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18.02.2014

16:04 Uhr

Rohstoffgeschäfte

Deutsche Bank könnte Goldfixing abgeben

Deutschlands größte Bank möchte sein Rohstoffgeschäft verkleinern. Dazu soll unter anderem das Goldfixing abgegeben werden. Insider handeln bereits einen Kandidaten. Doch die vorherigen Skandale überschatten den Deal.

Ein Mann passiert eine Deutsche Bank Filiale in London. Auf der Suche nach einem Abnehmer fürs Goldfixing könnte die Bank in Südafrika fündig werden. Reuters

Ein Mann passiert eine Deutsche Bank Filiale in London. Auf der Suche nach einem Abnehmer fürs Goldfixing könnte die Bank in Südafrika fündig werden.

Die Deutsche Bank kann sich vermutlich schon bald aus dem Goldfixing zurückziehen. Mit der Situation vertraute Personen sagten der Nachrichtenagentur Reuters, die südafrikanische Standard Bank sei momentan der Favorit, um künftig bei der Ermittlung des Referenzpreises für das Edelmetall mitzumischen. Denn die Deutsche Bank will sich aus dem Kreis der Institute zurückziehen, die den Preis festsetzen.

Das Rohstoffgeschäft soll insgesamt verkleinert werden. Bislang galt es aber als fraglich, ob die Frankfurter einen Abnehmer finden. Denn nach mehreren Skandalen um die Manipulation bei der Festsetzung von Devisenkursen und Referenzzinssätzen nehmen die Regulierer auch die undurchsichtigen Fixing-Prozesse unter die Lupe.

In Rohstoffe investieren: Grundlagen

Natürliche Ressourcen

Rohstoffe sind natürliche Ressourcen. Sie kommen in der Natur vor und wachsen teilweise nach. Beispiele sind Öl, Kohle, Stahl, Gold, Getreide oder Fleisch. Darüber hinaus gibt es neuerdings auch Rohstoffe, die künstlich hergestellt werden. Ein Beispiel ist Plastik.

Marktdaten verfolgen

Reales Angebot und Nachfrage sind die Basis der Rohstoffpreise. Infos zu Lagerbeständen und Bedarf von Industriemetallen kann man direkt beim Londoner Metal Exchange (www.lme.com) verfolgen. Hilfreich für Agrarrohstoffe ist der Wasde-Bericht (World Agricultural Supply and Demand Estimates; www.usda.gov).

Wetterbericht im Auge behalten

Sinkt die Temperatur in Florida – einem der wichtigsten Orangenanbauer der Welt – unter zwei Grad minus, steigt der Preis für Orangensaft. Frost, Dürre, Überschwemmungen – was die Ernte beeinträchtigt, lässt Agrarrohstoffe haussieren. Rohstoffbörsen wie die CME (www.cme.com) bieten detaillierte Wetterprognosen sowie eine Übersicht zu Rohstoffpreisen.

Psychologie zählt

Ölpreis und Metalle ziehen mit der Konjunktur. Bei Problemen in großen Förderländern steigen die Preise in der Regel auch bei flauer Wirtschaft. Bei Gold sind Angstkäufe der wichtigste Preistreiber.

Exoten meiden

Rohstoffmärkte gelten als enge Märkte. Das heißt: Bei Erzeugnissen mit geringem Umsatzvolumen drohen heftige Kursausschläge. Emittenten wälzen das über Kauf-Verkaufs-Spannen auf Anleger ab. Wer sicher anlegen möchte, sollte deshalb lieber auf führende Rohstoffe setzen: Kupfer statt Zink, Baumwolle statt Bauholz.

Kurve beachten

Sind langlaufende Kontrakte teurer als kurze, steigt die Terminkurve (Contango), Zertifikate verlieren an Wert. Sinkt die Terminkurve (Backwardation), gibt es einen Extragewinn.

Banken checken

Rohstoffzertifikate sind Schuldverschreibungen. Geht die ausgebende Bank pleite, ist das Geld futsch. Vor dem Kauf Emittenten checken, etwa deren Kreditausfallprämien. In Deutschland geht das etwa über den Derivateverband (www.derivateverband.de).

Einsatz begrenzen

Einzelne Rohstoffe können sehr volatil sein. Rohstoffe sollten nicht mehr als zehn Prozent eines Depots ausmachen. Neben einzelnen Futures lässt sich auch in passive Portfolios investieren, etwa den S&P GSCI (die Abkürzung steht für Standard & Poors Goldman Sachs Commodity Index) oder den RICI (Rogers International Commodity Index).

Neben der Deutschen Bank sind die britischen Institute Barclays und HSBC, die kanadische Bank of Nova Scotia sowie die französische Societe Generale am Goldfixing beteiligt. Diese müssten einem Verkauf des Teilnahmerechts zustimmen. Die Insider sagten Reuters nun, die Standard Bank habe Interesse und sei für die anderen Geldhäuser akzeptabel. Die Deutsche Bank und die Standard Bank lehnten eine Stellungnahme dazu ab.

Das südafrikanische Geldhaus verkauft gerade 60 Prozent seines Kapitalmarktgeschäfts an die chinesische Großbank ICBC. 2004 war letztmals ein Platz am Goldfixing-Tisch gewechselt - von N.M. Rothschild and Sons hin zu Barclays. Marktkreisen zufolge wurden damals eine Million Dollar dafür gezahlt.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Unglaublich

18.02.2014, 17:54 Uhr

"Handelsblatt vom 31.12.13: "'Gold war gestern'. 'Gold ist einer der großen Verlierer der Krise'"

Handelsblatt vom 05.02.14: "Besonders Goldanleger müssen sich auf 'weitere Leiden' einstellen, obwohl das Edelmetall bereits im vergangenen Jahr 28 Prozent seines Wertes verloren hat. Die US-Investmentbank Morgan Stanley senkte ihr Preisziel um zwölf Prozent auf 1160 Dollar je Unze."

Handelsblatt vom 13.02.14: "Analysten rechnen mit steigendem Goldpreis."

Hä? - Gehts noch soll dies eine Anlyse sein oder mehr Kaffeesatzleserei je nach dem wo der Goldkurs sich gerade befindet.

Siehe auch: http://www.goldseiten.de/artikel/196176--Gold-ueber-1.300-Goldaktien-steigen.html

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