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17.03.2013

12:12 Uhr

Rohstoffe

Starinvestor erwartet Einbruch des Goldpreises

Jim Rogers erwartet einen Preisverfall beim Gold. Das wäre dann der richtige Zeitpunkt zum Kauf. Denn die „Inflation hat die USA im Griff“, die Statistiken seien eine „einzige große Lüge“.

Investor Jim Rogers. ap

Investor Jim Rogers.

Investorenlegende Jim Rogers erwartet einen Einbruch des Goldpreises - den er allerdings zum Einstieg nutzen würde. "Schließlich hat der Goldpreis mit einer Ausnahme in den vergangenen zwölf Jahren immer nur zugelegt - das ist ein außergewöhnliches Phänomen", sagte der ehemalige Partner des renommierten Investors George Soros der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Ein größerer Kursrückgang sei möglich, weil die Regierung des größten Käuferlandes Indien den Gold-Import beschränken wolle. "Und wenn der Preis bis auf 1200 Dollar je Feinunze sinkt, wäre das wunderbar. Dann würde ich günstig zukaufen", sagte Rogers. Derzeit wird Gold für 1.592 Dollar je Feinunze gehandelt.

So tickt Jim Rogers

Investieren

„Beim Investieren bewegt sich alles immer weiter, und das macht es zu einer kontinuierlichen, ständigen Herausforderung … ein Spiel, eine Schlacht … nennen Sie es, wie Sie wollen.“

Timing

„Timing ist nicht gerade meine Stärke, kurzfristiges Trading ebenfalls nicht […]. Alle meine Erfolge als Investor schreibe ich meiner Aufmerksamkeit für bedeutende Veränderungen und sich entwickelnde Trends zu.“

Erfolg

„Harte Arbeit ist eine Grundvoraussetzung an der Wall Street. Aber nur wenige haben Erfolg. In den Haussejahren verdienen viele Leute viel Geld, aber es ist schwieriger, das auch unter normalen Voraussetzungen zu schaffen – und während einer Baisse fällt es noch schwerer. Die meisten Leute fliegen aus diesem Geschäft heraus.“

Pleite

„Sie sollten sich nicht den Kopf darüber zerbrechen, im Leben Fehler zu machen. Es ist gut, Geld zu verlieren, mindestens einmal pleitezugehen, noch besser zweimal. Aber das sollte in einem frühen Stadium Ihrer Laufbahn passieren. Es ist besser, mit 20.000 Dollar als mit 20 Millionen Dollar eine Pleite hinzulegen. Erledigen Sie das also früh, dann ist es nicht das Ende der Welt.“

Beharrlichkeit

„Wir alle kennen kluge Menschen, die nicht erfolgreich sind; wir alle kennen talentierte Menschen, die nicht erfolgreich sind. Beharrlichkeit macht den Unterschied aus.“

Glück

„Man kann den ganzen Tag in irgendetwas investieren, aber wenn die Fundamentaldaten nicht stimmen, wird man damit nicht weit kommen. Erfassen Sie die Fundamentaldaten richtig, dann werden Sie ständig gute Nachrichten erhalten. Glück? Wenn Sie Glück haben wollen, müssen Sie Ihre Hausaufgaben machen.“

Wissen

„Sie werden nur dann zu einem erfolgreichen Investor, wenn Sie nur in Dinge investieren, die Sie sehr gut kennen. Jeder weiß sehr viel über ein bestimmtes Thema. Autos, Mode, was auch immer – es gibt etwas, von dem Sie sehr viel Ahnung haben. Wenn Ihnen nicht klar ist, worüber Sie sehr viel wissen, dann treten Sie einen Schritt zurück und sehen Sie sich Ihr alltägliches Leben an. Nach welchen Zeitschriften greifen Sie, wenn Sie im Wartezimmer eines Arztes sitzen? Welche Sendungen sehen Sie sich im Fernsehen an?“

Keine Ahnung

„Mehr als die Hälfte aller Amerikaner hat Geld an der Börse investiert, und da ist es schon sehr erstaunlich, wie wenig viele von ihnen wissen, wie viele von ihnen absolut keine Ahnung haben, was sie tun. Kein Wunder, dass sie Geld verlieren – sie wissen nichts über das Investieren, tun es aber trotzdem und rechnen damit, ein Vermögen zu verdienen. Mein Rat an diese Menschen: Packen Sie Ihr Geld auf die Bank und streichen Sie 1, 2 Prozent Zinsen ein.“

Konzentrieren

„Widerstehen Sie der Diversifizierung, wenn Sie viel Geld verdienen wollen. [...] Wenn Sie zehn verschiedene Aktien kaufen, können einige davon gut abschneiden; Sie werden nicht pleitegehen, aber Sie werden auch nicht viel Geld verdienen. […] Reich wird man, wenn man herausfindet, was gut ist, und seine finanziellen Mittel darauf konzentriert.“

