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19.01.2015

07:38 Uhr

Rohstoffe

Ölpreise stabilisieren sich

Die Talfahrt beim Rohöl hat ein Ende. Trotz leicht schwächerer Ölpreise stabilisiert sich der Markt. Dabei hilft eine optimistische Einschätzung der Internationale Energieagentur.

Neben Russland und arabischen Staaten wie Saudi-Arabien oder Kuwait leidet auch dieses südamerikanische Land besonders stark unter den sinkenden Preisen: Venezuela, Mitglied der Opec. dpa

Neben Russland und arabischen Staaten wie Saudi-Arabien oder Kuwait leidet auch dieses südamerikanische Land besonders stark unter den sinkenden Preisen: Venezuela, Mitglied der Opec.

SingapurDie Ölpreise sind zu Wochenbeginn leicht gefallen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im März kostete am Montagmorgen 49,86 US-Dollar. Das waren 31 Cent weniger als am Freitag. Ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) verbilligte sich um 35 Cent auf 48,34 Dollar.

Nach dem Preiseinbruch der vergangenen Monaten scheint sich die Lage am Ölmarkt etwas zu beruhigen. Seit die Preise Mitte vergangener Woche mehrjährige Tiefstände erreicht hatten, deutet sich eine Stabilisierung an. Der Markt bleibe aber überversorgt, heißt es von Rohstoffexperten der Commerzbank. Sie gehen jedoch davon aus, dass sich das hohe Angebot an Rohöl im Jahresverlauf verringern wird, weil der Preisverfall vielen Produzenten zusetzt.

Positiv aufgenommen wurde zuletzt Ölmarkt eine optimistische Einschätzung der Internationale Energieagentur (IEA). Sie sieht Anzeichen für eine Trendwende am Rohölmarkt. Die Rohölförderländer außerhalb der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) würden im Jahr 2015 ihre Fördermenge nicht so stark anheben wie bisher erwartet, begründete die IEA am Freitag ihre Einschätzung.

Meilensteine der Ölpreisentwicklung

Beginne der Ölförderung

Die ersten gewinnbringenden Erdölbohrungen finden Mitte des 19. Jahrhunderts statt. In dieser Zeit entstehen auch die ersten Raffinerien. Bis 1864 steigt der Ölpreis auf den Höchststand von 8,06 Dollar pro Barrel (159 Liter); inflationsbereinigt müssen damals im Jahresdurchschnitt 128,17 US-Dollar gezahlt werden. In den folgenden Jahrzehnten bleibt der Preis auf einem vergleichsweise niedrigen Level, fällt mitunter sogar, bedingt etwa durch den Erfolg der elektrischen Glühlampe, durch die Öl im privaten Haushalt nicht mehr zur Beleuchtung nötig ist.

Vollgas mit Benzin

Mit dem Erfolg des Automobils zu Beginn des 19. Jahrhunderts steigt die Öl-Nachfrage rasant; speziell in den USA, wo der Ford Modell T zum Massenprodukt wird. 1929 fahren insgesamt 23 Millionen Kraftfahrzeuge auf den Straßen. Der Verbrauch liegt 1929 in den Staaten bei 2,58 Millionen Fass pro Tag, 85 Prozent davon für Benzin und Heizöl. Die Preise bleiben allerdings weiter unter fünf Dollar pro Fass (nicht inflationsbereinigt), da auch mehr gefördert wird.

Negative Folgen der Weltwirtschaftskrise

In den 30er Jahren kommt die Große Depression, die Unternehmenszusammenbrüche, Massenarbeitslosigkeit, Deflation und einen massiven Rückgang des Handels durch protektionistische Maßnahmen zur Folge hat. Während der Weltwirtschaftskrise verringert sich die Nachfrage nach Erdöl und der Preis sinkt auf ein historisches Tief. 1931 müssen bloß noch 0,65 Dollar pro Barrel gezahlt werden (inflationsbereinigt etwa zehn US-Dollar). So billig sollte das schwarze Gold nie wieder sei.

Goldene Zeitalter des billigen Öls

Nachdem sich die Weltkonjunktur erholt hat, steigt der Preise für Öl wieder, bleibt aber konstant unter fünf Dollar pro Barrel. Für die Jahre zwischen dem Ersten Weltkrieg und der Ölkrise im Herbst 1973 spricht man deshalb vom „goldenen Zeitalter“ des billigen Öls.

