Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.03.2012

15:55 Uhr

Rohstoffe

Rohölpreis springt nach oben

Die Sorte Brent verteuerte sich das Barrel um mehr als drei Euro, WTI um gut zwei Dollar. Die Sanktionen des Westens gegen den Iran zeigen offenbar Wirkung. Investoren sind besorgt.

Ein Mitarbeiter vor einem Tiefpumpenantrieben zur Förderung von Erdöl. dpa

Ein Mitarbeiter vor einem Tiefpumpenantrieben zur Förderung von Erdöl.

FrankfurtDer Ölpreis ist am Freitagnachmittag kräftig nach oben geschnellt. Ein Barrel Brent verteuerte sich in der Spitze um mehr als drei auf 127,06 Dollar. Die US-Sorte WTI kostete zwischenzeitlich 108,15 Dollar und damit gut zwei Dollar mehr als im späten Vortagesgeschäft.

Dem starken Preisanstieg vorausgegangen war die Nachricht, dass die iranischen Ölexporte nach Informationen aus Branchenkreisen im März um 300.000 Barrel pro Tag - oder 14 Prozent - zurückgegangen sind. Damit zeigen die Sanktionen des Westens Wirkung.

Investoren fürchten, dass die wegen des iranischen Nuklearprogramms auferlegten Embargos die Ölversorgung gefährden könnten. Die Preise für ein Barrel der Sorte Brent sind seit Jahresbeginn um 15 Prozent gestiegen.

Sollten die Iran-Lieferungen vom Markt genommen werden, könnten die Preise um weitere 20 bis 30 Prozent anziehen, hatte die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, diese Woche gesagt.

Irans größte Ölabnehmer

China

China kaufte im ersten Halbjahr 2011 22 Prozent des iranischen Öls auf - will allerdings weg von der großen Abhängigkeit von Iran. Stattdessen wird unter anderem Saudi Arabien zu einem immer wichtigeren Lieferanten. Schon als der Iran-Konflikt im vergangenen Herbst brodelte, drosselte China seine Investitionen in die örtliche Öl- und Gasindustrie.

EU

Die EU nimmt dem Iran 18 Prozent seiner Ölvorräte ab. Aus EU-Sicht ist diese Menge allerdings nicht allzu groß: Im ersten Quartal 2011 importierten die 27 EU-Staaten insgesamt 896 Millionen Barrel Rohöl. Davon kamen 4,4 Prozent aus dem Iran.

Japan

14 Prozent seines Öls liefert Iran an Japan, den drittgrößten Ölverbraucher der Welt.

Indien

Iran exportiert 13 Prozent seiner Ölproduktion an Indien - doch auch in diesem Geschäftsverhältnis hat es in den vergangenen Monaten gekriselt, als Indien mit Zahlungen für geliefertes Öl in Verzug geriet.

Südkorea

Zehn Prozent seiner Ölproduktion liefert Iran an Südkorea. Das sind gleichzeitig auch zehn Prozent des südkoreanischen Bedarfs. Das Land halte Ausschau nach alternativen Lieferanten, berichten Experten.

Türkei

Sieben Prozent des iranischen Öls gehen an die Türkei. Diese ist damit besonders von den Lieferungen aus dem Nachbarland abhängig: Die Türkei bezieht 30 Prozent ihres Ölbedarfs aus Iran.

Der weltgrößte Ölexporteur Saudi-Arabien wird nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) bei einer geringeren weltweiten Förderung einspringen. Saudi-Arabien sei in der Lage, genug Öl zu produzieren, um Ausfälle auszugleichen, sagte IEA-Chefin Maria van der Hoeven am Freitag. „Es herrscht keine Angst, dass die Lieferungen unterbrochen werden.“

Die Äußerungen erfolgten vor dem Hintergrund des Atomstreits mit dem Iran. Die EU hat gegen die Islamische Republik ein Ölembargo ab dem 1. Juli beschlossen. Auch die USA haben zuletzt ihre Sanktionen verschärft. Experten fürchten, dass es durch die Maßnahmen zu Störungen bei der weltweiten Ölversorgung kommen könnte.

Saudi-Arabien versicherte jüngst, es könne seine tägliche Förderung auf 12,5 Millionen Barrel von der derzeit etwas unter zehn Millionen Barrel erhöhen. Die weltweite Nachfrage dürfte nach IEA-Berechnungen im laufenden Jahr bei täglich etwa 89,9 Millionen Barrel liegen.

Von

rtr

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

ben

23.03.2012, 16:24 Uhr

Dummes blabla....
Das Fiat - Money der Zentralbanken treibt die Rohstoffpreise hoch. Silber und Gold können NOCH nach unten manipuliert werden, um die Schafherde ruhig zu halten....
Armselig geht die Welt zugrunde.....

Account gelöscht!

28.03.2012, 12:30 Uhr

der Kampf um Rohstoffe ist im vollem Gang.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×