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15.12.2014

17:54 Uhr

Rubel und Aktien brechen ein

Russische Währung auf Rekordtief

Die Furcht vor einer Verschärfung der Sanktionen gegen Russland lässt den Rubelkurs einbrechen. Die russische Währung fällt um acht Prozent. Die russische Notenbank rechnet mit einer heftigen Rezession.

Die bisherigen Sanktionen des Westens und auch der fallende Ölpreis setzten Rubel und russischem Staatshaushalt bereits stark zu. dpa

Die bisherigen Sanktionen des Westens und auch der fallende Ölpreis setzten Rubel und russischem Staatshaushalt bereits stark zu.

FrankfurtDie Furcht vor einer Verschärfung der westlichen Sanktionen gegen Russland hat die Talfahrt des Rubel am Montag beschleunigt. Der Dollar kletterte über die Marke von 60 Rubel und stieg in der Spitze um acht Prozent auf 63 Rubel - so hoch wie noch nie. Damit verpufften die von Händler vermuteten Stützungskäufe der russischen Zentralbank am Markt. Auch an der Moskauer Börse ging es deutlich bergab.

Nach den Plänen des US-Kongresses sollen die neuen Sanktionen russische Rüstungsunternehmen und ausländische Investoren in der russischen Ölindustrie treffen. Der Gesetzentwurf liegt bei US-Präsident Barack Obama, der ihn mit seiner Unterschrift noch in Kraft setzen muss. Obama hatte sich am Donnerstag vor Wirtschaftsvertretern allerdings zurückhaltend zu neuen Sanktionen geäußert. Russland kündigte am Wochenende Gegenmaßnahmen für den Fall an, dass die USA ihre Sanktionen wegen der Ukraine-Krise verschärfen sollten.

Die bisherigen Sanktionen des Westens in Folge der Ukraine-Krise setzen der russischen Wirtschaft schon stark zu. Die Konjunktur ist eingebrochen, der Rubel fällt auf immer neue Rekordtiefs, Investoren ziehen Milliarden Dollar ab. Auch der fallende Ölpreis hat ein Loch in den Haushalt des rohstoffreichen Landes gerissen. Die russische Wirtschaft könnte der Moskauer Zentralbank zufolge im kommenden Jahr um rund 4,5 Prozent schrumpfen, sollte sich der Ölpreis bei 60 Dollar je Barrell einpendeln.

Der Westen wirft Russland vor, die prorussischen Separatisten im Osten der Ukraine auch militärisch zu unterstützen und das Land destabilisieren zu wollen. Russland weist die Kritik zurück. Zudem erkennt der Westen die Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland nicht an.

Der Rubel-Verfall hinterließ am Markt für Unternehmensanleihen Spuren. Die Kurse der Dollar-Bonds von Firmen wie Lukoil und Rossneft gerieten deutlich unter Druck. Investoren fürchten, dass die Unternehmen ihre Schulden nicht zurückzahlen können.

Angesichts dieser Nachrichten flohen auch Aktienanleger in Scharen: Der russische Leitindex stürzte um bis zu neun Prozent ab, das war der tiefste Stand seit April 2009. Die russische Zentralbank hat den Moskauer Börsenbetreiber dazu angehalten, den Handel mit speziellen Finanzmarktinstrumenten zu stoppen. So sollen mögliche Manipulationen im Future-Markt verhindert werden.

Nach Einschätzung der Notenbank dürfte die russische Wirtschaft im kommenden Jahr deutlich schrumpfen. Sollte sich der Erdölpreis bei 60 Dollar einpendeln, werde die Wirtschaftsleistung Russlands wahrscheinlich um rund 4,5 Prozent zurückgehen, erklärte die Zentralbank. Die Inflation dürfte nach Einschätzung der Zentralbank Anfang kommenden Jahres mit 11,5 Prozent ihren Höhepunkt erreichen. Der Kapitalabfluss werde 2015 rund 120 Milliarden Dollar erreichen und 2016 auf 75 Milliarden Dollar sowie 2017 auf 55 Milliarden Dollar zurückgehen.

