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15.05.2013

17:39 Uhr

Rohstoffe

Verluste bei Öl, Gold und Silber

Die Preise für Öl, sowohl Brent als auch WTI, sind leicht gesunken. Die Lagerbestände haben in der vergangenen Woche erneut zugenommen. Experten rechnen damit, dass Öl sogar noch weiter verliert.

Ölförderung in Venezuela. Der Ölpreis bewegt sich in den niedrigsten Ständen seit Wochen. ap

Ölförderung in Venezuela. Der Ölpreis bewegt sich in den niedrigsten Ständen seit Wochen.

SingapurDie Ölpreise haben am Mittwochnachmittag im Minus gelegen. Die US-Sorte WTI zur Lieferung im Juni kostete zuletzt 92,40 Dollar, ein Rückgang um 1,9 Prozent. Öl der Nordseesorte Brent wurde zu 101,46 Dollar gehandelt und damit 1,1 Prozent niedriger.

WTI bewegt sich im Bereich der niedrigsten Stände seit zwei Wochen. Die wöchentlichen US-Lagerbestände, die am Nachmittag veröffentlicht wurden, zeigten überraschend einen Zuwachs von 624.000 Barrel. Eine Umfrage von Bloomberg deutete auf ein Plus von 450.000 auf 396 Millionen Barrel hin.

Meilensteine der Ölpreisentwicklung

Beginne der Ölförderung

Die ersten gewinnbringenden Erdölbohrungen finden Mitte des 19. Jahrhunderts statt. In dieser Zeit entstehen auch die ersten Raffinerien. Bis 1864 steigt der Ölpreis auf den Höchststand von 8,06 Dollar pro Barrel (159 Liter); inflationsbereinigt müssen damals im Jahresdurchschnitt 128,17 US-Dollar gezahlt werden. In den folgenden Jahrzehnten bleibt der Preis auf einem vergleichsweise niedrigen Level, fällt mitunter sogar, bedingt etwa durch den Erfolg der elektrischen Glühlampe, durch die Öl im privaten Haushalt nicht mehr zur Beleuchtung nötig ist.

Vollgas mit Benzin

Mit dem Erfolg des Automobils zu Beginn des 19. Jahrhunderts steigt die Öl-Nachfrage rasant; speziell in den USA, wo der Ford Modell T zum Massenprodukt wird. 1929 fahren insgesamt 23 Millionen Kraftfahrzeuge auf den Straßen. Der Verbrauch liegt 1929 in den Staaten bei 2,58 Millionen Fass pro Tag, 85 Prozent davon für Benzin und Heizöl. Die Preise bleiben allerdings weiter unter fünf Dollar pro Fass (nicht inflationsbereinigt), da auch mehr gefördert wird.

Negative Folgen der Weltwirtschaftskrise

In den 30er Jahren kommt die Große Depression, die Unternehmenszusammenbrüche, Massenarbeitslosigkeit, Deflation und einen massiven Rückgang des Handels durch protektionistische Maßnahmen zur Folge hat. Während der Weltwirtschaftskrise verringert sich die Nachfrage nach Erdöl und der Preis sinkt auf ein historisches Tief. 1931 müssen bloß noch 0,65 Dollar pro Barrel gezahlt werden (inflationsbereinigt etwa zehn US-Dollar). So billig sollte das schwarze Gold nie wieder sei.

Goldene Zeitalter des billigen Öls

Nachdem sich die Weltkonjunktur erholt hat, steigt der Preise für Öl wieder, bleibt aber konstant unter fünf Dollar pro Barrel. Für die Jahre zwischen dem Ersten Weltkrieg und der Ölkrise im Herbst 1973 spricht man deshalb vom „goldenen Zeitalter“ des billigen Öls.

Erste Ölkrise

In den 70er und 80er Jahren kommt der Ölpreis in Bewegung. Als die Organisation der erdölexportierenden Länder (Opec) nach dem Krieg zwischen Israel und den arabischen Nachbarn im Herbst 1973 die Fördermengen drosselt, um politischen Druck auszuüben, vervierfacht sich der Weltölpreis binnen kürzester Zeit. Zum Ende des Jahres 1974 kostet ein Barrel über elf Dollar (inflationsbereinigt fast 55 US-Dollar). Dies bekommen auch Otto-Normal-Bürger zu spüren: In Deutschland bleiben sonntags die Autobahnen leer, in den USA bilden sich Schlangen vor den Tankstellen.

