, wenngleich ein neues Rekordniveau erreicht wurde. Zusammen mit dem zuletzt starken Rückgang der Bohrlöcher deutet sich an, dass der amerikanische Schieferölboom seinen Höhepunkt überschritten haben könnte.

Welche Staaten über die größten Ölressourcen verfügen

Venezuela

konventionell: 3 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: 62,3 Milliarden Tonnen

Kanada

konventionell: 3,5 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: 51,2 Milliarden Tonnen

Russland

konventionell: 20 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: 14,8 Milliarden Tonnen

USA

konventionell: 15,7 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: 8,8 Milliarden Tonnen

China

konventionell: 16,2 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: 4,5 Milliarden Tonnen

Brasilien

konventionell: 13 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: 0,7 Milliarden Tonnen

Saudi Arabien

konventionell: 11,8 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: -

Kasachstan

konventionell: 4 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: 6,7 Milliarden Tonnen

Iran

konventionell: 7,2 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: -

Irak

konventionell: 6,1 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: -

Erläuterung

Die Auflistung zeigt die Top 10 Länder mit den größten konventionellen und nicht-konventionellen (Ölsand, Schwerstöl oder Schieferöl) Erdölressourcen im Jahr 2012. Erdölressourcen sind nachgewiesene, aber derzeit technisch und/oder wirtschaftlich nicht gewinnbare sowie nicht nachgewiesene, aber geologisch mögliche, künftig gewinnbare Energierohstoffmengen.

Quelle: BGR Energiestudie 2013

Für die Abkühlung des Schieferölbooms sind unter anderem die Opec-Länder verantwortlich. Trotz anhaltend niedriger Ölpreise pumpt die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) deutlich mehr Rohöl als nachgefragt in den Markt. Im ersten Quartal 2015 lag die Opec-Produktion im Schnitt bei 30,3 Millionen Barrel (159 Liter) und demnach 2,5 Millionen Fass über der veranschlagten Nachfrage von 27,8 Millionen Barrel, wie die Opec am Donnerstag in Wien in ihrem Monatsbericht mitteilte.

Im März förderte das Kartell sogar rund 30,8 Millionen Barrel pro Tag und damit 800 000 Fass mehr als im Vormonat. Grund dafür waren vor allem Produktionsausweitungen in Saudi-Arabien, Irak und Libyen.

Diese Strategie der Opec hatte zuletzt dazu geführt, dass die Ölpreise seit dem vergangenen Sommer von mehr als 100 US-Dollar pro Barrel wegen des Überangebots stark gefallen sind. In ihrem Monatsbericht hatte die Internationale Energieagentur (IEA) am Mittwoch analysiert, dass die wichtigsten Opec-Förderstaaten – angeführt von Saudi-Arabien – damit ihre Marktanteile verteidigen wollen. Die IEA ist ein Zusammenschluss von 29 Ölimporteuren.

Von

dpa

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