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13.11.2015

11:10 Uhr

Rohstoffe und Gold

Goldpreis fällt trotz Run auf Münzen

VonIngo Narat

Gold ist so billig wie zuletzt vor sechs Jahren. Denn viele einstige Anhänger der Krisenwährung haben jetzt Vertrauen in die Notenbank. Privatanleger kaufen dennoch mehr Barren – und vor allem eine Münze.

Die Nachfrage nach Barren und Münzen steigt in wichtigen Märkten.

Wo Gold gefragt ist

Die Nachfrage nach Barren und Münzen steigt in wichtigen Märkten.

FrankfurtDie amerikanische Freiheitsstatue ist begehrt wie lange nicht. Es geht um die kleine Version, die US-Goldmünze „American Eagle“. Auf der Vorderseite trägt Lady Liberty in der einen Hand die Fackel als Freiheitssymbol, in der anderen den Olivenzweig als Sinnbild für den Frieden. Zusammen mit dem Adler auf der Rückseite ist das hübsch anzusehen und zieht viele Anleger an.

Die US-Münzprägeanstalt verkaufte im dritten Quartal sehr viele der schön gestalteten Münzen. Sie verfehlte den Rekordabsatz aus dem vierten Quartal 2008 nur knapp – es war der Höhepunkt der Finanzkrise mit der Pleite der Lehman-Bank.

Die neue Lust der Anleger auf den Eagle trieb auch die Gold-Anlagekäufe der Verbraucher in den USA mächtig nach oben. Zahlen dazu und zum weltweiten Goldmarkt legte am Mittwoch der World Gold Council WGC vor. Nach Angaben der Minenlobby vervielfachte sich der Gesamtabsatz an Barren und Münzen in den USA im dritten Quartal gegenüber den drei Monaten davor (siehe Grafik). „Da spielte auch der Goldpreisrückgang im Sommer eine Rolle, den viele Anleger für günstige Käufe nutzten“, sagt WGC-Analyst Alistair Hewitt.

Die globalen staatlichen Goldreserven

Hintergrund

Die Daten des Internationalen Währungsfonds zeigen die Goldreserven ausgewählter Staaten (in Tonnen) zum Jahresende 2016. Die Statistik legt außerdem offen, wie groß der Anteil des Goldes an den gesamten staatlichen Währungsreserven ist. Viele Länder bunkern neben Gold große Devisenbestände, etwa in US-Dollar oder in Euro.

USA

Bestand: 8133,5 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 73,8 Prozent

Quelle: World Gold Council

Deutschland

Bestand: 3779,9 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 67,6 Prozent

Frankreich

Bestand: 2435,8 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 61,5 Prozent

China

Bestand: 1842,6 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 2,2 Prozent

Schweiz

Bestand: 1040,0 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 5,6 Prozent

Russland

Bestand: 1615,2 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 15,2 Prozent

Indien

Bestand: 557,8 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 5,7 Prozent

Großbritannien

Bestand: 310,3 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 8,5 Prozent

Traditionell würden vor allem Asiaten tiefere Preise zu Käufen nutzen. Die Westeuropäer hätten im dritten Quartal allerdings ebenfalls stärker zugegriffen. Die Deutschen beispielsweise kauften 31,7 Tonnen Barren und Münzen. Das ist über ein Viertel mehr als im Vorquartal. „Die Deutschen sorgen sich weiter wegen Griechenland, Osteuropa und wegen der Folgen der Geldpolitik der EZB“, sagt Hewitt. Darüber hinaus schüre die Flüchtlingskrise die Unsicherheit in Europa, was auf dem Kontinent ein zusätzliches Kaufmotiv sei.

Deutsche und andere Bewohner westlicher Länder konzentrieren sich beim Goldkauf auf Barren und Münzen. Bei den Asiaten ist das ganz anders. Chinesen und Inder etwa kaufen vor allem Goldschmuck. „Das ist in Asien ein Teil der Kultur“, erinnert Hewitt. Dort sei Gold ein wichtiges Geschenk bei Hochzeiten oder als Gabe an Neugeborene, ebenso sei es ein Statussymbol. Laut WGC erwarben die Inder allein im dritten Quartal insgesamt 268 Tonnen Gold. Der größte Teil davon war Schmuck.

Kommentare (16)

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Account gelöscht!

13.11.2015, 11:25 Uhr

Wieder einmal so ein komisch (fachlich falscher) Beitrag zu Gold. Für einen Euro-Investor/Local ist Gold momentan eben nicht so " billig wie zuletzt vor 6 Jahren ".

Für uns ist nur der Preis in Euro relevant, da Rohstoffe (u.a. auch Gold) eine negative €/$-Korrelation haben.

Demnächst bitte besser recherchieren bzw. sich besser informieren. Danke !

Herr Tom Schmidt

13.11.2015, 11:29 Uhr

Die "Experten"-Aussagen zum Thema sind wieder typisch und grenzen mehr an Desinformation!

Zitat: "„Da spielte auch der Goldpreisrückgang im Sommer eine Rolle, den viele Anleger für günstige Käufe nutzten“, sagt WGC-Analyst Alistair Hewitt."

Wir hatten einen Goldpreisrückgang im Juli in US-$, der Mitte August vorbei war. Was dann aber kam, war ein Absturz der Schwellenländerwährungen gegenüber US-$ und auch dem Euro. Kurz gesagt: von niedrigen Goldpreisen für einen Großteil der Weltbevölkerung kann im 3. Quartal gar keine Rede sein!

Trotzdem wird mehr physisches Gold gekauft, die Interpretation ist/wäre spannend. Vielleicht hat es sehr viel mehr mit der klassischen Funktion von Gold (Krisenwährung) zu tun?

Herr Fritz Yoski

13.11.2015, 11:40 Uhr

Besonders Platin ist zur Zeit billig.

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