Von

rtr

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

15.12.2014, 14:23 Uhr

Rußland wird aus dem vom Westen angezettelten Wirtschaftskrieg als Sieger hervorgehen, weil Rußland marktwirtschaftlicher aufgestellt ist als die dem Geldsozialismus und der unendlichen Regulierungswut der EU-Kommission unterworfenen Staaten West- und Mitteleuropas.

(....)

Die Zeiten, in denen Rußland vor allem von Öl und Gas abhängig war, sind Geschichte. Die verarbeitende Wirtschaft ist in den letzen Jahren dramatisch gewachsen. Die Kernenergieindustrie ist zu einem regelrechten Exportschlager geworden, nachdem Deutschland seine einschlägige Industrie mutwillig zerstört hat.

Im übrigen ist heute schon sichtbar, daß der Schuß,den der Westen mit seinen Sanktionen auf Rußland abgefeuert hat,ein Rohrkrepierer ist. In den letzten Wochen sind riesige Kooperationsabkommen Rußlands mit China, der Türkei und Indien geschlossen worden. Southstream ist in die Türkei umgeleitet worden. Und die Türkei nähert sich der Shanghai Kooperationsorganisation (SCO) an.

Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

Herr Paul Mueller

15.12.2014, 14:58 Uhr

Ah, Nachmittag, die Amis sind gerade aufgestanden, Langschläfer Jazeniuk auch - jetzt geht das Russland Bashing wieder los ...

Herr Dr. Michael Gross

16.12.2014, 10:13 Uhr

Wer stoppt die Kriegspropaganda gegen Russland?

Warum ist Putin die größte Gefahr für die USA?

In der Jelzin-Ära sind die Amerikaner in Russland schon fast am Ziel gewesen – ohne einen Krieg führen zu müssen – da sie über Beteiligungen an den Schlüsselindustrien wie Öl und Gas, aber auch den Medien, schon einen großen Profit aus dem Land gezogen hatten.

Das änderte sich als Putin die Macht übernahm.
Er bekämpfte mit nationaler Wirtschaftspolitik das alte System und re-verstaatlichte bedeutende Vorkommen an Bodenschätzen und sicherte dem russischen Staat Mehrheitsbeteiligungen an der Energiewirtschaft und anderen Schlüsselindustrien.

Aus diesem Grund ist Putin den USA ein Dorn im Auge und wird in den Bilderbergmedien verteufelt.

Fakt ist, Russland ist einer der größten Goldbesitzer der Welt, hat einen stabilen Staatshaushalt und ist wirtschaftlich unabhängiger vom Westen als umgekehrt. Neben seinen enormen Goldreserven verfügt es über riesige Mengen an Dollarreserven.

Putin trennt sich vom Papier und kauft physisches Gold und verabschiedet sich damit ganz offen vom Dollar, um unabhängiger zu werden. Im gleichen Atemzug eröffnet Russland Konten in Asien und stellt die Export-Verträge auf asiatische Währungen wie den chinesischen Yuan und den Hong-Kong-Dollar um.

Sind Russland & China auf dem Weg, sich vom Dollar-Zwangssystem zu befreien?

Wenn sie damit Erfolg haben, bedeutet es den Todesstoß für die globale Vormachtstellung Amerikas bzw. der privaten FED-Bankster!

Seit dem 2. Weltkrieg wird der Handel mit Erdöl gezwungenermassen in privaten Fed-Dollar fakturiert, was der Rest der Welt ( Dank US Army oder besser FED Army ) so hinzunehmen hatte.

Wer sein Öl nicht gegen private Dollar, sondern gegen Euro verkaufen wollte, wurde vom westlichen Medienkartell zum "Terroristen" erklärt ( Saddam Hussein , Hugo Chavez, Gaddafi, Ahmadinedschad ) und von der Nato "befreit".

Ist das der Grund warum FED-Marionette Obama einen Nato-Krieg in Europa mit Russland will?

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