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13.11.2011

12:56 Uhr

Rohstoffe

Riskante Gier nach Gold

VonIngo Narat

Der Goldboom hat auch kleine und unseriöse Händler auf den Markt gespült. Sie sind teilweise nur kurze Zeit aktiv und verfügen über wenig Eigenkapital. Ihre Kunden müssen mit wochenlangen Lieferzeiten rechnen.

Manche Gold-Händler suchen den schnellen Gewinn - und verlieren. dpa

Manche Gold-Händler suchen den schnellen Gewinn - und verlieren.

MünchenDer steigende Goldpreis lockt neue Händler an. „Von 20 vor fünf Jahren ist die Zahl auf heute vielleicht 200 gestiegen“, schätzt Martin Siegel, Fondsverwalter und Miteigentümer des Edelmetall-Handelshauses Westgold. „Und gerade in der jüngeren Zeit mischen viele neue Adressen mit“, erkennt Robert Hartmann, Geschäftsführer des großen Edelmetallhändlers Pro Aurum.

Für Diskussionsstoff sorgen vor allem die neuen kleinen Online-Händler. „Viele machen das nebenberuflich oder als Einzelunternehmer“, sagt Hartmann. „Die haben oft nur wenig Eigenkapital und müssen bei starken Goldpreisschwankungen häufig das Geschäft einstellen“, sagt Roman Schneider von Coininvestdirect, einem großen europäischen Händler.

Händler mit geringen Rücklagen haben nach einem starken Preisrutsch Lieferprobleme, wenn sie zu vorher höheren Preisen geordert haben. Sie könnten ihre Ware nur mit hohen Verlusten an den Endkunden weiterverkaufen. „Die brauchen dann erst das Geld vom Kunden, mit dem sie dann die Ware beim Produzenten bestellen“, sagt Schneider.

„Es kann schon einmal sein, dass der Anleger bei solchen Händlern seine Ware erst sechs bis acht Wochen nach Bestellung erhält“, sagt Hartmann. In anderen Fällen bekamen Kunden weniger Ware als sie geordert hatten oder bei Anlagemünzen beispielsweise Wiener Philharmoniker statt der gewünschten Maple Leaf.

Die Goldreserven der Staaten

USA

Goldschatz: 8.133,5 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 75,7 Prozent

Stand: Januar 2014

Deutschland

Goldschatz: 3.387,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 72,8 Prozent

Internationaler Währungsfonds (IWF)

Goldschatz: 2.814 Tonnen

Italien

Goldschatz: 2.451,8 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 72,1 Prozent

Frankreich

Goldschatz: 2.435,4 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 70,5 Prozent

China

Goldschatz: 1.054,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 1,7 Prozent

Schweiz

Goldschatz: 1.040,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 10,6 Prozent

Russland

Goldschatz: 1.015,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 9,5 Prozent

Japan

Goldschatz: 765,2 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 3,2 Prozent

Niederlande

Goldschatz: 612,5 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 59,7 Prozent

Indien

Goldschatz: 557,7 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 9,9 Prozent

Türkei

Goldschatz: 506,3 Tonnen

Europäische Zentralbank (EZB)

Goldschatz: 502,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 32,9 Prozent

Kommentare (31)

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Gold-unter-1000

13.11.2011, 13:23 Uhr

Welche Vollpfosten investieren denn jetzt noch in Gold ?
Gold hat man vor Jahren bei unter 1.000 $/Unze bzw. ca. 16.000 €/Kilobarren gekauft, aber doch nicht mehr jetzt nahe des All-Time-Highs !

karstenberwanger

13.11.2011, 13:55 Uhr

Als Gold damals bei 250$ stand hat man auch gesagt es wäre in einer Blase und wer bitte noch in sowas investiert. Dass der reale Preis bzw. der nicht durch Papierwerte gedrückte Preis bei weitem höher ist, ist hier noch nicht mal inbegriffen.

Erst informieren, dann schreiben.

Gold-Fan

13.11.2011, 14:01 Uhr

Danke für den Tipp. Ich hab 15 Kilo im Portfolio. Aber nur Vollpfosten kaufen noch auf aktuellem Niveau !

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