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27.09.2011

09:34 Uhr

Rohstoffmarkt

Der tägliche Wahnsinn

VonIngo Narat

Die Rohstoffpreise schwanken so heftig wie noch nie. Sogar für Experten ist es der reine Irrsinn. Und für Unternehmer werden Rohstoffe zum unkalkulierbaren Risiko. Spekulanten haben die Märkte fest im Griff.

Rohstoffhändler an der New York Mercantile Exchange (Nymex): Beobachter ziehen Parallelen zum Jahr 2008 dapd

Rohstoffhändler an der New York Mercantile Exchange (Nymex): Beobachter ziehen Parallelen zum Jahr 2008

FrankfurtDer Silberpreis verliert in drei Handelstagen ein Drittel an Wert. Am Montagmorgen erreicht er sein vorläufiges Tief bei gut 27 Dollar je Feinunze. Doch schon am Nachmittag geht es wieder deutlich nach oben. Aktuell liegt er knapp fünf Dollar über dem gestrigen Tiefpunkt. Eine vernünftige Erklärung für solche Kurskapriolen fällt schwer. „Solche Preisschwankungen sind irrational und reine Panikreaktionen auf das Geschehen an den Finanzmärkten“, sagt Daniel Briesemann, Rohstoffexperte bei der Commerzbank.

Viele Beobachter ziehen Parallelen zum Jahr 2008, als die Finanzkrise mit der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers ihren Höhepunkt erreichte. „Ähnlich wie damals sind einige Investoren in Liquiditätsnot, sie lösen ihre Rohstoffpositionen auf, um damit aufgerissene Löcher bei anderen Investments zu stopfen“, sagt Henning Beck, Rohstoff-Fachmann beim Vermögensverwalter Lupus Alpha. Insbesondere mit ihren Aktienpositionen haben einige Akteure in den vergangenen Wochen Schiffbruch erlitten.

Geld, das Monate zuvor die Rohstoffpreise auf nicht für möglich gehaltene Rekordniveaus katapultierte, fließt jetzt wieder ab. Mitte April erreichte der Rohstoffindex CRB (Basis Spotmarkt) seinen Höhepunkt. Allein seit Mitte 2010 war er um gut 40 Prozent gestiegen.

Für das hektische Auf und Ab an den Rohstoffmärkten machen die Fachleute zu einem nicht geringem Teil spekulative Anleger verantwortlich. Investmentbanken haben in den vergangenen Jahren viele neue Wettinstrumente auf Rohstoffe entwickelt und damit die Nachfrage angeheizt. „Und diese Banken haben die Finanzprodukte mit den Argumenten der wachsenden Nachfrage aus den Schwellenländern und als Inflationsschutz verkauft“, sagt Beck. Als sicherer Hafen in unsicheren Zeiten waren Edelmetalle wie Silber und Gold, in wachsendem Maße auch die Energie-Rohstoffe wie Öl und letztendlich die Industriemetalle wie Kupfer gefragt.

Kommentare (3)

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holyowly

27.09.2011, 10:02 Uhr

Würde man den PAPIERhandel mit Rohstoffen verbieten, so wäre es auch mit der extremen Volatilität und der Spekulation vorbei. Rohstoffe könnten dann wieder das sein was sie früher mal waren:
Wertspeicher und Produktionsmittel.

Account gelöscht!

27.09.2011, 14:23 Uhr

Wer hat viel Geld und Zeit zum Zocken ?? DIE CHINESEN !!

Die sitzen wahrscheinlich den ganzen Tag mit Ihren Billionen Dollar und Euros und spielen unsere Börsen kaputt. Unsereiner hat doch kaum Bargeld und die hohe Volatilität (VIX) muss ja irgendwo herkommen.

DIE CHINESEN - meine ich. Was meint ihr ?

Account gelöscht!

27.09.2011, 16:31 Uhr

Wenn die Chinesen so gut Börsencomputer hacken können wie Regierungsrechner, können sie ihre Billionen im Sparschwein lassen.

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