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19.06.2011

10:31 Uhr

Rohstoffe

Wenig Hoffnung auf sinkende Ölpreise

VonRegine Palm

Nach dem Scheitern der Opec-Verhandlungen über höhere Fördermengen hat der Preis für ein Barrel Brent-Öl wieder zugelegt. Eine baldige Entspannung ist derzeit eher unwahrscheinlich.

Der Öl-Preis ist inzwischen wieder auf 120 Dollar je Barrel geklettert. Quelle: dpa

Der Öl-Preis ist inzwischen wieder auf 120 Dollar je Barrel geklettert.

DüsseldorfDer Rohölpreis hat zwischenzeitlich wieder die Marke von 120 Dollar erreicht. Ein Barrel – 159 Liter – der Nordseesorte Brent ist damit an den Rohstoffbörsen fast so teuer wie Anfang Mai. Die Möglichkeit eines baldigen kräftigen Rückgangs schätzen Experten eher gering ein, sie erwarten vielmehr, dass sich der Ölpreis auf dem jetzigen hohen Niveau halten wird.

Ausgelöst hatte den jüngsten Preissprung die Organisation erdölexportierender Länder (Opec). Das Kartell, das für mehr als ein Drittel der Weltölförderung steht, konnte sich bei seiner Sitzung vergangene Woche nicht wie erwartet auf höhere Förderquoten einigen. Die Folge: Mit der wachsenden Unsicherheit stiegen an den Ölmärkten die Preise. Im Ölkartell standen sich zwei Lager gegenüber. Die einen – dazu gehörte das weltgrößte Ölanbieterland Saudi-Arabien – wollten die Produktion erhöhen, um den Preisanstieg zumindest zu bremsen. Dahinter steckt die Sorge, dass zu hohe Preise zu einer Gefahr für die Konjunktur werden könnten. Andere Kartellmitglieder wie Iran oder Venezuela sind gegen eine Erhöhung der Förderquote, weil sei vermeiden wollen, dass der Ölpreis fällt.

Sechs Fakten über die Rohstoffmärkte

Viel Verbrauch...

Die Weltbevölkerung wächst und wächst. Prognosen gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2100 mehr als zehn Milliarden Menschen auf der Erde leben werden.

...und wenig Angebot

Rohstoffe wie Öl und Gold sind nicht endlos, dementsprechend teuer werden sie, wenn das Angebot sich verknappt.

13 Prozent

beträgt aktuell Chinas Anteil an der Weltwirtschaft. Die rohstoffhungrige Volksrepublik ist auf dem besten Wege die größte Handelsnation der Welt zu werden.

40 Prozent

der weltweiten Kupfer-, Zink- und Aluminiumproduktion verbrauchen die Chinesen.

30 Prozent mehr

als vor drei Jahren kosten nach Angaben des Food Price Index der Uno unsere Nahrungsmittel weltweit im Durchschnitt.

465 Prozent Gesamtrendite

konnten Anleger mit Aktien auf Goldminen seit 2002 einfahren.

„Die Krux liegt in den Erwartungen“, erklärt Ole Hansen, Rohstoffexperte der Saxo Bank. „Der eine Block, angeführt von Saudi-Arabien, rechnet im dritten Quartal mit einer Angebotslücke von fast zwei Millionen Barrel Öl pro Tag und drängt auf eine Fördererhöhung. Andere Staaten wie Iran hingegen produzieren schon am Limit und rufen eher nach steigenden Preisen.“ In der Opec verschiebe sich damit das Gewicht laut Hansen zugunsten von Ländern wie Saudi-Arabien, Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emiraten, die ihre Förderung noch erhöhen könnten.

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