Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.01.2010

07:43 Uhr

Rohstoffe

Winterkälte beflügelt Ölpreis

Die Ölpreise weiter gestiegen – am neunten Handelstag hintereinander. Händler machen den kalten Winter für die Preisrally verantwortlich. Und die bessere Konjunktur. Auch andere Rohstoffe steigen im Wert.

rtr FRANKFURT. Rohstoffe sind bei den Anlegern in der ersten Handelswoche des neuen Jahres weiter gefragt gewesen. Die Kombination aus positiven Konjunkturerwartungen und einem schwächeren US-Dollar beflügelten am Dienstag vor allem die Metallpreise. Der Ölpreis wurde zusätzlich durch den Heizbedarf in Folge der kalten Wintertage getrieben und bewegte sich Richtung 82 Dollar.

Gegen Mittag verteuerte sich US-Öl der Sorte WTI um 13 Cent auf 81,64 Dollar je Barrel. Die Nordseesorte Brent kostete 80,29 Dollar und damit rund 16 Cent mehr. Allein der Heizbedarf des größten Energieverbrauchers USA liegt durch die frostigen Wintertage Schätzungen zufolge 21 Prozent über dem Normalzustand. Auch in Europa und Asien sind die Temperaturen so niedrig wie seit Jahren nicht mehr. Preisstützend bleibt auch der Zwist zwischen Russland und Weißrussland. Zwar hat Russland eigenen Angaben zufolge seinen Lieferstopp an das Nachbarland wieder aufgehoben. Die Lage bleibe aber unsicher, sagten Marktteilnehmer. Die beiden Staaten konnten sich nicht über Transit- und Abnehmerpreise einigen. Auch europäische Kunden beziehen einen großen Teil ihres Ölbedarfs via Weißrussland.

Stärkere Produktionszahlen aus China und der gestiegene US-Einkaufsmanagerindex veranlassten Anleger, ihre Portfolios mit Metallen zu bestücken. Gefragt waren Platin und Palladium, die jeweils auf ihren höchsten Stand seit mehr als einem Jahr kletterten. Platin erreichte bei 1 525 Dollar je Feinunze ein 16-Monats-Hoch, Palladium stieg bis auf 424 Dollar und war damit so teuer wie seit Juli 2008 nicht mehr. Die vor allem zum Bau von Autokatalysatoren verwendeten Metalle seien wegen der erwarteten Konjunkturerholung begehrt, sagten Händler.

Dazu würden vor allem die im Laufe des Tages erwarteten US-Autoabsatzzahlen beäugt. Zudem könnten neue passive Investmentprodukte, die physisch mit Platin und Palladium gedeckt sind, frische Geldzuflüsse für die Rohstoffe bedeuten. Der Goldpreis stieg dank eines schwächeren US-Dollar bis auf 1127 Dollar je Feinunze. Gegen Mittag lag er mit 1121 Dollar allerdings wieder auf dem Niveau des späten Vortagesgeschäftes.

Der Kupferpreis hielt sich ebenfalls nicht lange nahe seines 16-Monats-Hochs vom Vortag. Weiter im Fokus stand der Arbeitskampf in der weltweit zweitgrößten Kupfermine in Chile, nachdem die Arbeitgeber ein neues Angebot vorgelegt haben. „Es könnte eine Einigung geben“, sagte ein Händler. „Wir hatten einen ziemlichen Run auf Kupfer und diese Nachricht könnte Gewinnmitnahmen ausgelöst haben.“ Eine Tonne Kupfer kostete 7 452 Dollar nach 7 500 Dollar am Vorabend. Am Montag hatte der Preis mit 7 536 Dollar den höchsten Stand seit August 2008 erreicht. „Eine Korrektur wäre gesund und eine gute Möglichkeit einzusteigen“, sagte ein Händler. Bei Kupfer würde er bei Preisen um 7 150 bis 7 200 Dollar kaufen, ergänzte er.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf "Zum Home-Bildschirm"

Auf tippen, dann "Zum Startbildschirm hinzu".

×