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19.04.2013

19:11 Uhr

Rohstoffe

Rohöl gibt Gewinne zum Teil ab, Gold steigt weiter

Die Rohölpreise haben zugelegt, mussten aber Teile der zwischenzeitlichen Tagesgewinne wieder abgeben. Der Goldpreis erholt sich von starken Verlusten der vergangenen Woche und verzeichnet vier Tage in Folge Gewinne.

Den vierten Tag in Folge steigt der Goldpreis an. Reuters

Den vierten Tag in Folge steigt der Goldpreis an.

FrankfurtDie Rohölpreise haben am Freitag erneut zugelegt, nachdem sich WTI und Brent bereits am Donnerstag um 1,2 Prozent beziehungsweise 1,5 Prozent verteuert hatten. Einen Teil der zwischenzeitlichen Tagesgewinne gaben die Ölsorten allerdings wieder ab. Die US-Sorte WTI zur Lieferung im Mai kostete zuletzt 88,10 Dollar je Barrel, ein Plus von 0,4 Prozent gegenüber dem Vortag. Öl der Sorte Brent wurde bei 99,71 Dollar gehandelt, 0,6 Prozent höher als am Vortag.

„Wir erleben noch immer eine Erholung nach einem großen Preisrückgang“, sagte Michael Lynch, Präsident von Strategic Energy & Economic Research in Winchester, Massachusetts. „Dies ist kein aggressiv bearisher Markt, weil Investoren die Tiefs als Kaufgelegenheiten betrachten.“

Was Sie über Gold wissen sollten

Was ist Gold?

Gold ist ein seltenes Metall mit einem Schmelzpunkt von 1064 Grad Celsius. Der Siedepunkt liegt bei 2856 Grad. Die chemische Abkürzung für Gold ist „Au“ und stammt vom lateinischen Wort „Aurum“ ab. Es hat mehrere Eigenschaften, die es für die Menschheit über die Jahre nützlich gemacht hat. Gold leitet extrem gut. Außerdem reagiert es nicht mit Wasser oder Sauerstoff.

Wie viel Gold wurde in der Geschichte gefördert?

Nach Schätzungen wurden in der gesamten Menschheitsgeschichte bis heute um die 166.600 Tonnen Gold aus Minen geholt. Ein Großteil davon – etwa zwei Drittel – seit 1950.

Wie viel Gold gibt es noch auf der Erde?

Die letzten Zahlen der US Geological Society gingen im Januar 2011 von weltweit 51.000 Tonnen aus.

Wie viel Gold wird pro Jahr abgebaut?

In den vergangenen Jahren waren es etwa 2.500 Tonnen pro Jahr.

Wo wird weltweit am meisten Gold abgebaut?

Überall auf der Welt wird Gold gewonnen. Aber beinahe ein Drittel des Goldes wird in nur drei Ländern abgebaut. An der Spitze liegt China mit 13,1 Prozent, darauf folgen die USA und Australien mit jeweils 9,1 Prozent.

Was passiert mit dem Gold?

29 Prozent des abgebauten Goldes kommt im Investmentbereich zum Einsatz, also in Form von Münzen und Barren. Aus 59 Prozent wird Schmuck gemacht. 12 Prozent wird von der Industrie verarbeitet.

Wo sind die größten Absatzmärkte für Gold?

Mit 1059 Tonnen ist Indien der mit Abstand größte Absatzmarkt für physisches Gold (Münzen, Barren, Schmuck). Dahinter liegt China mit 770 Tonnen. Im Vergleich dazu abgeschlagen sind die USA mit 213 Tonnen und Deutschland mit 154 Tonnen.

Quelle: World Gold Council

Wer sind die größten Goldbesitzer?

Größte Goldbesitzer sind die Notenbanken. Die Vereinigten Staaten sitzen auf rund 8.100 Tonnen, gefolgt von Deutschland mit 3.400 Tonnen und dem Internationalen Währungsfonds mit 2.800 Tonnen. Die Notenbanken waren über Jahre Netto-Verkäufer. Seit dem vergangenen Jahr sind sie jedoch wieder Netto-Käufer. Das Interesse kommt vor allem aus den Schwellenländern.

Gold verzeichnete den vierten Tag in Folge Gewinne und erholte sich weiter von den starken Verlusten am vergangenen Montag und dem Freitag davor. Das Edelmetall notierte zuletzt bei 1404,21 Dollar je Unze, ein Prozent höher als am Donnerstag. Im vorläufigen Tageshoch war die Notierung um bis zu 2,5 Prozent angestiegen.

Sechs Fakten über die Rohstoffmärkte

Viel Verbrauch...

Die Weltbevölkerung wächst und wächst. Prognosen gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2100 mehr als zehn Milliarden Menschen auf der Erde leben werden.

...und wenig Angebot

Rohstoffe wie Öl und Gold sind nicht endlos, dementsprechend teuer werden sie, wenn das Angebot sich verknappt.

13 Prozent

beträgt aktuell Chinas Anteil an der Weltwirtschaft. Die rohstoffhungrige Volksrepublik ist auf dem besten Wege die größte Handelsnation der Welt zu werden.

40 Prozent

der weltweiten Kupfer-, Zink- und Aluminiumproduktion verbrauchen die Chinesen.

30 Prozent mehr

als vor drei Jahren kosten nach Angaben des Food Price Index der Uno unsere Nahrungsmittel weltweit im Durchschnitt.

465 Prozent Gesamtrendite

konnten Anleger mit Aktien auf Goldminen seit 2002 einfahren.

„Wir beobachten bereits eine starke Antwort auf den Preisrückgang, mit einer kräftigen Zunahme der physischen Goldkäufe von Investoren und Privatpersonen in den beiden Schlüsselmärkten Indien und China“, schrieb Mark Pervan, Leiter Rohstoffstrategie Weltweit bei Australia & New Zealand Banking Group Ltd. in einer Mitteilung am Freitag. Für Langfristinvestoren könnten eine Stabilisierung und neue Käufe durch börsengehandelte Produkte „das verlorene Vertrauen zum Teil wieder herstellen“, sagte er.

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