Preisexplosion während des Golfkriegs

Während der zweiten Ölkrise in den Jahren 1979/1980 zieht der Ölpreis nach einem kurzfristigen Rückgang weiter an. Ausgelöst wird dies im Wesentlichen durch Förderungsausfälle und Verunsicherung nach der Islamischen Revolution. Nach dem Angriff Iraks auf Iran und dem Beginn des Ersten Golfkrieg explodieren die Preise regelrecht. Auf dem Höhepunkt im April 1980 kostet ein Barrel 39,50 Dollar (inflationsbereinigt 116 Dollar).

Niedrigpreise in den 80er und 90er Jahren

Die 80er und 90er Jahre sind – abgesehen von dem kurzzeitigen Anstieg verursacht durch den Zweiten Golfkrieg – eine Phase niedriger Ölpreise. Die Industriestaaten befinden sich in einer Rezession und suchten aufgrund vorhergehenden Ölkrisen mit besonders hohen Preisen nach alternativen Energiequellen. Weltweit gibt es Überkapazitäten. Während der Asienkrise 1997/1998 sinkt die Nachfrage weiter. Ende des Jahres 1998 werden 10,65 Dollar pro Barrel verlangt.

Ein rasanter Anstieg

Nach Überwindung der Krise wachsen die Weltwirtschaft und damit auch der Ölbedarf schnell. Selbst die Anschläge auf das World Trade Center 2001 sorgen nur für einen kurzen Rücksetzer. Anfang 2008 steigt der Ölpreis erstmals über 100 US-Dollar je Barrel, Mitte des Jahres sogar fast auf 150 Dollar. Ein Grund für den Preisanstieg war der Boom des rohstoffhungrigen China, mittlerweile zweitgrößter Verbraucher der Welt. Die Finanzkrise ließ den Preis Ende 2008 allerdings wieder abstürzen.

Ölpreis heute

Ein weltweites Überangebot hält die Preise weiterhin auf niedrigem Niveau. Aktuell kostet ein Barrel Brent rund 30 US-Dollar.

Zuvor waren Konjunkturdaten im Euroraum und in den USA niedriger als erwartet ausgefallen. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt für das erste Quartal hatte mit plus 0,1 Prozent hinter den prognostizierten 0,3 Prozent Zuwachs gelegen, während das Bruttoinlandsprodukt der Euroregion im gleichen Zeitraum um 0,2 Prozent gesunken war und damit die Prognose von minus 0,1 Prozent verfehlt hatte. Eine mäßige Wirtschaftsaktivität signalisiert geringeren Ölverbrauch.

Gold notierte mit 1398,77 Dollar je Unze 1,9 Prozent leichter. Die Unze Silber fiel zeitweise auf ein Dreiwochentief und notierte am Nachmittag 3,2 Prozent leichter bei 22,68 Dollar. Die Notierungen litten damit unter der Stärke der US- Währung. Der Dollar Index erreichte am Mittwoch den höchsten Stand seit Juli. Zudem waren die Bestände von mit Gold unterlegten börsengehandelten Produkten am Dienstag auf den tiefsten Stand seit Juli gefallen.

“Die Käufe der Verbraucher reichen nicht aus, die Abzüge auszugleichen”, sagte Peter Fertig, Leiter von Quantitative Commodity Research Ltd. in Hainburg. Beim Einbruch der Edelmetalle im April war es auf ermäßigtem Niveau zu starken physischen Käufen durch die Verbraucher gekommen.

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15.05.2013, 11:30 Uhr


Die Ölpreise sind eine einzige Blase! Diese Preise haben überhaupt nichts mit Wettbewerb zu tun, sondern mit einem sich immer weiter bereichernden Ölkartell... die Marken sind nur Schall und Rauch!

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