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12.03.2013

14:37 Uhr

Rohstoffmarkt

Spekulation auf lockere Geldpolitik treibt Gold an

Die Äußerungen von Bundesbank-Chef Jens Weidmann zum Inflationsdruck haben den Goldpreis angefeuert. Zuvor zog auch schon die Nachfrage aus China den Preis nach oben.

Goldbarren des Edelmetall-Händlers pro aurum. Der Goldpreis legt zu. dpa

Goldbarren des Edelmetall-Händlers pro aurum. Der Goldpreis legt zu.

FrankfurtSpekulationen auf eine weiterhin lockere Geldpolitik in der Euro-Zone haben am Dienstag dem Goldpreis neuen Schwung gegeben. Die Feinunze verteuerte sich um bis zu 1,1 Prozent auf 1597,70 Dollar. Ein Auslöser der Käufe seien Aussagen von Bundesbank-Chef Jens Weidmann gewesen, der vor Journalisten von einem nachlassenden Inflationsdruck gesprochen hatte, erklärten Händler in London. Dies sei als Signal für eine Fortsetzung der ultralockeren Geldpolitik der EZB verstanden worden, zu deren Rat Weidmann gehört.

Schon vor den Aussagen Weidmanns war der Goldpreis angesichts von physischer Nachfrage aus China gestiegen. Seit Wochen ist der Goldpreis eher auf Talfahrt. Analysten haben dies nicht zuletzt auf den Rekordlauf an den Aktienbörsen zurückgeführt. Dividendentitel versprächen eine höhere Rendite als der Goldpreis, erklärten sie. Dass Gold bei vielen Investoren an Attraktivität verloren hat, lässt sich gut an den aktuellen ETF-Statistiken ablesen. So sinken die Edelmetall-Bestände sämtlicher Gold-ETFs kontinuierlich.

Goldnachfrage weltweit (in Tonnen)

2003

Schmuck: 2.484
Barren und Münzen: 304
ETFs: -
Industrie: 386
Zentralbanken: -620
Gesamt: 2.594 Tonnen

2004

Schmuck: 2.616

Barren und Münzen: 355

ETFs: 133

Industrie: 419

Zentralbanken: -479

Gesamt: 3.044

2005

Schmuck: 2.719

Barren und Münzen: 396

ETFs: 208

Industrie: 438

Zentralbanken: -663

Gesamt: 3.098

2006

Schmuck: 2.300

Barren und Münzen: 414

ETFs: 260

Industrie: 468

Zentralbanken: -365

Gesamt: 3.077

2007

Schmuck: 2.423

Barren und Münzen: 435

ETFs: 253

Industrie: 476

Zentralbanken: -484

Gesamt: 3.104

2008

Schmuck: 2.304

Barren und Münzen: 869

ETFs: 321

Industrie: 461

Zentralbanken: -235

Gesamt: 3.720

2009

Schmuck: 1.814

Barren und Münzen: 780

ETFs: 623

Industrie: 410

Zentralbanken: -34

Gesamt: 3.593

2010

Schmuck: 2.017

Barren und Münzen: 1.205

ETFs: 382

Industrie: 466

Zentralbanken: 77

Gesamt: 4.147

2011

Schmuck: 1.972

Barren und Münzen: 1.515

ETFs: 185

Industrie: 453

Zentralbanken: 457

Gesamt: 4.582

2012

Schmuck: 1.908

Barren und Münzen: 1.256

ETFs: 279

Industrie: 428

Zentralbanken: 535

Gesamt: 4.405

2013

Schmuck: 2.671

Barren und Münzen: 1.702

ETFs: - 916

Industrie: 354

Zentralbanken: 625

Gesamt: 4.436

2014

Schmuck: 2.457

Barren und Münzen: 1.004

ETFs: - 183

Industrie: 347

Zentralbanken: 588

Gesamt: 4.212

Q1 2015

Schmuck: 601

Barren und Münzen: 253

ETFs: 26

Industrie: 80,4

Zentralbanken: 119

Gesamt: 1.079
Auf das Jahr hochgerechnet: 4.316

Die Bestände des weltgrößte ETF-Fonds - SPDR Gold Trust - fielen per Montagabend sogar auf den niedrigsten Stand seit Oktober 2011. Auch die Preise Silber und Platin zogen je um etwa ein Prozent an. Nur Palladium war nicht gefragt und gab leicht nach.

Kommentare (3)

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Michael

12.03.2013, 10:34 Uhr

Wo steigt er denn? $4 seit Donnerstag letzter Woche, in € sogar konstant geblieben.

Account gelöscht!

12.03.2013, 10:37 Uhr


HB Flöten predigen den Ausstieg aus der Goldspekulation.

China sieht u.a eine Eurokrise und kauft.

Bin ich beruhigt. Da die Krise ja kommt,.

Account gelöscht!

12.03.2013, 10:50 Uhr

Es ist absoluter Blödsinn für so kurze Zeiträume darüber nachzudenken, wie diese Fluktuationen zu erklären sind. Ich weiß, die Leute wollen für jedes Rauschen eine (Pseudo-)Erklärung, aber nervtötend ist es schon. China kauft sicherlich nicht nur heute Gold. Und außerdem sind Gold und Öl als politische Rohstoffe (bzw. Devise) sowieso manipuliert auf kurze (und sogar mittlere) Sicht.

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