Schwarzmarkt

„Wenn Sie etwas über ein Land wissen wollen, dann können Sie in einem Gespräch mit einem Händler auf dem Schwarzmarkt mehr lernen als in einem Gespräch mit einem Minister der Regierung.“

Blasen

„Spekulationsblasen sehen immer gleich aus. In solchen Zeiten hält jeder die aktuellen Entwicklungen für völlig rational. Diese Kurse sind gut, denken die Leute, und sie werden sicher noch weiter steigen. Dann ruft mich meine Mutter an und sagt, sie wolle investieren. Alle ihre Bekannten reden darüber, welche Papiere gerade heiß sind. Ich frage sie, warum sie eine bestimmte Aktie kaufen will, und sie sagt: Weil sie sich im letzten Jahr verdreifacht hat. Ich sage: Nein, Mutter, so funktioniert das nicht.“

Quelle: Jim Rogers. Die Wall Street ist auch nur eine Straße. Finanzbuchverlag (2013).

Gold gilt als Krisenwährung und als Absicherung gegen die Geldentwertung. Letztere hält Rogers für viel gefährlicher, als es offizielle Statistiken nahelegen. Die offiziellen Teuerungsraten seien eine "einzige große Lüge", sagte Rogers. "Gehen Sie in den Vereinigten Staaten einfach mal einkaufen, oder gehen Sie essen in einem Restaurant. An den Preisen merken Sie schnell, dass die Inflation Amerika fest im Griff hat", sagte der 70-jährige Rohstoff-Investor. "Wo gehen eigentlich Regierungen und Zentralbanker shoppen?" Für Februar hatte das US-Arbeitsministerium eine Teuerung von zwei Prozent zum Vorjahr ausgewiesen.

Die Äußerungen kommen ein wenig überraschend, George Soros hat beispielsweise im vergangenen Quartal seinen Bestand an Gold-ETPs um 55 Prozent reduziert. Credit Suisse und Barclays erklärten, dass die zwölfjährige Gold-Rally noch in diesem Jahr ihren Höhepunkt überschreiten wird.

Goldman Sachs hat am 25. Februar seine Drei-Monatsprognose um zwölf Prozent auf 1.615 US-Dollar je Feinunze reduziert. Auf Sicht von zwölf Monaten werden 1.550 US-Dollar erwartet. Das wäre weniger als die aktuell 1.592 Dollar. Seit Jahresbeginn verlor der Goldpreis in Dollar laut Reuters knapp vier Prozent verloren. Im Sommer 2011 lag der Goldpreis noch bei rund 1.900 Dollar.

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Von

rtr

Kommentare (24)

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Gast

17.03.2013, 12:27 Uhr

Wer denn jetzt, Rogers oder Soros?
Ja, gut, beide Egos müssen gestrichen werden.

Account gelöscht!

17.03.2013, 12:30 Uhr

Ein kurzer, heftiger Einbruch zum Abschluss der Korrektur wäre in der Tat ein Glücksfall. Viel tiefer als in die hohen 14huderter wird er allerdings kaum sein, da die Gesamtkosten für die Herstellung einer Unze bei ca. 1.530 Dollar liegen, Gold damit für die Förderer ein Kauf wäre.
Nur, darauf hoffen sollte man besser nicht. Das Marktsentiment ist so bärsich wie zuletzt vor 4 Jahren, einer sensationellen Kaufgelegenheit.

Gold_im_Sinkflug

17.03.2013, 12:49 Uhr

Geschickte Prognose von Rogers. Wenn der Goldpreis weiter fällt - und daran glaube ich - dann hat er Recht gehabt und kann stolz auf seine Prognose hinweisen. Wenn der Preis bei 1.300 oder darüber wieder steigen sollte, dann wird man die genannten 1.200 US$ "großzügig" vergessen. Wenn der Preis noch tiefer als 1.200 US$ fallen sollte, dann wird Rogers vermutlich verbal noch einmal nachlegen.
Steigt der Preis wieder auf über 1.600 US$ ohne vorher weiter zu fallen, dann wird Rogers schon eine Ausrede, warum es denn doch nicht so gekommen sei, einfallen.

Rogers wird wahrscheinlich Recht bekommen, weil so viele Möchtegerne-Experten, wie z.B. Eugen Weinberg von der Commerzbank oder noch schlimmer der Journalist und neuerdings Fondsmanager Stephan Riße nicht müde werden und Gold anpreisen wie sauer Bier. Diese Leute liegen schon seit mehreren Monaten mit ihren Parolen und Investments bei Gold schief und sind somit ein guter Kontraindikator.

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