Erste Ölkrise

In den 70er und 80er Jahren kommt der Ölpreis in Bewegung. Als die Organisation der erdölexportierenden Länder (Opec) nach dem Krieg zwischen Israel und den arabischen Nachbarn im Herbst 1973 die Fördermengen drosselt, um politischen Druck auszuüben, vervierfacht sich der Weltölpreis binnen kürzester Zeit. Zum Ende des Jahres 1974 kostet ein Barrel über elf Dollar (inflationsbereinigt fast 55 US-Dollar). Dies bekommen auch Otto-Normal-Bürger zu spüren: In Deutschland bleiben sonntags die Autobahnen leer, in den USA bilden sich Schlangen vor den Tankstellen.

Preisexplosion während des Golfkriegs

Während der zweiten Ölkrise in den Jahren 1979/1980 zieht der Ölpreis nach einem kurzfristigen Rückgang weiter an. Ausgelöst wird dies im Wesentlichen durch Förderungsausfälle und Verunsicherung nach der Islamischen Revolution. Nach dem Angriff Iraks auf Iran und dem Beginn des Ersten Golfkrieg explodieren die Preise regelrecht. Auf dem Höhepunkt im April 1980 kostet ein Barrel 39,50 Dollar (inflationsbereinigt 116 Dollar).

Niedrigpreise in den 80er und 90er Jahren

Die 80er und 90er Jahre sind – abgesehen von dem kurzzeitigen Anstieg verursacht durch den Zweiten Golfkrieg – eine Phase niedriger Ölpreise. Die Industriestaaten befinden sich in einer Rezession und suchten aufgrund vorhergehenden Ölkrisen mit besonders hohen Preisen nach alternativen Energiequellen. Weltweit gibt es Überkapazitäten. Während der Asienkrise 1997/1998 sinkt die Nachfrage weiter. Ende des Jahres 1998 werden 10,65 Dollar pro Barrel verlangt.

Ein rasanter Anstieg

Nach Überwindung der Krise wachsen die Weltwirtschaft und damit auch der Ölbedarf schnell. Selbst die Anschläge auf das World Trade Center 2001 sorgen nur für einen kurzen Rücksetzer. Anfang 2008 steigt der Ölpreis erstmals über 100 US-Dollar je Barrel, Mitte des Jahres sogar fast auf 150 Dollar. Ein Grund für den Preisanstieg war der Boom des rohstoffhungrigen China, mittlerweile zweitgrößter Verbraucher der Welt. Die Finanzkrise ließ den Preis Ende 2008 allerdings wieder abstürzen.

Ölpreis heute

Ein weltweites Überangebot hält die Preise weiterhin auf niedrigem Niveau. Aktuell kostet ein Barrel Brent rund 30 US-Dollar.

Insgesamt dürfte die Förderung außerhalb der Opec um 350 000 Barrel je Tag niedriger ausfallen als bisher gedacht. Eine gute Nachricht, denn auf dem Weltmarkt besteht nach wie vor ein starkes Überangebot an Rohöl. Papiere von ExxonMobil und Chevron gehörten mit über zwei Prozent Plus zu den Dow-Favoriten.

Der scharfe Rückgang der Ölpreise drückte derweil die amerikanische Inflationsrate im Dezember auf den tiefsten Stand seit Oktober 2009. Dies nährt zugleich Spekulationen, dass sich die US-Notenbank doch noch länger mit einer Zinserhöhung Zeit lässt.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

19.01.2015, 13:00 Uhr

Die Talfahrt beim Rohöl hat ein Ende.

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Barack Obama ist gegen Neue Sanktionen gegenüber dem IRAN.

Warum wohl ?

wenn es zu einem Krieg kommen sollte mit Russland wegen der Ukraine...

dann braucht die NATO Rückendeckung und nicht mehrere Kriegsfronten !!!



Auch ist dann der IRAN plötzlich ein Freund...

und darf an Kriegspartner der NATO schnell und viel Erdöl verkaufen ???





Einen Krieg in der Ukraine wird immer mehr deutlicher !!!









Herr Johannes Rosendahl

19.01.2015, 16:39 Uhr

Kassandra persönlich?

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