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04.01.2005

10:55 Uhr

Rohstoffe + Devisen

Rohstoffkonzern WMC weist Übernahmeangebot von Xstrata zurück

Der australische Rohstoffkonzern WMC Resources hat das Übernahmeangebot seines Schweizer Wettbewerbers Xstrata als zu niedrig zurückgewiesen. Der Verwaltungsrat empfehle den Aktionären die Ablehnung der Offerte über insgesamt 7,4 Mrd.

dpa-afx SYDNEY/ZUG. Der australische Rohstoffkonzern WMC Resources hat das Übernahmeangebot seines Schweizer Wettbewerbers Xstrata als zu niedrig zurückgewiesen. Der Verwaltungsrat empfehle den Aktionären die Ablehnung der Offerte über insgesamt 7,4 Mrd. australische Dollar (4,3 Mrd Euro), teilte das Unternehmen am Dienstag in Sydney mit.

Ein Gutachten eines unabhängigen Experten habe ergeben, dass die gebotenen 6,35 Dollar je WMC-Aktie nicht fair und unangemessen seien. Laut dem Gutachten liegt der reale Wert je Aktie zwischen 7,17 und 8,24 Dollar. Xstrata hatte im Oktober ein Übernahmeangebot für seinen Konkurrenten angekündigt und dieses im Dezember unterbreitet. Das WMC-Management lehnte das Angebot von Anfang an ab. Das für die Übernahme nötige Kapital will Xstrata am Kapitalmarkt aufnehmen.

Gutachten

Die Offerte von 7,4 Mrd. Dollar liege knapp 1 Milliarde Dollar unter der aktuellen Bewertung am Kapitalmarkt, sagte WMC-Präsident Tommie Bergman. Die Studie von Grant Samuel & Associates fußt auf der Annahme, dass die Preise für Nickel, Kupfer, Uran und Gold - die Haupterzeugnisse von WMC - in den kommenden Jahren weiter steigen werden. Das Gutachten reflektiere die Stärke des derzeitigen Portfolios, sagte WMC-Chef Andrew Michelmore. Es gebe allerdings noch weiteres Aufwärtspotenzial. Als Beispiel nannte er das Bergbauprojekt Olympic Dam.

Die Gesellschaft will Olympic Dam bis zum Ende der Dekade weiter entwicklen. In den im Süden von Australien gelegenen Minen fördert WMC Nickel, Kupfer und Uran. Dort befänden sich ein Drittel der weltweit bekannten Uranvorkommen, sagte Michelmore. Olympic Dam berge zudem die viertgrößten Kupferlager der Welt. Als Teil seiner Abwehrstrategie gegen die ungewollte Übernahme will WMC Partner für das Bergbauprojekt gewinnen.

Für das abgelaufene Geschäftsjahr stellte das australische Unternehmen einen Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) in Höhe von 954 Mill. Dollar in Aussicht, nach 840 Mill. Dollar im Vorjahr. In diesem Jahr soll der operative Gewinn auf 980 Mill. Dollar klettern. WMC profitiert wie seine Wettbeweber von den steigenden Rohstoffkosten, die vor allem von der hohen Nachfrage der chinesischen Volkswirtschaft getrieben werden.

Xstrata wies die Schlussfolgerungen der WMC-Führung aus dem Gutachten zurück. Die Gewinnprognosen seien zu optimistisch, daher sei Skepsis angebracht, hieß es. In der kommenden Woche will das Schweizer Unternehmen die Informationen von WMC genauer unter die Lupe nehmen. Xstrata hatte im Jahr 2003 bereits den australischen Bergbaukonzern MIM gekauft und expandierte damit in die Bereiche Kupfer und Blei.

Aktienkurs Steigt Weiter

Xstrata könnte bei der geplanten Akquisition in Australien Konkurrenz bekommen: Die Rohstoffkonzerne BHP Billiton Plc und Rio Tinto Plc erwägen laut früheren Medienberichten Gegenangebote für WMC. Profitieren würden davon die Aktionäre, da bei einem Bieterwettstreit die Aktie der Australier weiter anziehen würde. Am Dienstag gewann der Titel 0,10 Dollar auf 7,32 Dollar und lag damit weit über den von Xstrata gebotenen 6,35 Dollar.

Das Rohstoffunternehmen Xstrata verlegte Anfang 2002 seinen Hauptsitz von der Schweiz nach London. Es behielt aber den Steuersitz in der Schweizer Stadt Zug. Die Aktie der Gesellschaft ist an den Börsen Zürich und London gelistet.

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