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06.06.2011

14:09 Uhr

Rohstoffe

Spekulationen um Förderquoten drücken den Ölpreis

Im Streit über die weitere Förderpolitik innerhalb der Opec gab der Ölpreis nach. Händler erwarten, dass Saudi-Arabien die Anhebung der Quoten zu Gunsten der Weltkonjunktur durchsetzen wird.

Der Ölpreis sinkt weiter. Quelle: dpa

Der Ölpreis sinkt weiter.

FrankfurtSpekulationen auf eine Anhebung der Förderquoten der Opec haben am Montag den Ölpreis belastet. Ein Fass (159 Liter) US-Leichtöl der Sorte WTI kostete mit 99,12 Dollar ein Prozent weniger als am Freitag. Brent verbilligte sich um 1,2 Prozent auf 114,46 Dollar. Saudi-Arabien will die Förderquoten anheben, um die Weltkonjunktur zu stützen. Die Regierung des Iran ist allerdings dagegen. Doch am Markt wird damit gerechnet, dass sich die Saudis durchsetzen werden, erklärten Händler. „Auch die spekulativen Finanzanleger scheinen die Möglichkeit einer Anhebung der Förderquoten stärker ins Kalkül zu ziehen“, erklärten Analysten der Commerzbank. Die Ölminister der Organisation der Erdölexportierenden Länder (Opec) treffen sich am Mittwoch in Wien.

Generell wurden die Rohstoffe allerdings vom steigenden Euro-Kurs unterstützt. Vor allem Kupfer, Gold und Silber profitierten davon. Denn für Anleger aus dem Nicht-Dollar-Raum werden die in der US-Währung gehandelten Rohstoffe umso attraktiver, je mehr der Dollar fällt. Kupfer verteuerte sich um bis zu 1,1 Prozent auf 9202 Dollar, Gold um bis zu 0,4 Prozent auf 1547,90 Dollar je Feinunze und Silber um bis zu zwei Prozent auf 36,96 Dollar je Feinunze. Händlern zufolge spielte beim Kupfer auch der Arbeitskampf in einem chilenischen Bergwerk eine preistreibende Rolle. In der viertgrößten Mine des Landes sind Tausende von Zeitarbeitern im Ausstand und haben damit die Förderung um rund die Hälfte gedrückt.

Für Weizen entpuppt sich der höhere Euro dagegen als belastend, da die Europäer es dadurch auf dem Weltmarkt schwerer haben. Vor allem sorgten Händlern zufolge aber die jüngsten Regenfälle in westeuropäischen Anbaugebieten für einen Preisrückgang. Seit Wochen hatten die Landwirte in Deutschland und Frankreich mit der Dürre zu kämpfen, was Spekulationen auf Angebotsengpässe ausgelöst und den Preis hoch gehalten hatte. In Paris verbilligte sich die Tonne Weizen am Montag um bis zu drei Prozent auf 228,75 Euro.

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