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20.01.2011

07:32 Uhr

Rohstoffmarkt

Öl, Gold und Kupfer werden günstiger

Die Wirtschaft in China brummt und die Inflation steigt. Wann erhöht China die Zinsen? Anleger spekulieren heute darauf und die Preise für Rohstoffe fallen. Anleger ziehen sich aus Edelmetallen zurück. Die Ölpreise fallen ebenfalls.

HB FRANKFURT. Die Rally legt eine Pause ein: Das rasante Wirtschaftswachstum und die anhaltend hohe Inflation in China haben am Donnerstag die Rohstoff-Märkte belastet. Investoren spekulierten, dass die dortige Regierung im Kampf gegen die Teuerung die Zinsen anheben oder andere Maßnahmen ergreifen werde, sagte ein Hongkonger Rohstoff-Händler. Die Wirtschaft könne eine erneute Straffung der Geldpolitik zwar locker wegstecken. Allerdings werde die Regierung die Zügel womöglich stärker anziehen als bislang erwartet, fügte er hinzu. Die Analysten von Global Risk Management bezweifelten sogar, dass eine Eindämmung der chinesischen Inflation angesichts der hohen Wachstumsraten überhaupt möglich sei.

Am Rohöl-Markt gab der Preis für ein Barrel (159 Liter) der richtungsweisenden US-Sorte WTI 0,8 Prozent auf 90,08 Dollar nach. Die Nordsee-Sorte Brent verbilligte sich 0,5 Prozent auf 97,58 Dollar. Die Experten der ANZ Bank betonten allerdings, mittelfristig werde der Preis für das "schwarze Gold" weiter steigen. Grund sei der China-Boom und die anziehende Konjunktur in den Industriestaaten.

Kupfer stand ebenfalls auf den Verkaufslisten der Investoren. Eine Tonne dieses für Stromkabel und Wasserrohre verwendeten Metalls verbilligte sich um 1,5 Prozent auf 9434 Dollar. Das zum Korrosionsschutz eingesetzte Zink gab sogar mehr als zwei Prozent auf 2340,25 Dollar nach.

Bei Gold hielten sich die Kursverluste in Grenzen. Das Edelmetall verbilligte sich um 0,8 Prozent auf 1358,91 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Damit blieb der Preis innerhalb der Handelsspanne der vergangenen Tage. Investoren seien unsicher, ob sie dank der anziehenden weltweiten Konjunktur zugunsten risikoreicherer Anlagen wie Aktien aus dem Markt aussteigen oder wegen der hohen Inflation in China in den Markt einsteigen sollten, sagte Rohstoff-Experte Jonathan Barrat von Commodity Broking Services. Die rückläufigen Bestände der weltgrößten börsennotierten Gold- und Silber-Fonds, SPDR Gold und iShares Silver Trust deuteten auf ersteres hin. Gleichzeitig blieb Börsianern zufolge die physische Nachfrage vor allem aus Asien hoch.

Kräftige Zuwächse verbuchten unterdessen die Preise für Kakao. Die britischen und die US-Futures kletterten jeweils auf den höchsten Stand seit knapp fünf Monaten. Eine Tonne dieses Schokoladen-Grundstoffs kostete zeitweise 2094 Pfund beziehungsweise 3150 Dollar. Als Grund nannten Börsianer die anhaltenden politischen Spannungen im weltweit wichtigsten Kakao-Exportland, der Elfenbeinküste. Am Vortag war ein Vermittlungsversuch der Afrikanischen Union gescheitert.

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