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03.07.2017

15:41 Uhr

Rohstoffe

Trockenheit in USA treibt Weizenpreise hoch

Die Preise für US-Weizen steigen – um bis zu vier Prozent. An der Börse in Chicago kostete ein Scheffel zuletzt 2015 so viel. Grund dafür ist die anhaltende Trockenheit in den wichtigsten Anbauregionen des Landes.

Auch die Weizenpreise in Europa zogen an. dpa

Getreideernte

Auch die Weizenpreise in Europa zogen an.

Paris/SydneyDie Aussicht auf eine Fortsetzung der Trockenheit in den wichtigen amerikanischen Anbauregionen hat am Montag die Preise für US-Weizen in die Höhe getrieben. Die richtungsweisenden Future an der Chicagoer Börse CBOT verteuerten sich zeitweise um vier Prozent auf 547-1/4 US-Cents je Scheffel und damit den höchsten Preis seit Juli 2015. „Der Sommerweizen brennt in der Sonne, und das wird die Produktion weiter schwächen und die Ernte noch niedriger als vom US-Agrarministerium vorausgesagt ausfallen lassen“, sagte ein Börsianer.

Nach Angaben des Ministeriums vom Freitag wird die Fläche für Sommerweizen aktuell nur 10,9 Millionen Morgen betragen. Noch im März war mit einer Fläche von 11,3 Millionen Morgen gerechnet worden. „Damit war die Kürzung stärker als am Markt erwartet“, schrieben die Analysten der Commerzbank.

In Rohstoffe investieren: Grundlagen

Natürliche Ressourcen

Rohstoffe sind natürliche Ressourcen. Sie kommen in der Natur vor und wachsen teilweise nach. Beispiele sind Öl, Kohle, Stahl, Gold, Getreide oder Fleisch. Darüber hinaus gibt es neuerdings auch Rohstoffe, die künstlich hergestellt werden. Ein Beispiel ist Plastik.

Marktdaten verfolgen

Reales Angebot und Nachfrage sind die Basis der Rohstoffpreise. Infos zu Lagerbeständen und Bedarf von Industriemetallen kann man direkt beim Londoner Metal Exchange (www.lme.com) verfolgen. Hilfreich für Agrarrohstoffe ist der Wasde-Bericht (World Agricultural Supply and Demand Estimates; www.usda.gov).

Wetterbericht im Auge behalten

Sinkt die Temperatur in Florida – einem der wichtigsten Orangenanbauer der Welt – unter zwei Grad minus, steigt der Preis für Orangensaft. Frost, Dürre, Überschwemmungen – was die Ernte beeinträchtigt, lässt Agrarrohstoffe haussieren. Rohstoffbörsen wie die CME (www.cme.com) bieten detaillierte Wetterprognosen sowie eine Übersicht zu Rohstoffpreisen.

Psychologie zählt

Ölpreis und Metalle ziehen mit der Konjunktur. Bei Problemen in großen Förderländern steigen die Preise in der Regel auch bei flauer Wirtschaft. Bei Gold sind Angstkäufe der wichtigste Preistreiber.

Exoten meiden

Rohstoffmärkte gelten als enge Märkte. Das heißt: Bei Erzeugnissen mit geringem Umsatzvolumen drohen heftige Kursausschläge. Emittenten wälzen das über Kauf-Verkaufs-Spannen auf Anleger ab. Wer sicher anlegen möchte, sollte deshalb lieber auf führende Rohstoffe setzen: Kupfer statt Zink, Baumwolle statt Bauholz.

Kurve beachten

Sind langlaufende Kontrakte teurer als kurze, steigt die Terminkurve (Contango), Zertifikate verlieren an Wert. Sinkt die Terminkurve (Backwardation), gibt es einen Extragewinn.

Banken checken

Rohstoffzertifikate sind Schuldverschreibungen. Geht die ausgebende Bank pleite, ist das Geld futsch. Vor dem Kauf Emittenten checken, etwa deren Kreditausfallprämien. In Deutschland geht das etwa über den Derivateverband (www.derivateverband.de).

Einsatz begrenzen

Einzelne Rohstoffe können sehr volatil sein. Rohstoffe sollten nicht mehr als zehn Prozent eines Depots ausmachen. Neben einzelnen Futures lässt sich auch in passive Portfolios investieren, etwa den S&P GSCI (die Abkürzung steht für Standard & Poors Goldman Sachs Commodity Index) oder den RICI (Rogers International Commodity Index).

Auch die Weizenpreise in Europa zogen an. Der richtungsweisende Dezember-Future, der an der Pariser Börse Euronext gehandelt wird, stieg um bis zu 2,5 Prozent auf 186,25 je Tonne. So viel hat eine Tonne seit November 2015 nicht mehr gekostet. Auch in Europa hat eine Hitzewelle dem Weizen-Anbau zugesetzt. Die EU-Kommission hatte am Freitag ihre Ernteschätzung um mehr als zwei Millionen Tonnen auf 138,9 Millionen Tonnen gesenkt.

Von

rtr

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