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21.12.2015

14:39 Uhr

Rohstoffpreis

Brent-Öl steht so niedrig wie 2004

Die Öl-Reserven der USA sind praller gefüllt denn je. Trotzdem fördern die Ölproduzenten weltweit unaufhörlich weiter. Der Preis für ein Barrel Brent fällt auf ein Elf-Jahres-Tief – und es kann noch tiefer gehen.

Der Ölpreis fällt weiter. dpa

Rohstoffpreise

Der Ölpreis fällt weiter.

FrankfurtDer Preiskampf der Ölförderländer geht in eine neue Runde: Die Opec-Staaten pumpen den Rohstoff aus allen Rohren in den Weltmarkt und drücken damit den Ölpreis noch unter die Tiefstände von 2008. Die richtungsweisende Sorte Brent aus der Nordsee kostete am Montag mit 36,05 Dollar je Barrel (159 Liter) so wenig wie zuletzt im Sommer 2004. Der Terminkontrakt auf das US-Öl WTI fiel um 1,2 Prozent auf ein Sieben-Jahres-Tief von 34,31 Dollar. Mitte 2014 hatten beide noch oberhalb der 100 Dollar-Marke gelegen.

Auslöser für den aktuellen Kursrutsch war Börsianern zufolge die wieder gestiegene Zahl der Ölbohrungen in den USA. Dem Ölindustrie-Dienstleister Baker Hughes zufolge wurde dort in der vergangenen Woche an 541 Stellen nach dem „schwarzen Gold“ gebohrt – ein Plus von 17 Bohrlöchern.

Öl-Aktien: Diesen Öl-Konzernen laufen die Anleger weg

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Seit Monaten ist der Ölpreis auf Talfahrt. Rohöl überflutet die Weltmärkte, die Nachfrage ist aber schwach. Anleger gehen wegen einbrechender Gewinne bei Öl-Konzernen in Deckung. Dennoch verlieren nicht alle Aktien.

Aber auch die Nachfrage schwächelt: Die Konjunktur der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft China ist aus dem Tritt gekommen und soll 2016 unter anderem mit Steuersenkungen wieder in Schwung gebracht werden . Gleichzeitig dämpft der milde Winter in Europa und den USA den Heizöl-Bedarf. „Ich möchte nicht in der Haut der Öl-Exporteure stecken“, sagte Rohstoff-Experte Ole Hansen von der Saxo Bank. „Es sieht nicht so aus, als ob bald Licht am Ende des Tunnels auftaucht.“

Für Otto Normalverbraucher scheint dagegen bereits die Sonne: Mit etwa 96 Euro-Cent je Liter ist Diesel an der Tankstelle so billig wie lange nicht mehr. Dadurch bleibt den Verbrauchern mehr Geld im Portemonnaie für Weihnachtseinkäufe. Auch für viele Staatskassen bedeutet der Ölpreis-Verfall eine Entlastung. So kann beispielsweise Indien auf Energie-Subventionen verzichten und die frei werdenden Mittel investieren.

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