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17.02.2014

12:19 Uhr

Rohstoffe

Steht Gold vor der Trendwende?

Das Interesse am Edelmetall nimmt wieder zu. Seit Jahresanfang übersteigt die Zahl der Käufe die Verkäufe bei börsengehandelten Indexfonds auf Gold. Auch technische Analysten sind positiv gestimmt.

Interview

Kommt die Kehrtwende beim Gold?

Interview: Kommt die Kehrtwende beim Gold?

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New YorkNach langer Baisse scheint der Goldpreis wieder Boden unter den Füßen zu finden. Die Notierung für eine Feinunze Gold konnte am Mittwoch in der Spitze auf 1.294 US-Dollar steigen. Mit fast 950 Euro je Feinunze erreichte der Goldpreis – auch in Euro gerechnet – ein Dreimonatshoch.

Gold profitiert derzeit von den Turbulenzen in den Schwellenländern. Auch dank der nur langsamen Erholung des US-Arbeitsmarktes wenden sich Anleger wieder dem Gold zu. Selbst das Gesetz des US-Repräsentantenhauses über die Aussetzung der Schuldenobergrenze, das der Senat mittlerweile gebilligt hat, tut der guten Stimmung der Goldkäufer keinen Abbruch.

Goldnachfrage weltweit (in Tonnen)

2003

Schmuck: 2.484
Barren und Münzen: 304
ETFs: -
Industrie: 386
Zentralbanken: -620
Gesamt: 2.594 Tonnen

2004

Schmuck: 2.616

Barren und Münzen: 355

ETFs: 133

Industrie: 419

Zentralbanken: -479

Gesamt: 3.044

2005

Schmuck: 2.719

Barren und Münzen: 396

ETFs: 208

Industrie: 438

Zentralbanken: -663

Gesamt: 3.098

2006

Schmuck: 2.300

Barren und Münzen: 414

ETFs: 260

Industrie: 468

Zentralbanken: -365

Gesamt: 3.077

2007

Schmuck: 2.423

Barren und Münzen: 435

ETFs: 253

Industrie: 476

Zentralbanken: -484

Gesamt: 3.104

2008

Schmuck: 2.304

Barren und Münzen: 869

ETFs: 321

Industrie: 461

Zentralbanken: -235

Gesamt: 3.720

2009

Schmuck: 1.814

Barren und Münzen: 780

ETFs: 623

Industrie: 410

Zentralbanken: -34

Gesamt: 3.593

2010

Schmuck: 2.017

Barren und Münzen: 1.205

ETFs: 382

Industrie: 466

Zentralbanken: 77

Gesamt: 4.147

2011

Schmuck: 1.972

Barren und Münzen: 1.515

ETFs: 185

Industrie: 453

Zentralbanken: 457

Gesamt: 4.582

2012

Schmuck: 1.908

Barren und Münzen: 1.256

ETFs: 279

Industrie: 428

Zentralbanken: 535

Gesamt: 4.405

2013

Schmuck: 2.671

Barren und Münzen: 1.702

ETFs: - 916

Industrie: 354

Zentralbanken: 625

Gesamt: 4.436

2014

Schmuck: 2.457

Barren und Münzen: 1.004

ETFs: - 183

Industrie: 347

Zentralbanken: 588

Gesamt: 4.212

Q1 2015

Schmuck: 601

Barren und Münzen: 253

ETFs: 26

Industrie: 80,4

Zentralbanken: 119

Gesamt: 1.079
Auf das Jahr hochgerechnet: 4.316

Investoren von börsengehandelten Indexfonds (ETF) auf Gold fassen wieder Vertrauen. Der weltweit größte Gold-ETF, SPDR Gold Trust, hat allein am Dienstag dieser Woche Zuflüsse in Höhe von 1,8 Tonnen verzeichnet, womit beim SPDR Gold Trust seit Jahresbeginn mittlerweile leichte Netto-Zuflüsse zu Buche stehen. „Wir werten das sich abzeichnende Ende der ETF-Abflüsse als positives Zeichen für den Goldpreis“, so die Analyse der Commerzbank.

Auch viele technische Analysten halten die Erholung beim Goldpreis keineswegs für eine Eintagsfliege. Aus ihrer Sicht ist kurzfristig ein Anstieg bis 1400 Dollar pro Feinunze möglich. Zu diesem Ergebnis kommen die technischen Analysten von Citi Futures, RBC Wealth Management.

Edelmetall

Dirk Müller: „Goldpreis wird manipuliert“

Edelmetall: Dirk Müller: „Goldpreis wird manipuliert“

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Bereits zu Wochenanfang hatten sich die Notierungen den zweiten Tag in Folge und erstmals seit Oktober über dem gleitenden 100-Tage-Durchschnitt etabliert. Das werten die Experten als Zeichen für einen zumindest kurzfristigen Aufwärtstrend. Zudem hat das Edelmetall seit dem 23. Januar 2014 konstant über dem 50-Tage-Durchschnitt gelegen.

Diese Konstellation deutet nach Ansicht von Sterling Smith von Citi Futures in Chicago auf einen weiteren Anstieg von 8,5 Prozent bis Ende März hin. „Die Stimmung scheint sich allmählich zu verbessern und Gold zieht Käufer an“, sagte der leitende Anlagestratege Michael Gayed von Pension Partners in New York.

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

17.02.2014, 12:30 Uhr

Der Artikel suggeriert, dass Gold eine spekulative Asset-Klasse ist, die man kauft, verkauft und wieder kauft wie z.B. Aktien. Das ist FALSCH.

Gold ist eine Versicherung für den Notfall. Ein Notfall der hoffentlich nie eintritt. Gold kaufe ich mir auch nicht aus Renditegesichtspunkten, sondern um mein Vermögen für später abzusichern (egal welches Land, egal welche Währung). Gold ist eine imaginäre Ersatzwährung, und ein stabiler Wertspeicher OHNE Counterpart - aber keine Asset-Klasse zum spekulieren.

Ich vergleiche Gold eher mit Immobilien. Diese kaufe ich mir ja auch nicht um sie (mit Gewinn) wieder zu verkaufen, sondern um sie zu nutzen - sei es das City-Appartement oder mein Chalet in den Bergen als Rückzugsidyll. Gold bedeutet Freiheit vor all den Lohn- und Systemsklaven im Hamsterrad. Nicht mehr, und nicht weniger.

Mich persönlich lässt Gold auch ruhig schlafen, da ich von dem gelben Zeug schon mehr als Körpergewicht sicher vor dem Zugriff eines Staates gebunkert habe, um auch überall auf der Welt ein gern gesehener Gast zu sein, falls sich die politische Großwetterlage in Deutschland einmal zum Ungunsten ändern sollte (z.B. durch das unbelehrbare Bolschewiken-Gesocks oder dieser ewig gestrige braune Armut für Deutschland AfD Anti- Euro-Deppen-Verein). So einfach ist das. Over and out !

Account gelöscht!

17.02.2014, 12:48 Uhr

Da will ich mal hoffen, dass sie nicht magersüchtig sind. Sonst sehen sie wirklich arm aus mit Ihrem "körpergewichtigem Gold" ;-))

jorgitojavier

17.02.2014, 14:18 Uhr

warum heissen Sie nicht egtl. FlashGOLDon???

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